Bücher zur Gann Theorie

Balliett, Dow L – How To Attain Success Through The Strength Of Vibration
Numerologie – Für die Einen reiner Aberglaube basierend auf synkretischer Logik prärationaler Entwicklungsstufen, für die Anderen Geheimwissenschaft und Königsweg der Bewusstseinstransformation. Balliett hat eine ganze Reihe von Büchern zur Thematik verfasst, die häufig als kleine Revolution innerhalb der westlichen Numerologieströmungen betrachtet werden. Das in diesem Buch vorgestellte System geht der Autorin zufolge auf Pythagoras, Plato und einem verhüllten Bibelcode zurück. Balliett liefert jedoch nur eine kurze und recht oberflächlichen Einführung in die Geburts- und Namensnumerologie. Auf die Verbindungen zu mathematische, geometrische, musikalische, astrologische Harmonien, Farbharmonien und esoterischen Elemente- und Kristalllehren wird nicht eingegangen. Verbindungen zu spirituellen Strömungen fehlen ebenso, ein tieferes Verständnis für den Platz der Numerologie innerhalb transpersonaler Entwicklungsmodelle scheint bei der Autorin zu fehlen. Neben The Philosophy of Numbers jedoch ein lesenswertes Buch von Balliett für Gann-Researcher.
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Bayer, George – The Egg of Columbus – The Hidden Movements in Stocks and Commodities Markets
Unter den neuzeitlichen Pionieren der Finanzastrologie gilt George Bayer neben Gann als einer der geheimnisvollsten Vertreter. Seinen mystischen Ruf verdankt er wie Gann der Tatsache, dass er seinen Büchern eine stark esoterische Färbung mit verhüllten Anspielungen auf astrologische Prognosetechniken mitgab. Neben George Wollsten Expert Stock & Grain Trader, ein Buch, das stark Ganns Novelle The Tunnel Thru The Air ähnelt, gehört vor allem The Egg of Columbus zu dieser Kategroie von Büchern. Ob die verhüllten Beschreibungen letztendlich nur Unzulänglichkeiten im Wissenssystem kaschieren sollen und die Folge von Unfähigkeiten zu adäquater Artikulation sind, sei dahingestellt. 
In dem besagtem Buch versucht Bayer eine etwas nervige Analogie von Aktienmarktzyklen und einem Gängemenü(!) herzustellen. Es dürfte sich dabei schwerpunktmäßig um Jupiter-Saturn drehen, eine einwandfreie Interpretation um welche Zyklen es sich handelt, ist aufgrund der vom Autor preisgegebenen Informationen nicht möglich. (Der First Trade Chart wird von Bayer auf den 17.5.1792 angelegt) Es gibt auch Hinweise auf die Ellipsentechnik. Wenn sich hinter dem Werk die Absicht einer Mystifizierung von Naturgesetzen, astrologischen und astronomischen Zyklen, oder Anspielungen auf Bibelcodierungen verbergen, dann ist dieser ordentlich misslungen. Weiters negativ: Eine undifferenzierte Kritik am modernen naturwissenschaftlichen Weltbild mit einer retroromantischen Verherrlichung vorindustrieller Kulturen im Vorwort des Buches, die von einer groben Unkenntnis gegenüber ganzheitlicher Entwicklungsmodelle zeugt.
Fazit: Muss weder von Finanzastrologen noch von Gann-Interesseten gelesen werden. Es gab angeblich eine Phase, in der das Buch angeblich für 25.000$ gehandelt wurde. (laut Pesavento in Planetary Harmonics) 
Analyse im Netz http://mysite.verizon.net/bonniehill/pages.aux/astroecon/hans.crash97/crash97.html
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Bayer, George – Golden Nuggets for Stock and Commodity Traders
Bayer, George – Bible Interpretation
Bayer, George – George Wollsten Expert Stock & Grain Trader 

Die Nichtdifferenzierung von Mystik und Trading durchzieht einige Werke von Bayer und zeugt von wenig Professionalität dem Trading gegenüber. Bayer hat sich intensiv mit okkulten und esoterischen Lehren auseinandergesetzt und viel Wissen aufgenommen, es scheint jedoch, dass er Zeit seines Lebens nicht zu einer wahrhaften Integration voranschreiten konnte. So bleibt sein Material stark gefärbt von unverarbeiteten, esoterischen Einflüssen, die nicht in das naturwissenschaftliche Weltbild der modernen Entwicklungsstufe integriert werden. Wenngleich theoretische Kenntnisse vorhanden sind, so scheint Bayer niemals auf praktischem Wege die transmentalen Bewusstseinsebenen berührt, oder durchlaufen zu haben. So bleiben viele seiner Aussagen infantil wirkende Pseudomystifizierungen, häufig mit der Tendenz dem Astro-Trading eine mythische Dimension aufzwingen zu wollen. Teilweise mit unpassenden Zitaten wie z.B. vom Mystiker Swedenberg (z.B. in Egg of Columbus), oder sehr freizügig ausgelegten Eigeninterpretationen (wie z.B. in Bible Interpretation) die sich einfach nicht zu einem brauchbaren Gesamtbild zusammenfügen. Aus Sicht der modernen Finanzastrologie stellen einige seiner Bücher eher einen Rückschritt, als eine Revolution (wie manche Autoren, z.B. Pesavento, fälschlicherweise annehmen) dar. Zusätzlich fehlt seiner Arbeit häufig die sprachliche Präzision und das mathematisches Talent, wie es beispielweise bei Gann vorhanden ist. 
