Trading & Riskmanagement

Zwar kann theoretisches Wissen alleine für profitables Trading niemals ausreichend sein (praktische Erfahrung im Umgang mit den Tücken der Märkte ist essentiell), doch je umfassender die Kenntnisse eines Traders über die Märkte, ihre zugrundeliegenden Kräfte und sich selbst sind, desto größer werden seine Aussichten auf dauerhaften Erfolg sein. Die nachfolgenden Buchbesprechungen stellen einen Auszug aus meinem Literaturstudium dar. Sie sind das Ergebnis zehntausender Stunden Research Arbeit, die sich über die Gebiete Charttechnik, Elliott Wave Theorie, Zyklustheorie, Gann-Theorie, Finanzastrologie, Systemtrading, Neurale Netze, Fuzzy Logic, Genetische Algorithmen, Money- & Riskmanagement, Neue Physik & Paraphysik, Transpersonale & Integrale Psychologie, Integrale Evolutions- & Entwicklungsmodelle, okkulte, spirituelle & mystische Traditionen und östliche Modelle der Bewusstseinstransformation. Die folgenden Buchbesprechungen sollen als kleiner Leitfaden durch die vorhandende Tradingliteratur dienen.



Abell, Howard – Digital Day Trading (englische Ausgabe 1999) 
Abells Ziel mit dem Buch ein umfassendes Manual zum Thema Day Trading abzufassen (laut Vorwort) misslingt vollkommen. Zum einen berührt der Autor lediglich den Aktienhandel (kein Forexhandel, keine Futures, Optionen oder andere Derivate), zum anderen fehlt dem Werk jegliche Breite und Tiefe. Zu Beginn stehen einige Hintergrundinformationen zur Entwicklung des digitalen Trading, wie strukturelle Revolution, dann einige Kommentare über SOES, Den’s und andere technische Hintergründe wie Orderrouting Level II usw. Es folgt das Thema Psychologie, das wie zu befürchten, in einer groben Aufzählung von Traderweisheiten endet. Ein psychologischer Background scheint zu fehlen. Abell versucht erst gar nicht tiefer in die Psyche des Traders einzudringen. Nach dem standardisierten Schema für diese Art von Büchern folgend, werden unprofessionelle Kommentare über Traderpsychologie aufgezählt und dem Leser als letzte Wahrheit verkauft. Abell verwechselt seine persönlichen Erfahrungen und Meinung mit absolutem Wissen und vermittelt sie dem Leser als unumstößliche Wahrheit über professionelles Day Trading. Wenngleich die Einleitung des Buches noch einigermaßen Hoffnung auf ein sinnvolles Werk aufkommen lässt, mit den darauf folgenden, deplatzierten Interviews (gehören wenn überhaupt dann in den Anhang), wird diese endgültig zerstört. Anstatt eine schlüssige Handelsstrategie vorzustellen, folgt allgemeines Gelaber über technische Analyse und Trendidentifizierung. Themenbereiche Psychologie und Handelsstrategie sind auch in weiterer Folge nicht voneinander differenziert und verschmelzen zu einer chaotischen Ansammlung von Binsenweisheiten. Ab Seite 107 wird die Digital Day Trading Method behandelt, mit einer Reihe von Charts ohne weitere Erklärungen. Es dürfte sich um einen wirren Handelsplan, bestehend aus Trendlinien, Pattern Recognition, Inside Days, Outside Days und Breskot Days handeln. Da keine Handelsregeln definiert werden, bleibt dies im Dunkeln. Keine Backtests die den Erfolg der Strategie untersuchen, oder Stärken und Schwächen des Ansatzes über verschiede Märkte analysieren. Der Themenbereich Moneymanagement wird zur Sicherheit vollkommen ausgelassen. Fazit: Als Einstieg vielleicht brauchbar, für professionelles Day Trading ungeeignet.
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Angell, George- Daytrading im Visier (Deutsch)
George Angells Buch erzählt kurz und oberflächlich über das Daytrading. Das Gesagte trifft zwar zu, nach fixen Strategien sucht man jedoch vergebens. Fazit: Muss man nicht gelesen haben.
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Altucher, James – Trade Like Warren Buffett 
Warren Buffett, der Mann von dem gesagt wird, er habe 100$ in 40 Milliarden verwandelt. Das Aushängeschild des amerikanischen Traums, triumphales Monument des Kapitalismus das zeigt, jeder kann es schaffen und Motivationsquelle für alle Verlierer der Leistungsgesellschaft, in einer immer verrückter werdenden und auswuchernden Konsumgesellschaft. Wenn er für einen Berkshire Hathaway Teilhaber 15.000$ in 9.000.000$ in 25 Jahren mit einer Performance 50.000% verwandelt, dann wird selbst die Neugierde eines technisch orientierten Day-und Swingtrader geweckt, für den die Fundamentalanalyse bislang als steinzeitliches Werkzeug galt.
Das Buch von Altucher James sucht nach dem Erfolgsgeheimnis und anders als die viele Autoren (z.B. Robert G. Hagstrom’s The Warren Buffett Way: Investment Strategies of the World’s Greatest Investor; Timothy Vick: How to Pick Stocks Like Warren Buffett: Profiting from the Bargain Hunting Strategies of the World’s Greatest Value Investor; Lawrence Cunningham: How to Think Like Ben Graham and Invest Like Warren Buffett) versucht er sich nicht nur auf die “Stock Picking Techniques” einzuschränken, sondern auch etwas tiefer in die Gedankenwelt und Persönlichkeit des Altmeisters einzudringen. Das Buch beginnt mit den frühen Jahren von Buffett, die kein konstantes Handelsmuster erkennen lassen und in denen der Investmentstil mehrmals geändert wurde (Arbitragegeschäfte, Short Term Trading), dann die Hedge Fund Aktivitäten von 1957 bis 1969 (Merger Arbitrage, Fixed Income Arbitrage), die Entwicklung zum Asset Allocator Magnat zwischen 1970 und 1980 und beleuchtet umfassend die Erfolge des Value-Investings.
Nach dem Slogan „buy what you know“ finden sich bei Buffett keine komplexen Analysemodelle und keine high-risk Spekulationen. Er handelt kaum in Commodities (außer Silber) und kaum in Währungen. Seine Strategie des Value Investing sucht akribisch nach wertvollen Unternehmen mit starkem Management, guter demografischer Positionierung, und mit dem Ziel, sich auf wenige Titel zu konzentrieren und diese dauerhaft zu halten. Buffett verfolgt eine solide Investmentphilosophie, alle Handlungen gründen auf einfachen Überlegungen, einigen Daten wie Earnings, ROE (Return on Equity), P/E (Price over Earnings Ratio), einem gesunden Menschenverstand, und letztendlich einem wohl unnachahmlichen Gespür für die richtige Aktie. Aber Buffets Erfolgsgeheimnis ist nicht eine geheime Stock Picking Technik, es ist safety First, die Fähigkeit, der Gier und der Spekulation zu entsagen und die vollkommene Übereinstimmung der Investmentstrategie mit seiner Persönlichkeit.
Das macht Buffett zu einem Phänomen sui generis. Wir finden keine Jahrhundertkonstellation in seinem Radix. Es ist kein übermächtiger Geist, der sich hier entfaltet, kein Finanzgenie von einem Format wie Soros, kein akribischer Analyst wie Dow, kein Perfektionist wie Elliott, kein unermüdlicher Forscher wie Gann, kein Romantiker wie Kostolany, kein rastlos getriebener wie Livermore, kein Kämpfer wie Borsellino, kein Mathematiker, Physiker, NASA-Ingenieur, kein Experte für Systemprogrammierung, Riskmanagement, Neurale Netze, Künstliche Intelligenz oder anderes.
Es ist ein Mann an dem die technische Revolution scheinbar vollständig vorübergegangen ist. Doch wenn man bedenkt, wie eisern Buffet seine Value-Strategie auch in der New Economy Phase durchgezogen hat, sich nicht von der Masseneuphorie infizieren ließ, den Verlockungen der Dotcoms nicht unterlegen ist, und gelassen sein Portfolio über Silver, Währungen und Bonds diversifiziert hat, dann wird die Konstanz der Investmentphilosophie dieses Mannes umso beeindruckender.
Heute wird er zu den reichsten Menschen auf diesem Erdball gezählt und seine Volumina bewegen die Märkte. Das Buch von James Altucher löst das Phänomen Warren Buffett zwar nicht, dennoch ist es lesenswert. Das Standartwerk zu Buffetts Stock Picking bleibt immer noch. Hagstrom, Robert G. – The Warren Buffett Way.
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Angell, George– Sniper Trading Workbook versteht sich als Ergänzung zu dem Buch Sniper Trading. 
Behandelt wird die LSS 3 Day-Cycle Method ein simples Pivot Point System basierend auf einer Idee von Georg Douglas Tylor (Rally Days) und Envelopes als Support und Resistance. Angeschnitten werden Chart Patterns, Divergenzen, Gap Trading, Saisonal Trends, Market Sentiment als Timing Methode und andere. Gesamtheitlich betrachtet, eine etwas chaotische Ansammlung von Timing Methoden, die sich nicht zu einem schlüssigen Handelsplan zusammenfügen und als einzelne Puzzelstücke stehenbleiben. Das Fehlen von Backtests erlaubt keine genauere Analyse der Potentiale der Ansätze. Es gibt keine vertiefende Diskussion über Stärken und Schwächen der Strategien und kein Moneymanagement, jedoch füllt das Thema Psychologie noch einige Seiten aus.
Man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, dass der Autor mit dem zusätzlichen Workbook lediglich noch ein paar Dollar aus der Thematik ausquetschen wollte. Maximal als Inspirationsquelle für Strategien eines eigenen Handelsplans zu gebrauchen, für professionelles Trading zu oberflächlich.
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Bernstein Jake, Bernstein Elliott – Stock Market Strategies that Work
Gleich im Vorwort preisen sich Jacob und Elliott als heroische Heilsbringer, die uns arme Gestalten aus dem undurchdringlichen Tradingdschungel helfen. Danach sind sie gütig genug, um im Kapitel The Big Lie über die schmutzigen Tricks der Tradingindustrie aufzuklären. Nicht genug der Selbstverherrlichung, zur Vorsicht wird noch jeder professionelle Market-Timer durch den Schmutz gezogen, bevor über die Unzulänglichkeiten sämtlicher Konkurrenten aufmerksam gemacht wird. Welch Segen, dass endlich jemand erbarmen hat, strahlende Helden braucht das Land! Nach dem stark missglückten Intro wird es erst richtig derbe. Mit unnachahmlicher sprachliche Eleganz wird über den Sinn von Charts und dem Unterschied zwischen einem Tech-Stock und einem Medical-Stock aufgeklärt(kein Scherz). Die Autoren laufen zur Bestform auf und stellen uns Moving Averages, Stochastik, RSI, ADX, ROC und andere Indikatoren als Trading Strategies That Realy Work vor. Das ist bisher unerreicht.