Bücher von Bayer, die sich nahtlos in diese Kritik einfügen, sind Golden Nuggets for Stock and Commodity Traders, Bible Interpretation, George Wollsten Expert Stock & Grain Trader. Ich werde an dieser Stelle nicht näher auf den Inhalt dieser Werke eingehen, da Interessenten der Finanzastrologie oder Zyklusanalyse in der modernen Literatur (z.B. Meridian, Merriman, Mikula, Ferrara) weitaus bessere Ausarbeitungen finden. Die Bücher sind nur für diejenigen zu empfehlen, die an Bayers Gesamtwerk interessiert sind. 
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Bayer, George – Time Factors in the Stock Market
Es gibt sehr viele Parallelen zwischen Bayer und Gann (Beide sehen die Bibel als ultimatives Astrologielehrbuch an, beide hatten einen Hang zur Mystik und zur Religion, beide haben eine Astro-Trader Novelle verfasst.) Im Gegensatz zu Gann, bei dem finanzastrologische Timingtechniken nur in den privaten Unterlagen oder Kursen zu finden sind, hat Bayer Bücher speziell zu diesem Thema veröffentlicht. Time Factors ist ein brauchbares Buch innerhalb des finanzastrologischen Themenfeldes. Es beginnt zwar mit einer abenteuerlichen Ansicht über Mikro-Makrokosmos und die physikalischen Einflüsse auf astrologische Gesetzmäßigkeiten und ihre Verbindungen zu den Aktienmärkten (ein physikalisches Verständnis scheint beim Autor sehr mangelhaft zu sein), geht dann aber doch zum Technischen über und versucht zumindest ein finanzastrologisches Fundament zu schaffen. Ellipsenmethode, Preis/Zeit Winkel, einige numerologische Überlegungen in Verbindung mit einem astrologischen Häusersystem werden zusätzlich angeschnitten. 
Fazit: Man wird das Gefühl nicht los, dass ein magisch-mythische Weltbild den Text durchzieht und störend auf den Kern der Sache einwirkt, nämlich Zyklen in den Marktbewegungen zu identifizieren, um daraus Profit zu schlagen. Eine langatmige Einleitung, die das astrologische Weltbild zu verteidigen sucht und inhaltloses, esoterisches Gelaber machen das Werk mühselig. Kein must-read für Finanzastrologen, wer aber ein tieferes Verständnis für Gann entwickeln will, wird hier wichtige Puzzelteile finden. 
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Bayer, George – Stock and Commodity Traders’ Hand-Book of Trend Determination (1940) 
Bayer merkt an, dass dieses Werk als Fortsetzung zu Time-Factors (1932) zu verstehen ist. Es zeigt sich eine deutliche Entwicklung beim Autor. Das Buch ist diesmal nicht langatmig und kommt gleich zur Sache. Bayer beginnt mit ein paar technischen Astro-Basics, dem Lesen eines Ephemeres, Aufbau des Zodiakus, Rückläufigkeit von Planeten usw. Es folgen 48 Astro-Signaturen mit Handelsregeln für die Aktienmärkte und weitere 12 Astro-Timing Rules für Commodities, die zwar Berühmtheit erlangt haben, computerisierten Backtests jedoch zumeist nicht standhalten (z.B. Mars Mercury Speed differential 59min, Mars-Mercury Longitudinal Difference 161°32,18, Mars in Geocentric Longitude Plus 330°, Mercury passing 17°18,27 Cancer Geocentric, Mars 16°55,46 Cancer…) Auch Ellipsen werden wieder behandelt (Rule 11). 
Fazit: Die Rules sind in einige Softwarepakete integriert(z.B.Alphee), Finanzastrologen können durchaus einmal ein Auge darauf werfen.
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Bayer, George – Turning 400 Years of Astrology to Practical Use and Other Matters
Bayer, George – Complete Course in Astrology

Wenngleich Bayer kein Mastermind wie Gann ist und sein Stil nicht jedermanns Geschmack trifft, an seinem technisch-astrologischen Wissensschatz ist nicht zu zweifeln. Beide Bücher Complete Course in Astrology und Turning 400 Years of Astrology to Practical Use and Other Matters sind brauchbare astrologische Lehrgänge des abendländischen Systems.

Turning 400 Years of Astrology to Practical Use and Other Matters schafft im ersten Teil die technischen Grundlagen, der zweite Teil beschäftigt sich mit Aktien und Weizen Horoskopen (First Trade –Korrekturtechniken, Progressionen, Trend-Forecasting) Teil III Advanced Astrology and Philosophy trifft nicht Bayers Stärke und kann überlesen werden.
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Complete Course in Astrology ist kürzer geraten und berührt die Grundlagen des Radix-Tradings nur. Dennoch lesenswert. 
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Beann, Earik – The Handbook of Market Esoterica
Bean kommt ursprünglich vom Systemtrading mit Fokus Künstlicher Intelligenz und fortgeschrittenen Glättungsmethoden für Indikatoren und dementsprechend mechanisch beschränkt ist auch sein Verständnis von Astrologie. Beann zeigt zu Beginn Zyklen in einigen Charts, die man findet, wenn man nur lange genug danach sucht, dann einige Preis-Zeit Analysetechniken, ähnlich wie sie bei Gann zu finden sind. Es folgen Fibonacci Zahlen und geometrische Preis-Zeit Beziehungen, das Ganze schwebt jedoch ohne ein theoretisches Grundgerüst oder einen zusammenhängen Rahmen im Sinn-vakuumisierten Esoterikraum. Es folgt eine Pseudoellipsentechnik mit willkürlichen Ansatzpunkten – Bayer und Gann würden sich im Grabe umdrehen. Richtig schmerzhaft wird es aber erst mit dem Anlegen der Flower of Life (!) im Kurschart – ein ursprünglich mystisches Symbol der Sacred Geometry das plötzlich zum Market Timing Instrument konvertiert. Wow!
Im nächsten Kapitel werden einige begriffliche Grundlagen der Astrologie vorgestellt, Planetensymbole, Winkelbeziehungen und Aspekte… soweit so gut. Bei den astrologischen Timingmethoden wieder eine zusammenhaltlose Ansammlung von unterschiedlichen Werkzeugen. Das Buch wird zwar besser, dennoch fehlt ohne Backtests eine vertiefende Diskussion über den praktischen Einsatz im Trading. Es gibt keinen Handelsplan, Moneymanagement oder ähnliches. Wer den Welzer jetzt noch nicht zum Fenster hinausgeworfen hat, kommt noch in den Genuss der beannschen Interpretation des Square of Nine und des Hexagon Chart. Eine Vielzahl unterschiedlicher Timingtechniken wird vorgestellt, ihre Nützlichkeit ist fraglich.
Fazit: Wie man die dargebotenen Informationen fürs praktische Trading umsetzt bleibt schleierhaft. Sehr viele unterschiedliche Prognosewerkzeuge, das Fehlen eines übergeordneten Rahmens macht das Ganze zu einem wilden Sammelsurium esoterischer Timingmethoden. Kein Buch, dass die Finanzastrologie, Preis-Zeit Analysen oder die Gann-Theorie in ein ernsthaftes Licht rücken. Als Inspirationsquelle nicht unbrauchbar, einige erschreckende Fehlgriffe des Autors werden bei professionellen Tradern aber für spöttisches Gelächter sorgen.
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Bradley, Donald – Stock Market Prediction (1984, Original 1950)
Obwohl sehr kurz gehalten, zählt Stock Market Prediction zu den Schlüsselwerken der modernen Finanzastrologie. Nach einer kurzen Einleitung diskutiert Bradley den 3,5 Jahre Business Zyklus und den Jupiter- Uranus Zyklus, einige Basics wie Planetensymbole und eine Tabelle mit siderischen Umlaufzeiten werden abgeführt. Bradley hat eine kleine Revolution eingeleitet. Was das Buch berühmt gemacht hat, ist nicht eine detaillierte Ausarbeitung von Signaturen oder umfassendes finanzastrologisches Hintergrundwissen, sondern zwei spezielle Entwicklungen. Die erste ist eine einfache grafische Analysemethode (die häufig Effizienztest genannt wird, ich nenne sie den grafischen Korrelationstest), die die durchschnittliche Marktbewegung während einer beobachteten astrologischen Signatur aufzeichnet. Auf diese Weise kann (zwar noch ohne statistische Signifikanz) schnell untersucht werden, ob ein Markt auffällige Preisbewegung bei einer astrologischen Signatur zeigt. Diese grafische Methode ist heute weit verbreitet und wird von Finanzastrologen gerne verwendet. Die zweite Entwicklung betrifft den berühmt gewordene Bradley Siderographen. Es handelt sich dabei um den Versuch, den Durschnitt der Planetenpositionen (in Grad) mit den Preisbewegungen eines Marktes zu korrelieren um dadurch zukünftige Trends zu prognostizieren. (Eine ähnliche Spur hat bereits Gann verfolgt, mit Average of 8) Es gibt heute unzählige Weiterentwicklungen des Siderographen, mit unterschiedlichen Planetenkombinationen, Parametereinstellungen und diversen experimentellen Anordnungen (Declination, Radix Transite usw.) die von der ursprünglichen Idee stark abweichen. Selbst die Kombination mit Neuralen Netzen zum Auffinden geeigneter Parameterwerte hat sich bereits in weiten Bereichen durchgesetzt. Der Bradley Sidergraph wird heute auch gerne von nicht Finanzastrologen beobachtet, was zumeist jedoch aufgrund des fehlenden Backgrounds mit Schwierigkeiten in der Anwendung einhergeht. 