Vielleicht das schlechteste Buch, das ich jemals übers Trading gelesen habe.
-Null Sterne-


Bernstein Jake – Complete Daytrader II
Wer glaubt nach Stock Market Strategies that Work kann es mit der Complete Daytrader II (1998) nur aufwärts gehen, der wird eines Besseren belehrt. Bernstein bleibt seinem Stil treu – Quantität vor Qualität. Das Buch ist zwar umfangreich, aber zu großen Teilen eine Wiederholung von Teil eins (The Complete Daytrader I 1995).
Abermals eine Aufzählung von Indikatoren (Moving Averages, MOM, ROC, Parabolic Sar ) und eine Ansammlung von Traderweisheiten. Dazwischen wieder endloses Geschwafel. Die schon von den alten Tape-Readern benutzte, 30 Minute Breakout Methode (30MBO) und Inside Days werden als heiliger Gral des Systemtradings angepriesen. Unglaublich.
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Borsellino, Lewis J.- Der Daytrader 
Der Daytrader von Lewis J. Borsellino. Von einem der besten Trader der Welt, hätte ich leider mehr erwartet, als dieses lieblos verfasste Buch. Als persönliche Memoiren viel zu langweilig, als Anleitung für das Trading wertlos, als Hommage an die Börse leidenschaftslos. Zwischen der ein oder der anderen Zeile schimmert zwar seine Erfahrung und die Wahrheit durch, die es beim Trading zu erkennen gilt, letztendlich wird das Lesen jedoch zur zähen Plage, wenn zum hundertsten Male die Bedeutung seines Vaters erklärt wird.
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Bouchaud Jean Phillipe und Potters, Marc – Theory Of Financial Risks. From Statistical Physics to Risk Management 
Nachdem Markowitz und Sharpe den Beweis erbracht haben, dass Diversifikation zu einer Verminderung des Gesamtrisikos eines Portfolios führen kann, hat Risk Management einen grandiosen Boom erlebt. Die Entwicklung ist rasch vorangeschritten und die Literatur stark gewachsen. Der Beitrag, den Bouchaud und Potters mit Theory Of Financial Risks liefern, zählt zu detaillierten Werken in Sachen Money- und Riskmanagement. (komplexer und vertiefender als die Arbeit von Ralph Vince – The Mathematics Of Money Managemet). Theory Of Financial Risks ist ein stark theoretisches Buch dessen Studium Arbeit macht und Zeit benötigt. Viele Formeln, Vertrautheit mit statistischen Grundlagen und fortgeschrittener Mathematik wird vorausgesetzt. Der Lohn dafür sind neue Einsichten in die Risikominimierung. Das physikalische Verständnis der Autoren weiß zu gefallen und hebt die Arbeit von der Konkurrenz ab. Der Leser erhält eine umfassendere Perspektive auf die statistischen Gesetzmäßigkeiten im Riskmanagement, als dies andere Bücher zu dem Thema liefern. Die Autoren zeichnen sich durch eine skeptische Sichtweise auf Mainstream Finanztheorien aus und zeigen teilweise erstaunliche Schwächen der Standartmodelle (z.B. Black Scholes Modell) auf.
Zum Inhalt: Nach einer Einführung in unterschiedliche Verteilungsfunktionen geht es gleich ordentlich zur Sache: Preis- Statistik Theorie (Geometric Brownian Motion), dann behandelt das Kapitel 3 Portfoliooptimierung, Risk Measurement, Diversifikation, Korrelationsanalyse und Drawdowns. Kapitel 4 sorgt sich speziell um Futures und Optionen, Optionspreismodelle und Möglichkeiten zur Risikokontrolle. Hedging Strategien und mögliche Fehlerquellen (z.B. durch Limitationen des Black Scoles Modells) werden ausführlich errötet. Auf den Optionshandel und seine Risiken wird in weiterer Folge in Kapitel 5 vertiefend eingegangen.
Fazit: Das Buch richtet sich eher an Finanz- und Portfoliotheoretiker, als an praktisch orientierte Trader. Systementwickler und Trader finden bei den Büchern von Vince geeignetere Ausarbeitungen, die praxisorientierter sind. Wer vertiefend in die Materie eindringen will, für den sind Bouchaud und Potters als weiteführende Literatur absolut empfehlenswert. Geeignet auch für Hedging Strategen mit Schwerpunkt Optionshandel oder Fundmanager, die Verantwortung für Kundengelder tragen und auf dem Gebiet des Risk Management zuhause sein müssen.
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Cooper, Jeff- Hit & Run I
Jeff Cooper präsentiert in seinem kurz gehaltenem Tradingbuch Hit & Run Strategien ein brauchbares Manual für Day & Swingtrading. Auch hier ist der Stil kurz und prägnant, Cooper verzichtet auf lange und unnötige Ausführungen. Die Strategien basieren zum größten Teil auf einfachsten Formationen, oft nur zwei bis drei Bars, teilweise mit Indikatoren und gleitenden Durchschnitten kombiniert. Nur Entrysignale, eine Exitstrategie zählt. Das letzte Kapitel Eine Woche Hit & Run ist leider überflüssig, eine genauere Ausführung wäre hier wünschenswert gewesen. Die besprochenen Strategien können (von erfahrenen Tradern) profitabel umgesetzt werden, man darf jedoch keine Wunder erwartet.
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Cooper, Jeff – Hit and Run II
Cooper liefert eine Fortsetzung zu seinem Bestseller Hit and Run. Ich muss eingestehen, dass ich Teil I in meinen grünen Jahren für ein gutes Buch hielt, von dem ich stellenweise beeindruckt war. Der Stil wird nahtlos fortgesetzt, abermals kommt Jeff gleich wieder zur Sache, keine Seitenfüller, kein Psychogewäsch oder dergleichen als Intro. Abermals werden einfache Einstiegssignale präsentiert, die ohne großen technischen Aufwand nachzuvollziehen sind (jedoch keine vollständige Handelsstrategien mit Exits und Moneymanangement). Teilweise sind sie den Momentumstrategien des ersten Teils sehr ähnlich, oder darauf aufbauend. Interessant sind die Orderbuchstrategien.
Keine Frage, dass Cooper sein Handwerk versteht. Dennoch, eine Diskussion über die Qualität der Signale wäre wünschenswert. Der Mangel an Backtests macht es für die Konstruktion fortgeschrittener Tradingstrategien eher nutzlos. Wer Teil I mochte, wird von der Fortsetzung nicht enttäuscht sein. Ideal für Trader, die auf der Suche nach simplen Entrysignalen sind. Die einfach gestickte Person Coopers tendiert jedoch dazu, das Trading zu übersimplifizieren. Kein Buch für komplexe Trader die nach Antworten suchen.
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Campbell, John – Strategic Asset Allocation
Strategic Asset Allocation ist keine herausragende Studie innerhalb des Investmentprogramms. Sie geht auf Campbells 95-96er Harvard Kurs in Stock Pricing zurück und orientiert sich dementsprechend an den Mainstreammodellen der Finanz- und Portfoliotheorie (Interest Rates und Risk Premium, Traditional Mean Variance Analysis, Vector Autoregressive System (VAR Model)) mit Schwerpunkt Portfoliooptimierung für Short Term und Long Term Investoren (Bond und Stock Market). Natürlich eine saubere Arbeit wie man sie von Campbell erwartet, der schon einige respektierte Veröffentlichungen auf seinem Konto verbuchen konnte (Investing by the Numbers mit Jarrod W. Wilcox ist ein ausgezeichnetes Buch) dem Inhalt fehlt aber der Knüller. Geschaffen für risikoaversive Langzeitinvestoren und Portfoliomanager, die mit den mathematischen Standartmodellen der klassischen Finanz- und Portfoliotheorie arbeiten, für kurzfristig-orientierte Trader eher unbrauchbar. Für Systementwickler und Systemtrader interessant, die sich in Kombination mit Vince und Bouchaud/Potters vertiefenden ins Riskmanagement einarbeiten wollen, da fortgeschrittene Überlegungen zu Optimal Portfolio, Sharpe Ratio und Volatilität einfließen.
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Conway, Mark- Professional Stock Trading: System Design and Automation
Professional Stock Trading: System Design and Automation von Mark Conway ist meiner Meinung nach ein gelungenes Buch, da gut strukturiert, übersichtlich und professionell. Besprochen werden das Trading mit BarPatterns, Gaps, Spreads, Dreiecken, Ranges und vieles mehr. Sehr viele Systeme, teilweise sogar mit eigenständigen Ideen, jede Menge Easylanguage Code. Das Interessante an dem Buch ist, dass es die einzelnen Systeme kombiniert und ein durchdachtes und komplettes Gesamtsystem mit Moneymanagement liefert. Auch wird auf die Systeme genauer eingegangen und die Backtesting Ergebnisse besprochen. Einfacher Stil ohne Schnörkel, leichtet verständlich erklärt, übersichtlich und gut gegliedert, umfangreich, lässt eigentlich kaum Wünsche offen. Einige Systemansätze könnte man durchaus weiterverwenden. Wenngleich meine eigenen Backtests nicht meine Erwartungen erfüllten, trotzdem eines der wenigen Büchern, das man TS Besitzern empfehlen kann.
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Coval, Michael – A Trader on Wall Street – A Short Term Traders Guide
Wer bislang nichts von Michael Coval gehört hat, muss sich für diese Wissenslücke nicht schämen. Um Verwirrungen vorzubeugen, preist sich der Autor im Vorwort gleich selbst als Experte an. Zum Inhalt: Allgemeines Geschwafel von Seite 2-13, dann lernen wir ausführlich, warum man nicht den Lebensunterhalt verzocken darf. Nachdem der Autor seine Weisheiten in Kapitel 2 vollständig abgeladen hat, erzählen Kapitel 3 und 4 wiedermal über die Geschichte des elektronischen Tradings, Nasdaq, Ordersysteme (SOES), dann grundlegende Begriffe und Elemente des Tradings wie Orderarten und Margin. Man erfährt wie man einen Trading Account eröffnet, offensichtlich erachtet der Autor seine Leserschaft als unmündig und setzt ihre Intelligenz auf der Stufe von Amöben an. Dann die Basics zu ökonomischen und Technische Indikatoren, Newstrading usw.…
Fazit: Einsteigerbuch in Sachen Trading, das qualitativ im unteren Segment anzusiedeln ist. Die Bezeichnung Trader verdient der Autor nicht.
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Crabel, Toby- Daytrading with Short Term Price Pattern
Toby Crabel ist eine respektierte Größe in der Tradergemeinde, der den Sprung vom privaten Trader zum erfolgreichen Fund Manager geschafft hat und im Big Business mitmischt. Klein angefangen, mit einigen Artikeln in Magazinen, hochgekämpft zum Seif Made Millionär – damit gilt er bereits als eine Art Legende unter Tradern. Sein Buch Day Trading with Short Term Price Pattern ist im Traders Press Verlag erschienen, der für qualitativ hochwertige Tradingliteratur steht. Es hat sich über die Jahre den Status eines Kultbuches angeeignet, ist vom Tradingstil her am ehesten mit Cooper und Raschke zu vergleichen, jedoch mit detailierter statistischer Ausarbeitung und daher mit wesentlich mehr Tiefe. Crabel befasst sich darin detailliert mit Opening Range Breakouts (OBR) und testet Variationen davon über unterschiedliche Märkte hinweg. Wer sich für Opening Patterns wie den 30MBO Ansatz interessiert, hat hier eine Ausarbeitung Schwarz auf Weiß vorgelegt. Der Ansatz ist rein statistisch, man kann sich mit relativ geringem Aufwand und Hintergrundwissen, selbst als Börsengreenhorn, innerhalb weniger Tage eine brauchbare Handelsstrategie zusammenbasteln, wenn man die mathematischen Gesetze und Grundlagen des Moneymanagement beachtet. Für eine systematische Umsetzung ist Crabel in Kombination mit Clifford J. Sherry – The Mathematics of Technical Analysis zu empfehlen.
Das Buch wird heute um die 1000 $ gehandelt, wer zugreift, hat ein kleines Stück Tradinggeschichte im Bücherschrank, dem es auch an sinnvollen Informationen nicht mangelt. Tägliches Patternscreening unter http://www.mypivots.com/dn/