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Butaney, T.G. – Forecasting Prices (1958)
Ein weiterer Klassiker der Finanzastrologie mit beinahe schon historischem Wert. Wenngleich Butaney in der Reihe von Autoren mit Bayer, Langham, David Williams und McWhirter eher unbekannt geblieben ist, verfügt er dennoch über ausgezeichnete Kenntnisse. Die astrologischen Basics sind komprimiert, aber gut erklärt, auch die Unterschiede zwischen westlichem und indischem System werden angeschnitten. Die finanzastrologische Interpretation von Planeten, Aspekten, Sternzeichen und Häusersystemen ist kompakt, aber gelungen. Part V beschäftigt sich detaillierter mit Priceforecasting nach dem indischen System. Ab hier wird es richtig interessant, die indische Finanzastrologie ist ausgesprochen komplex, hochentwickelt und dem westlichen System überlegen. Vor allem für fortgeschrittene Astrologen, die sich für Ashtakavaga Chakra (siehe Dots of Destiny) interessieren ein Einstieg und vielleicht sogar ein erster Schritt in Richtung indische Philosophie.  
Zurück zu Butaney: Das Buch zählt klar zu meinen Favoriten (besser als Bayer, da keine nervigen Mystifizierung), ohne unnötige Schnörkel, präzise und in Kombination mit Meridian, Bill – Planetary Stocktrading erhält man einen guten Eindruck, worum es in der Finanzastrologie geht. Nur noch die passende Software kaufen (z.B. Alphee), Signaturen Backtesten und loslegen. Ideal für Einsteiger und als Nachschlagewerk für Fortgeschrittene, als auch für Gann-Trader sehr zu empfehlen, wenngleich Preis-Zeit Analysetechniken fehlen. 
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Carney, Scott – The Harmonic Trader (1999)
Ein sauber gearbeitetes Buch für Einsteiger, sehr einfach und übersichtlich und erinnert mich von der Aufmachung her stark an die Ross- Bücher, man könnte fast meinen das Buch stammt von Ross selbst. (wenngleich die Thematik natürlich sehr verschieden ist). Der Inhalt zentriert sich um Handelssignale, die auf verschiedenen Fibonacci Längenverhältnissen beruhen, der Autor fügt an, dass die vorgestellten Signale in allen Zeitfenstern Gültigkeit besitzen und gleichermaßen funktionieren. Das Buch richtet sich an absolute Neulinge und startet von Grund auf, mit Erklärung zu Barcharts, Gaps, Reversals usw. Kapitel 5 widmet sich dann erstmals der Fibonacci Zahlenreihe. Auch hier wird vom Buttom aus angefangen, leider fehlen die Hintergrundinformationen, die zu einem naturwissenschaftlichen Verständnis des Phänomens beitragen könnten. Kapitel 7 zeigt das 0,618 Retracement im praktischen Einsatz, es folgen weitere Retracements und Preis Projektionen auf unterschiedlichen Fibo Längenverhältnissen. Anschließen werden verschiedene Pattern mit Fiboproportionen (AB=CD Formation) vorgestellt. Kapitel 14 kommt dann endlich zur Gartley Formation. Ich liebe dieses Pattern und screene die Märkte nach EOD Formationen. Kapitel 15 bespricht das verwandte Butterfly Pattern(ursprünglich von Pesavento). Kapitel 16 das Three Drives Pattern, eine Formation die mir bislang unbekannt war, es handelt sich dabei im Grunde um eine Wolfe Wave mit Fibo Proportionen. Kapitel 17 versucht einen Handelsplan zu erstellen und die einzelne Puzzelteile zusammenzufügen. 
Die Informationen die das Buch bietet sind brauchbar, wenngleich ich die vorgestellten Formationen bisher weder programmiert noch backgetestet habe (außer Gartley). Es wäre aber interessant, sich einen statistischen Eindruck über die Qualität der Einstiegspunkte zu verschaffen. In meinem eigenen Trading beschränke ich mich zumeist auf das 62er Fibo und auf die Gartley Formation als Signalgeber. Es gibt auch Kritikpunkte (viele unnötige Wiederholungen als Seitenfüller, so wird jede bullishe Formation seitenlang nochmal als bearishe wiederholt), aber wenn man es mit ähnlichen Konkurrenzbüchern (wie z.B. Market Esoterica) vergleicht, schneidet es klar besser ab. Das Phänomen Fibonacci und Goldener Schnitt wird leider nicht erörtert, auch Verbindungen zur Elliott Wave Theorie fehlen vollkommen. Kein Buch, das Profis herausfordern wird, auch fortgeschrittene Chartanalysten werden gelangweilt wieder zuklappen. Für sie könnte man den gesamten Inhalt wohl auf einer Seite zusammenfassen. http://harmonictrader.com/
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Carolan, Christopher – The Spiral Calendar (1992) 
Die Entwicklung eines Trader zu höherer Perfektion ist nicht frei von Umwegen. Ein Buch, dass zu einem verbesserten Market Timing durch ein tieferes Verständnis der natürlichen Harmonien und einer globalen Ordnung beitragen kann, ist von Carolan, Christopher – The Spiral Calendar (1992). Obwohl relativ unbekannt geblieben, ist der Inhalt der Arbeit interessant und vor allem für Market Researcher, die auf der Suche nach Ordnung in den Märkten sind, lesenswert.