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Douglas, Mark- The Disciplined Trader
Ich las The Disciplined Trader von Mark Douglas auf Empfehlung in einem der Ross Bücher, war jedoch von dem langweiligen Stil des Buches sehr enttäuscht. Auch wenn die Psychologie eine entscheidende Komponente beim Trading ist, wird man mentale Schwächen nicht mit seitenlangem Geschwätz eines Buches in den Griff bekommen können. Erfahrung im praktischen Handeln und das Lernen aus den eigenen Fehlern ist der Schlüssel zum Erfolg. Nur wer den Schmerz selbst spürt, wird lernen die Fehler zu vermeiden, denn Trading kann man nicht aus einem Buch lernen. Auch für dieses Buch gilt: Wer auf der Suche nach sich selbst ist, wird in der psychologischen Fachliteratur, in der Philosophie und vor allem in den spirituellen Traditionen des Ostens am Besten aufgehoben sein.
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Darvas, Nicolas – How I Made 2,000,000 in the Stock Market
Von Darvas zahlreichen Büchern, hat es nur How I Made 2,000,000 in the Stock Market, mit über einer Million Leser zum Weltruhm geschafft. Man sagt seine Auswirkungen seien so groß, dass selbst die amerikanische Börse ihre Regeln für Stop Loss Orders ändern musste. Der ungarische Kult-Investor, der als Tänzer, Trader und Autor Erfolge verbuchen durfte, berichtet darin von seinem legendären Börsengewinn. Er rollt die gesamte Story auf, erzählt von seinen ersten Börsenerfahrungen, der Lehrzeit mit satten Verlusten, der Suche nach einer profitablen Strategie und seiner Entwicklung zum Charttechniker. Berühmt wurde sein Box System. Es handelt sich dabei um eine Glättung der Kursbewegungen, wie wir es heute in ähnlicher Form mit den Renko Charts anstellen. Sie filtern das Market Noise und lassen die Trendbewegung übrig. Sein Investmentprogramm verfolgt also eine Vereinfachungsstrategie: Informationschaos ausblenden, die Handelsstrategie auf eine möglichst einfache Ebene bringen und konsequentes Einhalten eines Handelsplans. Mit einer genauen Rekonstruktion der Transaktionen macht er die Handelsregeln nachvollziehbar, die ihm bereits nach neun Monaten 300.000 Dollar Gewinn bescherten. Er berichtet von zwischenzeitlichen Krisen und den folgenden Wiederauferstehungen. Das Buch ist phasenweise unterhaltsam, wie an folgender Stelle: „I bought at the top, as soon as I bought, the stock started to drop. I became frightened and sold at the bottom. As soon as I sold, the stock started to rise, I became greedy, and bought at the top.”
Fazit: Darvas ist kein genialer Geist, aber er demonstriert, dass auch ein Autodidakt zu den bekannten Größen der Wallstreet aufsteigen kann und zwar ohne ein tieferes Verständnis für die Märkte entwickeln zu müssen. Das Buch verschweigt, dass Darvas danach wieder satte Verluste eingefahren hat. Der zeitweilige Erfolg basiert zwar zu großen Teilen auf Glück (seine Strategie versagt in Seitwärtsmärkten vollkommen), dennoch war Darvas keine taube Nuss. Aus technischer Sicht ist das Buch für Trader uninteressant, aber ein Genuss für Romantiker die zwischendurch gerne in historischen Zeiten schwelgen.
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Deel, Robert – The Strategic Electronic Day Trader
Erschienen 2000 im Wileys Verlag, damit habe ich beim Kauf hohe Erwartungen in das Buch gesetzt, die jedoch nur stellenweise erfüllt wurden. Inhaltliche Details: An der Einführung in das elektronische Trading ist nichts zu bemängeln, ebenso gut erklärt sind die Tradinggrundlagen zu Comissions und dem technischem Handwerkzeugs zur Trenderkennung, Indikatoren, Chart Patterns, Vola-Trading und Themenverwandtes. Tradingstrategien und Moneymanagement kommen aber viel zu kurz. Kritikwürdig sind zwischenzeitlich überlange Textstellen mit stark subjektiv gefärbten Einflüssen des Autors, die über einen Mangel an Fakten hinwegtäuschen wollen. Dennoch bleibt ein professioneller Eindruck erhalten. Positiv ist der Einbezug von Orderbuchstrategien. Auch versucht der Autor das Themenfeld Psychologie, physische und mentale Fitness nicht nur am Niveau von Binsenweisheiten zu belassen, oder bei modern gewordenen Empfehlungen zu Yoga und Tai – Chi, sondern das Ganze etwas gewissenhafter Auszuführen. So werden beispielsweise Persönlichkeitstypen angerissen, Schlafrhythmus, Hypnose, Biofeedback und ähnliches. Abgerundet wird das Thema elektronisches Day Trading durch einige Infos zu Hardware, Grafikarten usw.
Fazit: Robert Deel ist an und für sich kein unbekannter Name mehr, er liefert aber nur ein durchschnittliches Grundlagenwerk für den Tradingeinstieg. Im Vergleich zu den Konkurrenzbüchern von Abell und vor allem Bernstein schneidet The Strategic Electronic Day Trader klar besser ab, Profis finden aber keinen Mehrwert. Drei Sterne (inklusive Wiley Bonus Stern)
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DiNaploli, Joe – Trading with DiNapoli Levels
Trading with DiNapoli Levels ist ein brauchbarer Beitrag zum Fibo-Trading. Der Autor versucht nicht bloß eine Zusammenfassung von bekannten Ansätzen abzuliefern, sondern eigenständige Ideen und Entwicklungen einzubringen. Wenngleich es keine revolutionären Ideen offeriert, verdient das Buch einen genaueren Blick:
Die ersten 50 Seiten sind für Omas Ofen (MACD, STOCH). Kapitel 5 stellt neue Indikatoren und Weiterentwicklungen vor, deren Notwendigkeit teilweise in Frage gestellt werden muss (z.B. Double Repo). Der Inhalt der nächsten hundert Seiten läuft darauf hinaus, Indikatoren zur Filterung von Fehlsignalen einzusetzen(subjektiv). Die Einführung in Fibonacci Zahlenreihe ist kurz aber für den Zweck des Buches ausreichend. Erst in Sektion 3 werden die DiNapoli Marken besprochen. Kurz zusammengefasst handelt es sich dabei um eine Tradingmethode basierend auf Fibonacci Retracements die angelehnt an die Elliott Wave Theorie ist. Kapitel 11 und die darauf folgenden Kapitel versuchen einen Tradingframe zu konstruieren, der die vorgestellten Elemente zusammengefügt. Gehört zu den besseren Büchern in Sachen Trading und kann sich mit dem Ross Niveau messen, geht aber nicht darüber hinaus. Wenngleich allgemeine Handelsregeln definiert werden, der Sprung zum systematischen Trading wird nicht vollzogen. Es bleibt ein subjektives Restvakuum bestehen. Daher kann auch keine abschließende Aussage über die Qualität der Signale und der Methode allgemein abgegeben werden. Da Backtests und eine mathematische Ausarbeitung fehlen, können keine fortgeschrittenen Moneymanagementmodelle integriert werden. Unnütze Binsenweisheiten trüben das Gesamtbild, seien dem Autor aufgrund des frühen Erscheinungsdatums jedoch verziehen.
Fazit: Auf der Suche nach neuen Tradingideen abseits des Mainstreams kann man bei DiNapoli durchaus vorbeischneiden. Über die Jahre hat sich eine kleine Industrie um den Namen aufgebaut, mit Videos, Kursen, Seminaren, zahlreichen Add-Ons und Plug ins für die großen Softwarepakete. Das Material ist nicht unnütz, dennoch läuft Joe mit seiner Kommerzialisierung Gefahr, auf einer Ebene mit Pseudo-Ausbildern wie Bernstein angesiedelt zu werden.
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Douglas, Mark- Trading in the Zone (English)
Trading in the Zone versteht sich als Fortsetzung zu The Disciplined Trader und ist wie sein Vorgänger ein schmerzhafter Fehlschlag. Der Autor hat eine Marktlücke erkannt und sich auf die psychologische Komponente des Tradings spezialisiert. Er richtet sich an Trader die Verluste eingefahren haben und jetzt verzweifelt nach Orientierung suchen. Das Ganze scheint einem amerikanischen Trend zu folgen, möglichst inhaltsloses Geplapper über Psychologie von sich zu geben, durchsetzt mit einigen Phrasen die man in irgendwelchen Lifestyle Magazinen aufgeschnappt hat. Es ist trendy tiefsinnige Gedanken über sich selbst und das Leben vorzutäuschen.
Es gibt keinen psychologischen Rahmen, keine wissenschaftliche Kartografie, kein Modell, innerhalb dessen der Autor seine Aussagen entwickelt, überhaupt scheint ein Psychologiebackground vollkommen zu fehlen und so gestaltet sich der Text zu einer Aneinanderreihung von subjektiven Gedanken über das Trading. Sätze wie „Vertrauen sie in ihre Stärke und ihre Tradingmethode“ nerven einfach. Wir lernen zum Beispiel ausführlich in Kapitel 3, dass ein Trader für sein Handeln Verantwortung übernehmen muss – wer hätte das gedacht. Wissenschaftlich fundierte Methoden zur Effizienz- und Leistungssteigerung, zur Entwicklung von mentaler Stärke, oder zur Bewusstseinstransformation findet man ebenso wenig, wie Fakten über Tradingstrategien. Orientierungslose Trader, die sich gerade in einer Krise befinden, werden das Buch am Ende noch verwirrter zuschlagen.
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Ehlers, John F. – Cybernetic Analysis for Stocks and Futures
Ehlers gehört zu den führenden Köpfen in Sachen Systemtrading. Er versteht es, die neuesten Entwicklungen aus der digitalen Signalverarbeitung und dem elektronischen Ingenieurswesen in die Tradingindustrie einzubringen und sie für Systemtrader nutzbar zu machen. Sein neuester Beitrag Cybernetic Analysis for Stocks and Futures (2004) stößt eine neue Dimension auf. Das Buch bringt gleich eine ganze Reihe von Weiterentwickelten zu Indikatoren (Cyber Cycle Indikator, CG – Indikator, RVI), die im Gegensatz zu vielen Pseudoentwicklungen anderer Autoren, echte Verbesserungen darstellen (z.B. durch eine Minimierung des Time Lag). Gleich das erste Kapitel bringt eine großartige Untersuchung zur Preisverteilung, Kapitel 2 Trading the Cycle ist ebenso genial wie Kapitel 3 Zero Time Lag Trendlinen als Basis für Trendfolgesysteme. Das Buch ist vollgepackt mit neunen Tradingideen, ebenso mit fortgeschrittenen Techniken zur Zyklusanalyse (z.B. Hilbert Transformation). Ehlers bespricht Cyclemeasurement, Signal to Noise Ratio, Grenzen der Fourier Transformation und von Mesa, die Vorteile der Hilbert Transformation (benötigt nur 4 Bars), bringt adaptive Zyklusindikatoren und analysiert ihre Stärken und Schwächen. Das Buch baut zu großen Teilen auf den Vorgängerwerken Mesa und Rocket Science auf, wie zum Beispiel die Theorie über Trend/Cycle Mode. Abermals mit dabei sind die Butterworth Filter. Sein Hintergrundwissen aus der digitalen Signalverarbeitungen machen Ehlers zu dem Spezialisten in Sachen time-lag Minimierung für Indikatoren. Der Sinuswellenindikator in Kapitel 11 geht noch ein Stück weiter und versucht die Grenzen konventioneller Glättungsmethoden durch nichtkausale Filter zu umgehen.
Derzeit eines der besten Bücher am Markt für Systementwickler die nach State-Of-The-Art Entwicklungen Ausschau halten. Zusammen mit Rocket Science ein Segen für Tradestation, eSignal und Neuroshell User. Vermittelt nicht die Grundlagen des Systemtradings. Etwas frustrierend bei Ehlers sind die übermäßig vielen Code Fehler in seinen Büchern. Diese lassen sich bis zu einem gewissen Ausmaß zwar nicht vermeiden und werden auf seiner Website meistens korrigiert, sind aber mittlerweile auffällig und behindern die Arbeit mit seinem Material.
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Elder, Alexander- Trading for a Living Elder, Alexander- Come into my trading room 2002-
Elder, Alexander- Sell and Sell Short 

Das Buch Trading for a Living erschien 1993 in den Anfängen des digitalen Tradings, vor dem großem Boom, als die breite Masse noch keine Ahnung von der Materie besaß. Elder gehört zu einer Generation von Pionieren und zählt wie Bressert, Williams, Raschke, Ross, DiNapoli, Pesavento zu den Kultfiguren der Traderszene. Doch wie seine genannten Kollegen vollzieht er (zumindest in den Büchern) nie die Entwicklung zum systematischen Trading und bleibt auf einem subjektiven Level stehen. Ich gehe hier nicht sondiert auf den Inhalt seiner Bücher ein, da sich keine großen Entwicklungen beim Autor feststellen lassen. Er konstruiert zwar einen allgemeinen Handelsplan, der jedoch ohne analytische Auswertung im Grunde wertlos ist. Ohne mechanisch definierte Handelsregeln, ohne mathematischen Hintergrund, ohne Backtests und ohne Monte Carlos Simulationen kann keinerlei Aussage über die Qualität der Strategie, über ihre Stärken und Schwächen abgegeben werden. Der Trader ist über seine Risk/Rewards, Drawdowns, Trefferquoten vollständig im Dunkeln und bleibt ein Spielball des Zufalls, der auf Fortunas Gnaden angewiesen ist. Er hat keine Kontrolle über seine zukünftige Performance.
Die Bücher der genannten Autoren haben nur geringe Variationen in ihren Handelsstrategien und Einstiegssignalen. Sie folgen alle demselben Schema, benutzen dieselben Floskeln, verzieren das Ganze mit einigen Traderweisheiten und schmücken es mit geistreichen Belehrungen aus. Der Leser ist davon beeindruckt, wundert sich aber, warum sein Kontostand kontinuierlich nach unten läuft. Er gehört zu denjenigen tragischen Figuren, die den Traum vom Trading als Beruf und der finanziellen Freiheit niemals verwirklichen werden. Die Bücher der genannten Autoren sind ganz nett für einen Tag am Strand, aber für professionelles Trading im Grunde wertlos.
Fazit: Elder liefert mit seinen Büchern einen Einstieg in das digitale Trading und stattet den Leser mit den Basics wie Indikatoren, Chartformationen, Psychologie und Riskmanagement aus. Die Qualität seiner Ausarbeitungen liegt im guten Durchschnitt, mit ansatzweisen Versuchen neue Entwicklungen und eigenständige Ideen einfließen zu lassen (z.B. Elder Ray, Force Index). Es gibt Versuche zum systemorientierten Denken (Triple Sceen, Parabolic Trading System, Channel Trading System) das aufgrund mangelnder Vertiefung nutzlos bleibt. Elder ist technikorientierter als beispielsweise Ross und von den Hintergrundinformationen her umfangreicher als Raschke. Er liefert keine Kennzahlen von profitablen Handelsansätzen. Sein Name bleibt daher stehen in einer Reihe von Trading-Educatoren, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von ordinären Informationen finanzieren.
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Farley, Alan – The Master Swing Trader
Master Swing Trader ist kein herausstechendes Buch in der trivialen Standartradingliteratur. Es bietet eine weitere Zusammenfassung bekannter Themen, wie Chartpatterns, Support/Resistance und Indikatoren. Auch vor dem üblichen Psychogelaber verschont uns auch dieser Autor wieder nicht. Am ehesten zu vergleichen mit Elder und mit Robert Deel, gemischt mit ein bisschen Cooper, ein wenig moderner gestaltet und mit ein paar Zusatzinfos umfangreicher. Wer Elder, Raschke und ein Standartbuch zur chartechnischen Analyse (z.B. Murphy, Stevens, Gartley) gelesen hat, kennt bereits den Großteil vom Buchinhalt. Den Rest kann man sich mit 30 Minuten googeln aneignen.
Zum Schluss versucht der Autor einige Hokuspokus Tradingsetups als profitable Handelsstrategien anzupreisen. Mathematisch definierte Handelsregeln finden sich ebenso wenig, wie eine analytische Ausarbeitung mit Performance-Kennzahlen. Auch Farley schafft es nicht, sich über das Niveau des Profanen zu erheben. Der Master Swing Trader ist ein weiterer Versuch, einen fehlenden mathematischen Background und die Unfähigkeit zum komplexen Denken, mit hochgestochenen Perfektionsallüren zu überspielen. Master Trader haben einen Kaliber von Gann oder Soros. Farley hat die Bücher der banalen Trading-Educatoren neu verpackt und sprachlich ein wenig umformuliert. Er fügt sich nahtlos in das Programm der Tradingindustrie ein, die mit der Hoffnung nach finanzieller Freiheit, Jobfrustrierte zur Berufsselbstständigkeit des Traders lockt. Für die Meisten bleibt der Beruf des Traders eine ewige Utopie und das Buch von Farley wird nichts daran ändern. http://www.hardrightedge.com/
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Florek, Erich- Neue Tradingdimensionen
Neue Tradingdimensionen von Erich Florek suggeriert mehr als es tatsächlich bietet, ist im Gesamtbild jedoch ein brauchbares Buch. Es richtet sich an technisch- und indikatorenlastige Trader. Doch genau hier liegt der Mangel, denn dafür bietet es zu wenig. Einige Strategien kommen bereits bei Raschke vor, die Auflistung und Besprechung der Indikatoren halte ich persönlich für unnötig, da nicht weiter auf die Systemkonzeptionisierung eingegangen wird. Kapitel wie der Techniktempel trüben das sonst positive Gesamtbild weiterhin.
Fazit: Wenig Neues unter der Sonne. Auch wenn das Buch schon etwas älter ist, bietet es nur eine Zusammenfassung von bekannten Fragmenten, jedoch kaum eigenständige Ideen. Tradestationbesitzer finden in der englischen Literatur und im Netz um Dimensionen besseres. Neulinge erhalten jedoch einen guten Einstieg.
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Fisher, Robert – Fibonacci Applications and Strategies for Traders (1993)
Fibonacci Applications and Strategies for Traders ist wie der Name schon sagt eine strategische Ausarbeitung der Elliott Wave Theorie für Trader. Die Einleitung bringt grundlegende mathematische Besonderheiten der Fiboreihe und einige Beispiele in der Natur und Architektur (Pyramiden). Die Einleitung könnte vertiefender sein, weckt aber auch beim unbescholtenen Leser zumindest ein wenig das Gefühl für die globale Ordnung. Die natürlichen Harmonien erstrecken sich weiter als selbst die Naturwissenschaft derzeit anerkennt. (vom Bereich der Atome und chemischen Elemente im Periodensystem, Größe, Gewicht und Umlaufzeiten der Planeten, Galaxien, Pflanzen und Tierreich, Primzahlen, Geometrie, Musik, Farbharmonie, Proportionen des menschlichen Körpers, und beeinflusste die antike Architektur, Kunst und Ästhetik)
Nachdem die Elliott Wave Theorie in Kapitel 3 in ihren Grundzügen erklärt wurde, geht es an die praktische Umsetzung. Das Buch versucht die Lücke zwischen Forecasting und Trading zu schließen, die Handelsstrategie wird unterteil in Correctionpatterns und Extensionpatterns. Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich mit dem Entry in einer 5er Welle. Lobenswert ist der Versuch mit Backtests die Qualität der Signale diskutierbar zu machen. Ein weiteres Kapitel Time Analysis beschäftigt sich speziell mit den Proportionen auf der Zeitgerade und der Integration von Preis- und Zeitanalyse.

An der Ausarbeitung kann nichts bemängelt werden, der Autor hat sich intensiv mit einer brauchbaren Umsetzung für Trader auseinandergesetzt. Obwohl Ew und Fibo als Grundlage einer Handelsmethode enormes Potential besitzen, gibt es nur wenige gute Bücher dazu. Zumeist werden sie in Tradingbüchern auf wenigen Seiten beiläufig abgehandelt. Das Trading nach Fibo ist jedoch nicht zu vergleichen mit den Pfeilwurf Strategien und Pseudotradingsetups, die von den meisten Autoren vorgestellt werden. Das Buch ist denjenigen zu empfehlen, die mit der Elliott Wave Theorie bereits vertraut sind und nun für die praktische Umsetzen bei der Definition eines Handelsplans und von Handelsregeln nach unterstützenden Ideen suchen. Die Kombination mit Kase oder DiNapoli bei denen Fibo und EW Bestandteile des Tradingframes sind, kann sich als nützlich erweisen. Auch Michael Gur kann man unter Umständen noch dazu zählen.