Chris präsentiert eine Forecasting Methode für die Aktien- und Futuresmärkte, basierend auf dem Zählen von Mondzyklen und der Fibonacci Zahlenreihe. Am Beginn des Buches wirft ein Blick auf die großen Markt- Crashes und ihre zyklischen Parallelen die Frage nach einer globalen Gesetzmäßigkeit auf, die die Marktbewegungen beherrscht. Für den Autor ein klarer Fall- es muss etwas mit den Planeten und dem Goldenen Schnitt (phi) zu tun haben und so versucht er beim Leser ein Verständnis für die allumfassende kosmische Ordnung zu wecken. Das Einleitungskapitel führt in das astro-zyklische Denken ein, erklärt den Aufbau eines Kalenders nach den natürlichen Zyklen von Sonne, Erde, Mond und das damit verbundende zyklische Verständnis der Zeit der vorindustriellen Kulturen. Die in weiterer Folge notwendigen Zyklen werden erklärt: Mond (synodisch 29.5306 T) und siderisch (27.3216), Saros Zyklus 6585.32 Tage), drakonisch usw.
Nachdem die astronomische Basis gelegt wurde, folgen die Grundlagen der Fibonacci Zahlenfolge, ihre mathematischen Besonderheiten, der Goldenen Schnitt und seine Präsens in der Geometrie, in der Natur und in der Kunst. Sie liefern das Gerüst für Carolans Forecastingmethode, basierend auf seiner Entwicklung, dem sogenannten Spiral Kalender (logarithmische Eichung). In weitere Folge versucht der Autor die Existenz seiner definierten Gesetzmäßigkeit zu beweisen, indem er eine Unzahl von Chartbeispielen bringt. Unbestreitbar ist, dass die Kurscharts der Aktienindizes voll sind von auffälligen Längenverhältnissen. Die Schwäche des Ansatzes liegt im Setzen eines konkreten Startpunktes. Es werden keine Regeln definiert, zu welchen Zeitpunkten ein Spiral Cycle beginnt, womit die gezeigten Fallstudien einen zufälligen Charakter erhalten. Die von Carolan definierten Längenverhältnisse finden sich in jedem Chart, wenn man nur lange genug probiert. Durch diesen Beweismangel gelingt es ihm nicht, den Skeptiker zu überzeugen.
Was man letztendlich von der Methode auch hält, die Ausarbeitung zum Thema ist gewissenhaft und schlägt vergleichbare Bücher, die sich mit Astrozyklen oder Fibonacci beschäftigen. Man erkennt, dass sich der Autor im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, vertiefende Gedanken über die Hintergründe gemacht hat. Er liefert nicht nur eine gute Einleitung in die astro-zyklische Denkweise, sondern geht tief in die Geheimnisse von phi ein und klärt darüber umfassender auf, als andere Tradingbücher zum Thema Fibonacci. Davon können Market-Researcher mit Schwerpunkt Fibonacci, Elliott Waver, Gann Trader, Zyklusanalysten und selbst Finanzastrologen gebrauch machen. In gewisser Weise erinnert die Methode an die Market Matrix, auch hier wird den Zyklen von Sonne, Erde und Mond die zentrale Rolle bei Trendwenden beigemessen. 
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Cooley, G. -Patterns of Gann
Der Markt ist übersät von miserabler Sekundärliteratur zu Gann, aber innerhalb der obszönsten Werke nimmt Patterns of Gann nochmal eine Sonderstellung ein. Cooley erweist sich als der Rain Man unter den Gann-Interpreten. Das ganze Buch ist eine einzige Aufzählung von irgendwelchen Zahlenspielen, ohne tieferen Sinn, man muss sich ernsthaft fragen, ob der Autor autistisch veranlagt ist. Ein wirklich übles Buch, das mit Trading nicht das Geringste zu tun hat und selbst für Gannfreaks, die in Zahlen vernarrt sind, eine Zeitverschwendung darstellt. 
Fazit: Für das Verständnis der Gann Theorie nicht notwendig.