Auch Gann Trader die sich bisher nur peripher mit Fibonacci auseinandergesetzt haben, kann dieses Buch zu einem vertiefenden Verständnis der Elliott Wave Theorie und der natürlichen Marktharmonien beitragen. Man muss sich dennoch im Klaren bleiben: Die Elliott Wave Theorie ist keine homogenes Gebilde und es gibt unter neuzeitlichen Theoretikern sogar noch eine Kontroverse über eine grundlegende Kategorisierung von Correctionpatterns, Extensions usw. Wir besitzen heute noch ein steinzeitliches Verständnis der Marktordnung, mit einem vereinfachten Rahmen und die zukünftige Entwicklung wird auch die EW Theorie fortwährend weiterdifferenzieren. ****


Fisher, Mark B. – The Logical Trader Applying A Method To The Madness
Opening Range Patterns, wir Erinnerung uns an Crabel, werden von den Profis der Szene mit Erfolg eingesetzt. Ein Ansatz mit dem man es ohne großen Aufwand zum milliardenschweren Tycoon
schaffen kann? Ein weiteres Buch das sich mit dieser speziellen Thematik vertiefend auseinandersetzt, wird von Mark Fisher geliefert. Er nennt sein Methode ACD, nach Angaben des Autors eine vollständige Handelsmethode mit Opening Range und Pivot Punkten, die ohne hohen technischen Aufwand, für ihn seit 20 Jahren funktioniert soll und bereits von tausenden Schülern angewendet wird. Die exakte Berechnungsmethode der Opening Range wird nicht preisgegeben, wir erhalten nur den Hinweis, dass sie Volatilitätsadaptiv ist.
Liquidität und Volatilität im Underlaying sind Grundvoraussetzungen, damit die Strategie profitabel ist, ansonsten kommt es zu häufigen Fehlsignalen. Und hier sind wir auch schon beim Kern der Sache. Die Methode ist, wie sie in dieser Form vorgestellt wird, als vollständige Handelsmethode mangelhaft und muss auf das jeweilige Underlaying erst volatilitätsadaptiv angepasst und optimiert werden. Sie mag als Basis für Systemtrading genügen, benötigt aber umfangreiche Untersuchungen, um mithilfe von Indikatoren und anderen Filtern, Fehlsignale zu minimieren.
Fisher zählt nicht zu der Sorte von armseligen Trader-Ausbildern, die ihr Geld mit der Leichtgläubigkeit naiver Möchtegernaufsteiger verdienen. Er mag zwar ein erfolgreicher Trader sein, als Autor kann man ihm aber Mängel vorwerfen. Auch hat man ihn wiederholt für ein mangelhaftes Verständnis von Random Walk kritisiert. Es gibt zwar Substitute für sein Buch, es bleibt aber auf alle Fälle lesenswert und ist für alle Trader zu empfehlen, die sich für Opening Range Breakout Ansätze interessieren.

http://www.thelogicaltrader.net/index.html

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Gur, Michael – The Symmetry Wave Trading Method
Gur ist ein weiterer Autor, der den Versuch einer Systematisierung der Elliott Wave Theorie unternimmt, um sie für das praktische Trading nutzbar zu machen. Es geht darum die subjektiven Elemente aus der Wellentheorie und alternative Countszenarien zu eliminieren, indem die Wellenpatterns durch ein vereinfachtes Regelwerk organisiert werden. Dazu werden im ersten Schritt die Wellen entsprechend ihrer Degrees gruppiert, um in einem entsprechenden Timeframe agieren zu können, das labeln der Wellen wird vereinfacht. Einstiegssignale werden im Trend vorgegeben. Die Methode ist nicht kompliziert, im Grunde handelt es sich um einen simplifizierten Trendfolgeansatz der der Ross Methode nicht ganz unähnlich ist. Man könnte ähnliches mit einem einfachen Renko Chart anstellen und den gesamten Buchinhalt auf zwei Seiten komprimieren. Wie jede einfache Trendfolgestrategie kommt in Seitwärtsphasen zu Problemen. Da es keine Backtests und keine Monte Carlo Simulationen gibt ist kein Urteil über die Qualität der Strategie möglich. Anstatt ähnliches Vorzulegen, quält uns der Autor im letzten Abschnitt auch noch zusätzlich mit seinen Psychologie Weisheiten.

Die Wellentheorie hat von ihren zahlreichen Begründern und Theoretikern nicht ohne Grund ein kompliziertes Gesamtgefüge erhalten, denn es geht darum der Komplexität der Marktbewegungen gerecht zu werden. Durch eine Vereinfachung des Regelwerkes wird die Elliott Wellen Theorie zwar für den Trader leichter zu handhaben, damit geht aber auch ihr Potential verloren, die Vielfalt der Marktbewegungen zu erfassen. Wird ein komplexes System wie die Börse durch eine vereinfacht Theorie beschrieben, geht dies automatisch mit einem Verlust an Prognosequalität einher. Wer einigermaßen die klassische Wellentheorie beherrscht, wird die Symmetry Wave Trading Methode ohne Mühe outperformen.

Ähnliche Bücher zu dem Thema kommen von Neely und Fisher, die meines Erachtens beide besser geeignet sind, um die Basis der Wellentheorie für das praktische Trading nutzbarer zu machen.
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Haller, Gilbert – The Haller Theory of Stock Market Trends
Die Einleitung bietet einige allgemeine Überlegungen zur Börse und zu charttechnischen Elementen wie Volumen oder Zeit. Die weiteren Kapitel lassen eine Art Contrarian Thinking und Intermarket Analyse erkennen. Haller offeriert jedoch keine, wie man dem Titel zufolge annehmen könnte, Theorie über Preisbewegungen. Die Haller Theorie ist eigentlich eine Haller Investment Methode, die Fundamentaldaten, Charttechnik und Contrarian Thinking zu vereinen versucht. Kapitel 10 diskutiert die Methode detailliert in den einzelnen Jahren, Kapitel 11 gibt eine Übersicht über den angeblichen Profit der Methode von 1942 bis 1962 ohne ein Verlustjahr.
Ein altes Buch, das schwer zu bekommen ist. Haller lässt jedoch einige interessante Überlegungen einfließen, die auch heute noch von Wert sind. Investoren können es ohne weiteres einmal durchblättern.
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Hamon J.D – Advanced Commodity Trading Techniques
Bietet eine Zusammenfassung von einigen Trading Techniken, die bereits aus anderen Büchern bekannt sind, einige davon sind recht ausgefallen, wie Balance Point oder Ram Methode (eine Art lineare Regressionsmethode). Ein Sammelsurium aus Gann Winkeln, Speed Lines, Elliott Wave Techniken, Indikatoren, Chartpatterns, Zyklen usw.… kein Tradingframe, kein Moneymanagement, keine Backtests. Wer auf der Suche nach sinnlosen aber ausgefallenen Tradingideen ist, schlägt zu. Alternativ kann man anstatt des Buches auch Pfeile kaufen oder einen Primaten konsultieren.
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Hamon, J.D. – Breakthroughs in Commodity Technical Analysis (1985) 
Unterscheidet sich nur geringfügig vom Vorgänger Advanced Commodity Trading Techniques. Hamon bleibt seinem Stil treu, ausgefallene Tradingtechniken anzusammeln ohne deren Qualität zu überprüfen. Diesmal mit dabei: True Trend Line, Th Lines (Thrust Lines), Hamons Congestion Method, Fibos, Channels und einige Indikatoren. Sehr amüsant sind die Gravity Lines, die dem Autor zufolge von Gann entnommen sind. (werden von Hamon scheinbar mit Ganns Gravity Center des Master Price Time and Trend Calculators assoziiert)

Ein weiterer Ausflug in Hamons Märchenland, wo einem das Mana in den Mund fließt.
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Jäckel Peter – Monte Carlo Methods in Finance
Wann immer wir die hocheffizienten Märkte mit rein mathematischen Ansätzen bezwingen wollen, sind state of the art Entwicklungen angesagt. Riskmanagement ist ohne Zweifel ein bedeutender Schlüssel dabei und Monte Carlo Simulationen sind aus dem modernen Riskmanagement nicht mehr wegzudenken. Wenngleich Add-Ons zu Softwarepakete wie Rina Systems (zur Tradestation) oder Monte Carlo Lab (zum Wealth Lab Developer) sehr leicht zu handhaben sind und Monte Carlo Simulationen für fortgeschrittene Riskmanagementmodelle auch ohne umfassendem Hintergrundwissen ermöglichen, um ihr volles Potential ausnützen zu können und zur Konstruktion komplexer Portfolios mit mehreren Tradingsystemen, mehreren Underlayings, und einem hohen Diversifikationsgrad, ist eine vertiefende Einarbeitung in das Themengebiet unerlässlich. Das Buch von Jäckel eignet sich für fortgeschrittene Systementwickler und Portfoliomanager die mit den klassischen Modellen der Finanzmarkttheorie Schwerpunkt Risikomanagement arbeiten. Es rüstet den Leser umfassend mit Hintergrundwissen aus, fortgeschrittene Finanzmathematik und Finanzstatistik sind Grundvoraussetzungen. Die Arbeit ist sehr theoretisch gestaltet und für praktisch orientierte Trader eher ungeeignet.

Fazit: Sehr umfassendes und detailliertes Buch über den Einsatz von Monte Carlo Simulationen in der Finanzwelt. Empfehlenswert für Portfoliomanager und fortgeschrittene Systementwickler die auf dem Gebiet Riskmanagement vertiefend mit Moneymanagementmodellen arbeiten.
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Jones, Ryan – The Trading Game
The Trading Game beschäftigt sich speziell mit Moneymanagement. Das Buch gehört zur Pflichtlektüre für jeden, der professionelles Trading betreiben will. Moneymanagement kann aus einem System mit negativem Erwartungswert zwar kein profitables System machen, spielt jedoch die entscheidende Rolle dabei, Risiko und Performance eines Systems auszubalancieren. Damit wird Moneymanagement die Basis für den langfristigen Vermögensaufbau eines Traders. Ryan Jones vermittelt mit seiner Arbeit das Basiswissen über Moneymanagement, dass die Grundlagen jedoch nicht übersteigen. Im Gegensatz zu anderen sehr stark theoretischen Büchern ist es leicht verständlich und stark praxisorientiert, und damit ideal für Trader. Besprochen werden die klassischen Moneymanagementstrategien wie Martingale, Antimartingale, Fixed Fractional, Optimal f, Secure f und weitere Themen sind Overtrading, Pyramidisieren, Drawdowns, Risk of Ruin, einige Überlegungen zur Portfoliokonstruktion in Kapitel 10. Ohne weitere Vertiefung ist Kapitel 14 über Portfoliooptimierung für fortgeschrittene Systemtrader jedoch unzureichend.
Fazit: Sehr gutes Einsteigerbuch in Sachen Moneymanagement und Riskmanagement, das die Grundlagen leicht verständlich erklärt. Fortgeschrittene Systemtrader greifen in Kombination mit Tradestation und Rina Systems zu Vince.
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Jurik, Mark- Computerized Trading 
Der erste Teil des Buches bis Seite 150 enthält die Basics des technischen Tradings, also wiederum eine Auflistung zahlreicher Indikatoren, wie RSI, Stochastik, dann hin zu Orderarten und Moneymanagement. Es folgen im zweiten Teil Basics über das Testen von Systemen, Psychologie und Intermarketanalyse. Ab Kapitel 15 wird es interessanter und es geht um nichtlineare Analysemethoden, Fuzzy Logic, Genetische Algorithmen… Auf Neurale Netze wird in weiterer Folge genauer eingegangen, Kcat Ansatz usw. Es wird auch versucht, die Handelsideen zu vertiefen. Das Buch ist systematisch gut aufgebaut und erklärt auf gelungene und leicht verständliche Art und Weise.
Fazit: Ein recht gutes Buch, für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene.
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Katz & McCormick- The Encyclopedia of Trading Strategies
The Encyclopedia of Trading Strategies von Katz und McCormick sollte eigentlich das große Buch des Backtestings heißen. Hier wird wirklich alles getestet, von Breakout Ansätzen über gleitende Durchschnitte bis hin zu Saisonality und Neural Nets und das über alle Märkte. Aber das Buch erfüllt seinen Zweck und zeigt, dass die Suche nach einem dauerhaft profitablen System als schwierig gestaltet. Die allgemein bekannten Ansätze machen mal Gewinn und mal Verlust, unterliegen letztendlich dem Zufall und versagen in den Out of Sample Tests mehr als kläglich. Doch die meisten der getesteten Systeme sind sehr einfach gestrickt und nicht weiter verfeinert. Interessant die Kapitel über Neurale Netze und Genetische Algorithmen, die in den Out of Sample Tests am besten abschneiden. Hier wäre eine Vertiefung wünschenswert gewesen. Etwas sinnlos das lange hin und her über die verschiedenen Orderarten und die Auswirkungen auf die Systemergebnisse.
Fazit: Einsteiger in das Systemtrading bekommen einen guten Eindruck davon, wie hart sich die Suche gestaltet. Ein Buch, das die Augen öffnet, Fakten bringt und nicht schnelle Gewinne suggeriert. Mit diesem Buch erspart man sich hunderte Stunden sinnloser Backtests von Mainstream-Systemen der Marke MACD Crossover und erkennt, dass der Weg der Masse getrost auszuschließen ist. Negativ: Systemideen und Innovationen sucht man in dem Buch vergebens.
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Kaufman, Perry J.- Trading Systems and Methods
Trading Systems and Methods von Perry J. Kaufman gehört zu den umfangreichsten Büchern zum Thema Systemtrading, die ich kenne. Regressionen, Zyklen, Gann, Point & Figure, Weekday Pattern, Indikatoren, Risikokontrolle, DeMark´s Sequential und Systemansätze verschiedenster Autoren… Bei all dem geht leider die Übersicht und der Tiefgang verloren, die konsequente Umsetzung eines Ansatzes findet man daher nicht. Ein roter Faden fehlt. Wer auf der Suche nach Ideen ist und diese selbstständig weiterführen kann, wird hier jedoch fündig, auch wenn das Meiste schon in anderen Büchern zu finden ist. Als Lexikon zum schnellen Nachschlagen gut, für die eigenständige Systemkonzeption jedoch mangelhaft.
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Kase, Cynthia – Trading With The Odds: Using the Power of Statistics to Profit in the futures Market 
Trading gilt zwar als Männerdomäne, einer der ganz großen Namen im Business ist aber Cynthia Kase. Eine Reihe von Indikatoren, Tradingmodellen und diversen Weiterentwicklungen die im Umlauf sind, werden mit diesem Namen verbunden. z.B. Kase’s Adaptive Devstop (Volatilitäts Stop), Kase PeakOscillator, Kase Permission Stochastic. Ihr berühmtes Buch Trading With The Odds erschien im McGraw- Hill Verlag, ein weiterer renommierter Verlag für Börsenliteratur. Veröffentlich 1996 gehört es bereits einer alten Generation des systematischen Tradings an. Kase nähert sich den Märkten als ausgebildete Ingenieurin zwar prinzipiell vom mathematisch-systematischen Ansatz her, besitzt aber auch ein intuitives Gespür für die natürliche Harmonien und fraktale Natur der Kursbewegungen, wie sie in der Elliott Wave Theorie zur Anwendung kommen. Sie vollzieht damit, im Gegensatz zu den meisten ihrer Kollegen, einen ersten Schritt zu einem integralen Verständnis der Märkte, das nicht mehr auf einer begrenzt technischen, ökonomischen, finanztheoretischen oder statistischen Perspektive angelegt ist. Dementsprechend umfassend wird auch ihre Ausarbeitung, die für viele monoton- analytisch-logisch konditionierte Individuen (linke Hirn-Hemisphäre) des modernen Gesellschaftsystems schwer nachvollziehbar ist.

Das Buch beginnt harmlos mit einigen persönlichen Handelsregeln, adaptive Indikatoren, Filtermethoden, Chartformationen, den Grundlagen der Statistik und der Elliott Wave Theorie und geht dann über zur Rahmenkonstruktion einer eigenen Forecastingmethode. Eine Reihe von Neuentwicklungen werden vorgestellt, die zur Verbesserung des Market Timings beitragen sollen (Synthetic Bars, Tick Volume Bars, Kase PeakOscillator). Zwar treten Kenntnismängel der Elliott Wave Theorie ans Tageslicht, Kase ist aber sichtlich bemüht, unterschiedliche, teils divergierende Ansätze zu kombinieren, um ihre Stärken zu einer eigenen Methode zusammenzufassen.

Fazit: Das Zusammenfügen von technischen Elementen(diversen Indikatoren), statistischen Gesetzmäßigkeiten, Volatilität, Monte Carlo Simulationen und Elliott Wave macht Kase zu einer Ausnahmeerscheinung in der Reihe von renommierten Autoren. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass sie in der modernen Tradingliteratur den Beginn eines integralen Verständnisses der Märkte markiert. Das macht sie auch für Finanzastrologen, fortgeschrittene Researcher von Gann, Elliott und Neowaver interessant. Wenngleich ihre Ausarbeitung noch nicht differenziert genug ist, um eine Revolution einzuleiten, es ist ein Trend der sich bei Bill Williams-Trading Chaos fortsetzt (z.B. MFI Indikator und Elliott Wave- auch wenn sein Buch ein harter Fehlschlag ist), in gewisser Weise auch bei Jurik, Jenkins, Gilmore und Meridian zu erkennen ist und weiter an Beliebtheit gewinnt.

Gehört noch immer zur Standartliteratur des Systemtradings.
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Kaeppel, Jay – The Four Biggest Mistakes in Futures Trading
Das Buch wird zu Recht häufig als Geschenk bei Zeitschriftenabos oder ähnlichem beigelegt. Erster Fehler laut Kaeppel: Kein Tradingplan, zweiter Fehler: Overtrading, dritter Fehler: mangelndes Risikomanagement, vierter Fehler: mangelnde Disziplin.
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Kaeppel, Jay – The Option Trader’s Guide To Probability, Volatility And Timing (2002)
Das Kaeppel nicht nur kommerziellen Schrott wie The Four Biggest Mistakes in Futures Trading produziert, sondern auch anders kann, zeigt er mit seinem Buch The Option Trader’s Guide To Probability, Volatility And Timing. Optionen gehören zu den komplexesten Finanzmarktprodukten, zugleich bieten sie die größte Bandbreite an möglichen Strategien. Wenn man sich an das Thema heranwagt muss man sich mit einigen ausgezeichneten Werken messen. Es gibt sehr gute Bücher über Optionstrading vor allem aus dem finanzwissenschaftlichen Bereich in Kombination mit Optionsstrategien, Risk- und Moneymanagement mit stark mathematischem Background. Im Gegensatz zu den mathematischen Ausarbeitungen der Experten bietet Kaeppel eine einfache Einführung in das Optionstrading, dass die wichtigsten Informationen komprimiert enthält, wie Optionspreismodelle, Volatilität und diverse Optionsstrategien. Auch das Schreiben von Optionen wird diskutiert. Es ist professioneller ausgearbeitet und insgesamt viel besser gelungen, als beispielsweise das Buch von Schäfer.

Optionstrading kann nur auf hohem Niveau erfolgreich ausgeführt werden und das Buch von Kaeppel wird nicht ausreichen, um dieses zu erreichen. Dennoch ist es ein brauchbarer Einstieg in das Optionstrading. Heute gibt es neue Konstrukte wie CFDs, Clickoptions, diverse Bets, die große Gewinne versprechen und den alten Optionen den Rang abgelaufen haben. Sie suggerieren bei Novizen den Anschein, auf viel einfacheren Weg den Traum vom schnellen Geld verwirklichen zu können. Das Optionstrading bleibt aber eine Königsklasse für professionelle Trader.
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Kaufman , Perry J. – Smarter Trading
Kaufman ist technisch orientiert und zählt zu den respektieren Autoren in der Tradergemeinschaft der bereits seit den 70er Jahren diverse Artikeln veröffentlicht, wie beispielsweise im renommierten Journal of Futures Markets, Futures, Technical Analysis of Stocks and Commodities and Futures Industry. Eine Reihe von Büchern erschienen unter seinem Namen, darunter das sehr gute New Trading Systems & Methods 2005, A Short Course in Technical Trading 2004, Global Equity Investing 1997. Weitere Bücher die im John Wileys & Sons Verlag erschienen sind Trading Systems and Methods 1998, The New Commodity Trading systems and Methods 1987 The Concise Handbook of Futures Markets 1986, The Handbook of Futures Markets 1984, Technical Analysis in Commodities 1980, Commodity Trading Systems and Methods 1978.Point-and-Figure Commodity Trading Techniques, zählt meines Wissens nach zu den Erstwerken und erschien im Investors Intelligence 1975.

Smarter Trading erschien 1995 und gehört damit in die mittlere Entwicklungsphase des Autors. Die Einleitung beschäftigt sich mit einigen allgemeinen Problemen des Tradings wie Preisverteilung Market Noise usw. Kapitel 4 setzt sich speziell mit Risikomanagement auseinander, darunter Risk-Measurement, Korrelationsanalyse, Drawdowns, Risk of Ruin und Riskprotection-Strategien (z.B. Diversifikation). Der zweite Teil versucht Trading Strategien zu entwerfen und anhand von Backtests zu analysieren. Zu diesem Zweck experimentiert der Autor mit Profit Targets und Stop Loss Marken, um die Auswirkungen auf eine Tradingstrategie diskutieren zu können. Er zeichnet sich durch eine realistische und nüchterne Perspektive aus, die stets Vor- und Nachteile zu analysieren versucht, ohne dogmatische Voreingenommenheit. Weitere Themen sind einige Tradingtools wie Adaptive Gleitende Durchschnitte, Kapitel 9 gibt eine Einführung in Neurale Netze. Die Konstruktion einer robusten Tradingstrategie durch Optimierung und Vermeidung von Curve Fitting sind die Hauptthemen des dritten Abschnittes.

Der Autor bereichert uns zusätzlich mit vertiefenden Überlegungen zur Datenqualität der Testreihen die zu einer massiven Beeinflussung der Backtestingergebnisse führen können. Hier zeigt sich das besondere an Kaufman, nämlich sein Weitblick für Probleme die sich dem Systemtrader stellen, die zuvor meist nicht berücksichtigt werden, in der Realität aber sehr wohl die Tradingergebnisse stark beeinflussen. Kaufman bringt sehr viel praktische Erfahrung mit, die anderen Autoren fehlt. Dadurch ergibt sich zwar ein kompliziertes Gedankengewebe, zugleich jedoch auch ein umfassendes Gesamtbild für die Problematik des Systemtradings. Er kennt die Grenzen mathematischer Ansätze und er ist fair genug, dem Leser die rosa Brille von der Nase zu nehmen. Smater Trading zählt vielleicht zu den besten Einführungsbücher in das systemorientierte Denken. Die Ausarbeitung ist strukturiert und gut durchdacht, umfassend und dennoch komprimiert, leicht verständlich und noch ohne Spezialisierung. Kaufman ist ein ausgezeichneter Autor, seine Bücher sind professionell und haben einen festen Platz im oberen Segment der Tradingliteratur. Er liefert Fakten und vermittelt im Gegensatz zu Ehlers die Grundlagen des systemorientierten Tradings. Es gibt keine Floskeln oder Binsenweisheiten wie bei den ordinären Trading-Educatoren (z.B. Bernstein), kein Dogmatismus wie beispielsweise bei Ross (gegenüber dem Systemtrading). Er vertritt ein konservatives Image und nimmt dem systematischen Trading gegenüber eine realistische Perspektive ein, die häufig mit Skepsis durchmischt ist.