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Ferrera, Daniel – Studies in Astrological Bible Interpretation
Ferrera, Daniel -The Gann Pyramid SQ9
Ferrera, Dan – Wheels Within Wheels  
Ferrera, Dan – The Mysteries Of Gann Analysis Unveiled
Ferrera, Dan – Keys To Successful Speculation

Der arbeitsame Ferrera zählt neben Baumring und Mikula zu den fähigsten Gann Interpreten. Seine Arbeiten sind ein echter Beitrag zur Entschlüsselung der Gann-Theorie. Sie haben zu großen Teilen überhaupt erst dazu geführt, dass die Ganntexte für Nichtastrologen in eine für Trader verständliche Sprache übersetzt werden konnten. Ferrera wurde durch Artikel in Traders World Magazine auch einem breiteren Publikum bekannt. Er gilt als Spezialist für Gann. Die Bücher im Detail:

Ferrera- The Gann Pyramid SQ9 beschäftigt sich speziell mit dem Square of Nine. Astronomische und astrologische Kenntnisse werden vorausgesetzt. Die Qualität der Techniken und ihre Profitabilität werden nicht getestet. Es ist kein Buch für Einsteiger.
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The Mysteries of Gann Analysis Unveiled kann als das bisherige Hauptwerk von Ferrera bezeichnet werden. Es diskutiert Ganntexte und ihre astrologische Bedeutung und versucht daraus eine Rekonstruktion der Timingtechniken. Schwerpunkt Planetenzyklen und Aktienmarktzyklen, auch geometrische Preis/Zeit Analyse sind mit dabei. Viel unveröffentlichtes Originalmaterial von Gann, das die Masse niemals zu Gesicht bekommt. Das Ganze ist etwas chaotisch durchmischt und ohne logischen Aufbau, erklärt daher die Gann Theorie nicht in ihrer Gesamtheit. Geometrische Winkel werden zwar korrekterweise als Basis der Gann Theorie herausgearbeitet, jedoch nicht innerhalb eines zusammenhängenden Theorierahmens eingefügt.
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Wheels Within Wheels: Das spezielle Buch zur Zyklusthematik. Ferrera isoliert einzelne Marktzyklen wie beispielsweise 42 Jahre, 36Jahre 10 Jahre und zahlreiche andere. Wie er auf diese Zyklen kommt ist mir schleierhaft, es dürfte sich um eine Mischung aus visueller Suche, Bauchgefühl, Gannzyklen und bekannten Astrozyklen handeln. Er konstruiert daraus händisch (!) eine Prognose für die nächsten 100 Jahre, indem er Interferenzeffekte berücksichtigt und in die nächsten Jahre zu extrapolieren versucht – ohne Software und per Hand gezeichnet bleibt ein sehr amateurhafter Eindruck. Ein Hintergrundwissen zur technischen Zyklusanalyse scheint sehr mangelhaft zu sein, ansonsten wüsste Ferrera, dass diese Vorgehensweise vollkommen wertlos ist. Ohne Cyclemeasurement könnte man genauso Opas Schlafrhythmus als dominanten Finanzmarktzyklus postulieren. Ebenso ist die Annahme, dass die existierenden Zyklen in die Zukunft extrapoliert werden können, unhaltbar. Obwohl 2002 erschienen, leider keine State Of The Art Zyklusanalyse, keine Techniken wie Detrending, Mesa. Fourier Transformation, Hamilton Transformation, keine mathematischen Techniken zu Cyclemeasurement oder Noise/Cycle Ratio. Es bleibt ein sehr subjektiver und antiquierter Beitrag zur Zyklusanalyse.  
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Keys to Successfull Speculation: Versucht die Lücke zu den vorherigen theoretischen Bücher zu den Gann Prognosemethoden und zum praktischen Trading zu schließen. Ferrera bleibt aber Theoretiker und kann uns von seinen praktischen Tradingkünsten nicht überzeugen. 1500$ sind dafür fällig, kein must read für Trader.
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Studies in Astrological Bible Interpretation ist nur für eingefleischte Bayer und Gann Fans. Der Text ist für die technische Anwendung der Gann-Theorie nicht essentiell. Es ist das schwächste Buch von Ferrera, man kann mit vielen Interpretationen des Autors nicht einverstanden sein. Ein Beispiel ist das besprochene Beispiel von Jonahs verschlungen werden vom Wal Cetus und sein dreitätiger Aufenthalt im Bauch des Ungetüms. „ For as Jonah was three days and three nights in the whales belly; so shall the Son of man be three days and three nights in the heart of earth.” Ferrera verweist auf das Sternbild Cetus und verfolgt hier solare Ingresse als Schlüsselelemente zur Interpretation der Stelle. Ganns Hinweis in Tunnel Thru the Air, dass sich dahinter der Schlüssel zur Vorhersage der Zukunft verbirgt, dürfte sich jedoch auf die lunare Einbeziehung in das astrologische Gesamtsystem beziehen. Die drei Tage und drei Nächte symbolisieren den Neumond. Gann sagt dazu folgendes: “I believe there was a secret meaning in what he said; that the Son of man be three days and three nights in the heart of the earth. I believe that a man who understands the meaning of that has all the power under heaven and earth, as the Bible says he shall have. I believe that that is the key to the interpretation of the future. I am sure I have found it and know how to apply it.”
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Bemerkung am Rande
Nun hat der Neumond aber auch eine mythologische Bedeutung, die in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit eine Rolle spielt (siehe Neumondinterpretation in Abhängigkeit zu Bewusstseinsstufen) Weder Gann noch Ferrera scheinen die astrologisch-mythologische Komponente dieser Bibelstellen zu verstehen, beide fokussieren sich lediglich auf die astrologisch-technische. Man könnte noch weiter gehen und aus Sicht des transpersonalen Modelles Spekulationen über diese Metapher anstellen. Das Verschlungen werden ist ein häufiges Motiv des spirituellen Reinigungsprozesses und bildet die Zyklen von Tod und Widergeburt ab. Spirituelle Reinigungsprozesse des Bewusstseins sind auch ein wesentlicher Bestandteil in den schamanischen, mystischen, yogischen und tantrischen Traditionen. Vor allem in der schamanischen Initiation ist das Verschlungen werden ein beständiges Motiv in allen Kulturen. (siehe Eliade – Schamanismus). Innerhalb des transpersonalen Modells wird das Bild eng mit den Coex Systemen und perinatalen Matrizen in Verbindung gebracht, die am Übergang zum kollektiven Unbewussten während tiefenpsychologischer Verarbeitungsprozesse durchlaufen werden. (siehe Grof – Die Psychologie der Zukunft und Grof – Geburt Tod und Transzendenz). Je nach perinataler Färbung (z.B. BMI III) kann sich der Übergang zum kollektiven Unbewussten physisch-betont gestalten, mit Episoden des zerstückelt werdens, des Entfleischens und des Skelettierens – alles ebenfalls konstante Elemente der schamanischen Initiation am Übergang in die Anderswelt. „Im Herzen der Erde“ ist eine schöne Metapher für die physische Verwebung des Bewusstseinsprinzips in die grobstoffliche Sphäre. Bei vorindustriellen Kulturen wie den Azteken oder Maya finden wir häufig magische Handlung (Tier- und Menschenopfer) die durch das dynamischen Fließen sakraler Energien (Blut, Eingeweide) Anteil am transzendenten Sein des Übernatürlichen wieder herstellen sollen (siehe Eliade – Mythen, Träume und Mysterien). Ähnliches Versuchen die Torturen bei Übergangsriten und Tranceriten mit ihren schweren Misshandlungen zu erreichen, (Initialisierung holotroper Zustände durch Blutlassen, Verstümmelungen usw.) um die Verbindung zwischen den Sphären zu vollziehen. Die transpersonale Psychologie mit ihrer erweiterten Kartografie psychosomatischer Störungen, sieht in den perinatalen Matrizen die Wurzel schwerer Perversionen und Geistesstörungen. Theoretiker der integralen Psychologie vermuten dahinter sogar einen Impuls der Bewusstseinsevolution, indem eine Aktivierung des unbewussten Materials und das Durchleben der perinatalen Matrizen(durch Regression und Integration), zum Eindringen in die transmentalen und supramentalen Räume beitragen. 

Zusammenfassend: In mythologischen Motiven schwingt immer ein Bemühen mit, ein Austreten des Bewusstseins aus dem Raum-Zeit Kontinuum zu erreichen und die Wiederanteilnahme am Leben der Götter, oder am transzendent-nichtdualen Sosein herzustellen, das in den diversen spirituellen Traditionen unterschiedliche Namen trägt (Ain Sof, Satori, Chock Man, Turiya, Nirvikalpa …). Der Weg dorthin führt zumeist über Torturen mythologischen Ausmaßes. Deshalb kann der Weg der Tiefenpsychologie auch niemals an der Mythologie vorbeiführen. Psychologen, die diese Zusammenhänge herestellen konnten, haben auch immer die Verbindung zwischen Astrologie, Archetypen, dem kollektiven Unbewussten und der Mythologie, zumindest ansatzweise, erkannt. (siehe z.B. C.G. Jung, Assagioli, Riemann, S. Grof). Vorwissenschaftliche und auf synkretischer Logik basierende Systeme, die sich intensiv mit solchen Verbindungen auseinandergesetzt haben, sind die Astrologie oder Tarot.
Es ist unklar, inwieweit Gann in die spirituellen Bewusstseinsbänder vorgedrungen ist und ein Verständnis für solche Zusammenhänge entwickeln konnte. Wenngleich Gann selbst womöglich holotrope Episoden durchlebt hat (siehe schamanische Rituale in Tunnel Thru The Air in Silver Springs) bei seinen Bibelinterpretationen können keine Hinweise auf derlei Gedankengänge durchschlagen. 