Damit bildet Kaufmann die Grundausstattung im Bücherregal von Systementwicklern. Er ist die erste Adresse für Einsteiger in das systemorientiete Trading. Obwohl er zu den alten Hasen im Geschäft zählt, hat sein Name jedoch nie große Berühmtheit erlangt. Bei Kaufman fehlt einfach die letzte Durchschlagskraft. Obwohl er viel Erfahrung und Hintergrundwissen einbringt, konnte er nie die Bekanntheit eines Larry Williams oder Ricky Cheungs in der Tradingindustrie erlangen. Es gibt kein berühmt gewordenes Tradingsystem das seinen Namen trägt, keine Schlagzeilen
über außerordentliche Performance oder revolutionäre Entwicklungen.
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Kim, Charles – Swift Trader (2000)
Charles Kim ist Mitarbeiter (Trader Ausbilder) bei Swifttrade.com einer Direct Access Day Trading Firma in Kanada und dementsprechend rührt er auch die Werbetrommel, jedoch ohne dabei unangenehm zu werden. Ausführlich berichtet wird über Marginhandel, Orderrouting, Routingsysteme, ECNs und Vorteile eines Direct Access Day Trading DAD gegenüber dem konventionellen Online Day Trading. Level II und Time of Sales werden tiefgehend diskutiert, das Lesen von Level II zum triggern von Trades und die Tricks der Market Makers wie Headfakes oder Fading the Trend. Der Handel nach Level II ist eine Tradingmethode die viel Erfahrung, die gute Nerven, Disziplin, schnelles Auffassungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit über lange Zeiträume benötigt. Es ist eine interessante Art zu Traden und wer als Frau oder Mann der Tat mit analytischen Ansätzen, Charttechnik, Fundamentalanalyse, Finanzastrologie oder Systemtrading nichts anfangen kann, wird sich hier vielleicht wohler fühlen.
Der Autor hat zweifelsfrei Ahnung von seinem Spezialgebiet Orderrouting und Level II. Sein Schreibstil ist typisch für einen praxisorientierten Trader, flott und ohne große Schnörkel. Es ist letztendlich ein Einsteigerbuch in die Tradingthematik mit Spezialisierung DAD, dass daher einige Zusatzinfos bieten, die in den anderen Standartbüchern zum Trading nicht enthalten sind.
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LeBeau, Charles- Daytrading Systems & Method  
Im kurzgehaltenem Daytrading Systems & Methods führt Charles LeBeau elf sehr einfache, aber ausbaufähige Handelsideen an. Es finden sich darunter Pivotsignale, einfache Signale von RSI und Stochastik Divergenzen, Gaptrading usw. Als eigenständige Systeme jedoch zu wenig. Muss man nicht lesen.
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Landry, Dave – Landry Dave on Swing Trading
Dave Landry stellt Tradingsetups im EOD Timeframe vor. Die einfach gehaltenen Strategien basieren auf charttechnischen Signalen wie GAPs, Range Breakouts, Retracements, einige Formationen die nur wenige Bars umfassen, kombiniert mit Indikatoren wie Ema Crossovers und ADX. Der Autor versucht den Stil von Jeff Cooper zu imitieren, die Beschreibung der Setups erfolgt sogar ganz nach demselben Schema. Der Vorteil liegt darin, dass klar definierte und komprimierte Regeln vorliegen, der Nachteil sind teilweise Pseudo Trading Setups die, ohne Backtests wenig Wert für professionelles Trading besitzen. Es gibt aber auch Ansätze zum systematischen Trading, diverse Systeme werden vorgestellt wie Oszillator Swing Trading System, Trin Reversal, CVR3 mit einem Tradestation Performance Report und Backtesting Kennzahlen. Das Standard Psychologiegeplapper (work hard, think positive) am Ende darf man wieder überblättern. Das Buch ist einfach und salopp dahin geschrieben ohne tiefsinnige Gedanken vortäuschen zu wollen.

Fazit: Einfaches Buch über Tradingsetups, eine Mischung aus Raschke und Cooper, wer mit dem Stil etwas anfangen kann, wird nicht enttäuscht sein. Kein ausgearbeiteter Tradingplan, benötigt eigenständige Weiterentwicklung der Handelsideen.

http://www.davelandry.com/

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McDonald, Michael – Predict Market Swings with Technical Analysis (2002) Knapp die Hälfte des Buches dreht sich um ein Stock Price Model für Dummies, Kapitel 4 Einführung in die technische Analyse ist ein Witz. Man ahnt es, auch zu Gann und zur Elliott Wave Theorie (mit Horror Fehlcounts z.B. S 130) müssen unprofessionelle Bemerkungen kommen. Besser sind die Ausführungen zum Contrary Thinking, Sentiment Indikatoren (wie PutCall) und Vix. Einige Handelssysteme werden kurz angeschnitten. Alles in Allem aber ein sehr schwaches Einführungsbuch ins Trading das dem Wiley Verlag nicht würdig ist. Kein Handelsplan, keine brauchbare Strategie oder Methode für Swingtrader.

Fazit: Ab in den Ofen zusammen mit Elder, Master Swing Trader und dem ganzen anderen Schrott der Trading Ausbilder.
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Merril, Arthur A.l – Filtered Waves (1977)
Ein weiterer Systematisierungsversuch der Elliott Wave Theorie, also die Konstruktion einer mechanische Handelsmethode auf Basis der Wellentheorie. Das Grundgerüst ist die Wellenklassifikation anhand der Amplitude. Die seitenlangen Beschreibungen des Autors wie man die Filtered Waves konstruiert, entsprechen im Grunde den Konstruktionsbeschreibungen eines Renko Charts. Der Autor versucht in weiterer Folge zu ermitteln, welche prozentuellen Marktschwünge man aufgrund der Kurshistory erwarten kann. Ausführlich wird das Ganze anhand des Dow Jones durchgerechnet.

Im Grunde wieder eine Renko Long(weißer Brick), Short (roter Brick) Methode, ähnlich wie sie Krausz in Gann Swing Plan präsentiert, jedoch kombiniert mit einigen statistischen Überlegungen. Als Handelsmethode in dieser Form noch nicht brauchbar.
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Müller, Georg – Daytrading
Müller liefert ein typisches Einsteigerbuch für Trader. Themen sind notwendige psychologische Voraussetzungen wie Geduld und Disziplin, technische Ausstattung, grundlegende Überlegungen zu Brokerwahl, Software, Mindestkontogröße, Kommissionen, Marginhandel, Orderrouting, Level II, Orderarten. Das Kapitel Grundlagen der Charttechnik zeigt einige Formationen und Indikatoren. Das Buch ist sehr einfach gehalten und richtet sich an absolute Neulinge. Auch ein Kapitel Risiko- und Moneymanagement übersteigt einfachste Gedankengänge nicht.
Fazit: Typisches Einsteigerbuch für Daytrader, bietet einige allgemeine Informationen zum Thema. Die Ausarbeitung befindet sich im Mittelfeld vergleichbarer Werke.
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Nauzer J. – Money Management Strategies for Futures Traders
Nauzer muss sich mit den großartigen Büchern von Vince und van Tharp messen. Es gelingt ihm zwar nicht, ihre Arbeiten zu übertreffen, dennoch ist sein Buch ist gut gelungen. Die wichtigsten Themen sind mit dabei: Dynamics of Ruin, Diversification, Fixed Fraction, Optimal f usw.
Fazit: Einfach und praxisorientiert, die Grundlagen des Moneymanagements werden offenlegt. Fortgeschrittene Systemtrader greifen zu den vertiefenden Werken von Vince.
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Oz, Tony – The Stock Trader
Das Buch startet von Grund auf, erklärt Barcharts und tradingspezifische Begriffe. Oz beschreibt 20 Tage lang detailliert seinen Intradayhandel anhand realer Tradingbeispiele. Zu seinen Tätigkeiten zählen das erstellen einer Watchlist, Aktienscreening, Entries, Stops, Exits und diverse Gedankengänge im Tageshandel. Seine Tradingstrategien sind einfache Setups basierend auf charttechnischen Elementen wie Breakouts, Triangels, Unterstützungen und Widerstände. Oz verfolgt jedoch eine subjektive Herangehensweise die teilweise planlos wirkt und nicht als Lehrbeispiel eines Tradingplans gelten kann.
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Pruitt, George & Hill, John – Building Winning Trading Systems
Ein weiterer Bauernfänger unter den Trading- Büchern; was haben sich die Herren von Futures Truth nur dabei gedacht? Die Erklärungen zu Easylanguage sind im kostenlosen “Easylanguage Reference Guide” besser, die Anleitungen im Umgang mit der Ts fehl am Platz. Von dem Kapitel, in dem die Systeme vorgestellt werden, hätte ich mir mehr erwartet, einige veralteter Ansätze mit Bollingerbänder machen noch kein Buch über “Winning Tradingsystems”. Endlose Seiten mit Syntax wären besser auf einer CD aufgehoben und ein sinnloses Kapitel über Optionen erfüllen den Zweck der Seitenfüllung. Positiv die Interviews am Ende des Buches, hier finden sich wirklich die großen Namen ein, wenngleich diese hier mehr Werbung für ihre eigenen Systeme machen, als Erfahrungen preis zu geben. Fazit: Nur für Anfänger, “Winning Systems” sucht man vergebens.
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Person, John L. – A Complete Guide to Technical Trading Tactics
Person liefert eine brauchbare Einführung in das charttechnisch orientierte Trading. Nach einer etwas langatmigen Einleitung mit Infos zum elektronischen Trading und diversen ökonomischen Indikatoren, geht’s erst nach etwa 50 Seiten zur den Grundlagen technischen Analyse. Mit Erklärungen zu den diverse Chartarten(Barchart, Candlestick), Volumen, Open Interest, Chartformationen, Trendlinien, Indikatoren. Die im Title versprochenen Tradingtactics beschränken sich eigentlich auf das klassische Pivot Point System. Person bleibt auf einem subjektiven Level und liefert keine Backtests.

Fazit: Ein recht sympathischer Autor ohne große Star Allüren, der fundierte Informationen für Tradingeinsteiger bietet. Das Buch befindet sich gemessen am Einsteigerniveau im guten Mittelfeld, ist vergleichbar mit Elder – Come Into My Trading Room, Farley – The Master Swing Trader und Deel, Robert – The Strategic Electronic Day Trader.
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Rudd, Barry- Stock Patterns for Day Trading
Rudd Barry liefert typische Bücher eines Trading Educators. Stock Patterns for Day Trading ist ein schwaches Buch. Rudd beschreibt darin simple Handelstechniken basierend auf einfachster Charttechnik, darunter Breakouts aus Trading Ranges, diverse Einstiegspunkte mit ein oder zwei Bars, wide range days, reversal bars, Dreiecke, Support und Resistance. Unzählige Praxischarts sollen die Nützlichkeit der Handelstaktiken unter Beweis stellen. Einige Orderbuchstrategien werden angehängt. http://www.barryrudd.com/index.htm
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Ruggiero, M.A.- Cybernetic Trading Strategies
Cybernetic Trading Strategies von M.A.Ruggiero Jr. richtet sich an fortgeschrittene Tradestation-User und macht zweifelsfrei Arbeit. Sehr umfangreich, viele Systemansätze und ELA Code´s, auch grundlegende Statistik. Viel Intermarket, Fans dieser Analysemethode kommen hier auf ihre Kosten. Interessante Kapitel zum Thema Fuzzy Logic und Neurale Netze. Mehr Tiefgang zu letzterem wäre noch wünschenswert, gehört jedoch zu den guten Büchern in Sachen Systemtrading. Guter Einstieg in das Thema NN, auch wenn das Buch schon etwas älter ist.
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Raschke, L.B.- Top Trading Gewinne
Top Trading Gewinne von L.B. Raschke ist ein gelungenes Buch für Swingtrader, die auf der Suche nach einfachen Handelsstrategien sind. Der Stil ist im englischen Original kurz und bündig, teilweise im Interviewstil, dies beeinträchtig jedoch nicht den Inhaltsreichtum des Gesagten. Die Strategien sind brauchbar, bauen zum Teil auf charttechnische Formationen auf, teilweise auch indikatorenlastig. Keine Ausnahmesetups.
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Ross, Joe- Chartformation Ross-Haken
Im Buch Charformation Ross-Haken dreht sich alles, wie der Titel schon verrät, um den Rh. Das Buch ist gut gelungen, vermittelt der erste Teil doch, dass es für den diskretionären Futurestrader vor allem darauf ankommt, den Chart zu lesen und mit dem Trend gehen zu können. (Diskretionärer Handelsansatz= nicht vollständig systematisierter Handel, der Trader besitzt zwar einen groben Handelsplan und Handelsregeln mit Einstiegssignalen, die tatsächlichen Handelsaktivitäten bleiben aber flexibel und werden dem entsprechendem Marktverhalten adaptiv angepasst. z.B. variables Positionsmanagement, variable Stop Loss Größe). Es kommen die Kräfte zur Sprache, die sich hinter den Marktbewegungen verbergen, die genaue Anwendung des Hakens in der Praxis, Orderplatzierung, Moneymanagement usw. Ab Seite 140 geht es um die Filtermöglichkeiten des Hakens mit Indikatoren wie dem CCI, den Bollingerbändern und der Stochastik. Ob diese auch tatsächlich wirksam sind, bleibt im Dunkeln. Skepsis ist angebracht, da ein mechanischer Test fehlt. Ab Seite 250 wird es mit dem Kapitel reine Haken wieder puristischer und es dreht sich wieder alles um das Lesen von Charts. Ohne die Ross-typische Selbstverherrlichung der eigenen Methode wäre der professionelle Eindruck rundum gelungen……. — Vier von fünf Sternen —
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Ross, Joe- Trading ist ein Geschäft
Im Buch Trading ist ein Geschäft geht es vor allem um die Einstellung zum Trading und dem psychologischen Background. Wenn Sie eine seitenlange Standpauke erhalten wollen, wie dumm Sie bisher waren und warum die Ross Strategien funktionieren sollten, sind Sie hier richtig. Dies wird jeder mit seiner subjektiven Meinung anders sehen, ich halte Kapitel wie den Lebensindex jedoch für nicht wirklich notwendig. Ab Seite 136 kommen erst die Strategien zur Sprache, wieder der Rh, 123 Hoch/Tiefs, Schiebezonen, Moneymanagement, Orderplatzierung usw…. Wenige praktische Tradingbeispiele, wenig über das Lesen von Charts. Einsteiger bekommen jedoch eine Ahnung vermittelt, worum es beim Trading geht.
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Ross, Joe- Tagesgeschäft an den Futuresbörsen
Wenngleich die Bücher von Joe Ross für die praktische Umsetzung im Daytrading brauchbar sind, wird die Materie kommerziell zu stark hochgepusht. Die Methoden basieren auf einfachsten charttechnischen Formationen, gepaart mit Positionsmanagement, Moneymanagement und Handelsdisziplin. In dem Buch Tagesgeschäft an den Futuresbörsen geht es im ersten und theoretischen Teil vor allem um Konsolidierungen und Schiebezonen, aber auch Ross Haken, 123 Hochs/Tiefs usw. Ab Seite 140 folgen Unmengen an Charts, die die Profitabilität der Strategien in der täglichen Handelspraxis beweisen sollen.
Ross, der sich in seinen Büchern gerne als der nette Onkel von nebenan darstellt, übersimplifiziert das Trading und entfernt sich zu weit von der tatsächlichen Komplexität der Märkte. Er vermittelt dem Leser das trügerische Gefühl für die Futuresmärkte bereit zu sein, was sich schnell als ein tödlicher Fehler herausstellen wird. Der Leser verliert beim Studium der Bücher den Kontakt zur Realität. Tatsache ist, dass der Ross Haken als Trendfolgeansatz in Seitwärtsmärkten üble Verluste einfährt (und dünne, lange Seitwärtsmärkte stehen im Intradayhandel an der Tagesordnung).
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Stendhal, David C. – Dynamic Trading Indicators
Stendal beschäftigt sich mit Value Charts, die im Gegensatz zu Bar Charts keine konstante Preisachse besitzen, sondern das relative Verhältnis zwischen Preis und Fair Value darstellen. Das Problem stellt natürlich die Bestimmung eines Fair Value dar. Es ist dennoch eine interessante Idee, mit der sowohl Charttechniker als auch Systementwickler experimentieren können. Sie eröffnet eine neue Palette von Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Rebound Strategien in Kombination mit Bollinger Bändern. Der zweite Teil des Buches versucht Tradingsysteme zu entwerfen. Stendahl liefert Backtests und Tradestation Performance Reports. Das Buch hat eine professionelle Aufmachung und ist gut gearbeitet. Da relative Preis Charts in den wenigsten Softwarepaketen integriert sind, benötigt man zur Umsetzung der Ideen zumeist eigene Programmierkenntnisse.
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Sweeney, John – Campaign Trading
Sweeny baut seine Strategie auf den Erkenntnissen von Sherry auf, der in seinen Preisuntersuchungen herausfand, dass sich die Market nicht immer zufällig verhalten, sondern temporäre Zeitfenster öffnen, innerhalb derer technische Werkzeuge wirksam eingesetzt werden können.

“Evidence of order in the markets came from Cliff Sherry in the198Os, when he pointed out that our conventional statistical analysis might be misleading us. In his first book, Dr. Sherry asked whether financial time series were truly random, independent, and stationary. He provided techniques for determining first stationarity (whether the rules for creating prices were changing or not); then dependence (whether prior prices have any impact on current prices); and then randomness (whether today’s price or the change in price is a coin toss). In applying the techniques to real-world
data such as the S&P 500, he found data that were indeed stationary, contained serial dependencies, but evidenced random price changes. In most trading within a certain temporal window, past prices have an impact on future prices, but within that range of dependence, price changes occur randomly.”

2 Paul Cootner, The Random Character of Stock Prices (Cambridge: MIT Press 1964).
3 Clifford J. Sherry, The Mathematics of Technical Analysis (Chicago: Probus 1992).

Sweeny versucht dem Leser den notwendigen Stoff zu vermitteln, um einen eigenen Handelsplan erstellen zu können. Dazu werden diverse technische Instrumente dem jeweiligen Marktverhalten entsprechend ausgewählt und in einen Tradingplan integriert. Er behandelt Trendtrading und Countertrend Strategien, richtiges Backtesten, bringt diverse Überlegungen zum Risikomanagement, zur Stop Platzierung und setzt sich mit anderen Problemen auseinander, die sich dem Trader stellen. Er bietet strategische Überlegungen zum Aufstellen eines Tradingplans und leistet damit Hilfestellung für Trader, die Probleme bei ihren bisherigen Umsetzungen haben.

John Sweeny hat Plan. Er ist kein ein Quacksalber, liefert Fakten und hat eine strukturiere und strategische Denkweise. Als technischer Editor von Stock & Commodities besitz er ausgezeichnete Literaturkenntnisse und scheint einigermaßen mit den derzeit vorhandenen Softwarepaketen vertraut zu sein. Dennoch ist Campaign Trading kein außergewöhnliches Buch und stellt keine neuen Entwicklungen vor. Er liefert keine fertigen Tradingstrategien, aber in Kombination mit Kaufman erhält man eine Einführung in die Denkweise des systemorientierten Tradings, und das notwendige Basiswissen, um einen Tradingframe konstruieren zu können.
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Turner, Michael P. – Daytrading Into The Millennium Daytrading 
Into The Millennium von Michael P. Turner richtet sich nur an absolute Tradingeinsteiger, die Informationen rund um das Day-Trading suchen. Das Buch startet von Grund auf, besprochen werden Orderarten, Moneymanagement, Psychologie beim Trading, Execution Systems wie SOES, Level 2 usw. Es finden sich leider keinerlei Highlights in dem Buch, keine Tradingstrategien, keine Praxisbeispiele.
Fazit: Nur für absolute Einsteiger. Infos rund ums Traden.
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Williams, Bill- Trading Chaos
Das Buch schafft es, über ein spannendes Thema, viel Lauwarmes zu erzählen. Der Autor gibt an, 90% der Trader machen Verluste, weil sie die falsche Einstellung gegenüber die Natur des Marktes haben, der Autor hält jedoch keine wirklich brauchbaren Lösungsvorschläge bereit. Viel Allgemeines über die fraktale Geometry, wenig Fakten. Beinahe lächerlich die Ausführungen wie man vom Novice Trader zum Experten wird. Sätze wie:”Folgen Sie dem Trend” wirken beinahe schon verhöhnend. In weiterer Folge geht es um die Elliott Wellen Theorie in Kombination mit dem MFI Indikator, Volumen und MACD. Die Ausführungen werden zwar etwas genauer, für die erfolgreiche Anwendung der Elliott Wave Theorie in der Praxis jedoch viel zu wenig.
Fazit: Weder Fisch noch Fleisch, viel Allgemeines, wenig Fakten. Ein profitabler Trader wird man mit Hilfe dieses Buches kaum.
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Weintraub, Neal- Die Tricks der Floortrader
Der ehemalige Floortrader und nun Tradingcoach Neal Weintraub liefert mit Die Tricks der Floortrader ein typisches Buch eines ehemaligen Traders. Kurz und bündiger Schreibstil, kaum Charttechnik, geschweige denn Indikatoren, wenig Schwarz oder Weiß… viel Grau. Es fließt die Erfahrung eines Händlers ein, er erzählt Geschichten rund ums Parkett und einige Tricks, die man sonst nirgends lesen kann. Ich meine, das Buch richtet sich an erfahrene diskretionäre Trader, die noch den einen oder anderen Tipp eines alten Hasen hören möchten. Weiteres werden Spreads, das Verhalten vor Nachrichten, Point & Figure, Pivots usw. erwähnt. Trader auf der Suche nach dem heiligen Gral sind hier falsch. Persönlich habe ich das Buch als unterhaltsam, aber auch als bereichernd empfunden.
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