Soweit also ein kleiner Ausflug in das astro-metaphysische Gann Universum, das für viele Trader fremdartig anmutet. Es ist ein verwickeltes Gewebe bestehend aus mythologischen Elementen, den Archetypen, dem kollektivem Unbewussten und astrologischen Timingtechniken, das heute von transpersonalen Psychologen und integralen Bewusstseinsforschern erst langsam entknotet wird. Fakt ist, dass sich Ferrera auf die astrologisch-technischen Elemente beschränkt. Das ist zwar gut so, man denke an Bayer als abschreckendes Beispiel für regressive Tendenzen ins magisch mythische, führt aber zu keinem umfassenden Verständnis und den Autor selbst zumeist auf die falsche Spur. Er bleibt zwar in einem rational-analytischen Weltbild, kann deshalb aber die transpersonalen Elemente der Bibelstellen nicht dechiffrieren. 

Fazit: Ferrara ist eine erste Vertiefung wenn man gewillt ist, ernsthaft in die Gann-Materie einzutauchen. Um ein umfassendes Verständnis für die Tradingmethode entwickeln zu können, ist sein Werk alleine nicht ausreichend. Ferrera setzt einige astrologische Basics voraus, ebenso werden die charttechnischen Preis-Zeit Analysemethoden des Marketmasters nicht ausführlich genug behandelt. Ebenso wenig wird das naturwissenschaftliche und okkulte Hintergrundwissen zum Law of Vibration vermittelt. Fortgeschrittene greifen deshalb zu Baumring. Seine Spezialisierung erlaubt es Ferrera nicht, Gann mit neuen Methoden der Finanzastrologie oder Zyklusanalyse zu kombinieren. Man könnte sagen, er ist nicht in der Lage, Gann zu transzendieren und vermittelt daher einen für Trader, veralteten Research- und Handelsstil, der mit dem Tempo der modernen Informationsverarbeitung einfach nicht Schritt halten kann. Auch die praktische Umsetzung der Timingtechniken für das Trading ist, mit Ausnahme von Keys to Speculation, nicht Gegenstand von Ferreras Papieren. Für Trader bleibt das Material daher unzureichend. Die Bücher sind mit bis zu 1500$ pro Stück zwar keine Schnäppchen, für Gann-Theoretiker aber essentiell.



Gillen, Jack – Astro Stats for the New York Stock Exchange
Jacks jährlich Astro Forecasts gehen bis 1969 zurück, mit einigen aufsehenerregenden Prognosen zu Bärenmärkten. Sie haben sich einen legendären Status angeeignet, sind in zahlreichen Magazinen und Finanzblättern erschienen und waren selbst bei Larry King Gesprächsthema. Damit hat Gillen wohl auch wesentlich dazu beigetragen, die Finanzastrologie einer breiteren Masse bekannt zu machen. Nach seinem letzten Werk – The Key to Speculation on the New York Stock Exchange, erschien 2002 die Fortsetzung – Astro Stats for the New York Stock Exchange. Das Buch ist sehr kurz geraten, verzichtet auf umschweifende Einleitungen oder Astro Basics. Das Versprechen des Autors in der Einleitung, dass keinerlei astrologische Kenntnisse für das Verständnis notwendig seien, stimmt nur insoweit, als dass man trotzdem die zukünftigen Prognosen schwarz auf weiß hat. Vom eigentlichen Inhalt wird man aber ohne Hintergrundwissen so gut wie nichts verstehen. 
Gillen geht den richtigen Weg, er versucht einzelne Astro-Signale auf vorherige Kursbewegungen backzutesten. Dazu nimmt er sich astrologische Signaturen und Planetenzyklen zur Brust und wertet aus, wie sich die Aktienmärkte während dieser Signaturen verhalten haben. Einige Signaturen mit 70-100% Trefferquote werden ausgewählt und genauer besprochen. Gillen verwendet zumeist die USA, NYSE und DJI Natal Charts (US: 4.11, 1776, Sonne 13° Krebs), (Nyse: 17.5, 1792,8:52 am, N.Y, Sonne im Stier) (Dow Jones: 16.2.1885). Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit einer von Gillen entwickelten Astro Methode zum Stock Picking. Sie beinhaltet verschiedene Überlegungen zum Häusersystem, Aspekte und Transite usw. Negativ: Dem Buch fehlen die Grafiken. Bradleys grafischer Korrelationstest würde sich unter anderem anbieten, um das Ganze auch für das Auge sichtbar zu machen. Für die meisten Signaturen fehlt eine mathematische Ausarbeitung. In den Beispielen mit Backtests sind die Ergebnisse zwar beeindrucken, haben jedoch noch keine statistische Signifikanz. Chi-Square Berechnungen würden über die Korrelation Klarheit schaffen.
Fazit: Kurzgeratenes Manual für fortgeschrittene Finanzastrologen. Ein Skript, das man immer wieder mal durchlesen kann. Es ist eine noch relativ subjektive Astro-Stock-Picking Methode, die aber Buffets Value Strategy schon locker wegstecken kann. Mathematisch noch unausgereift.
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Gilmores Bücher Geometry of Markets I+II und Dynamic Time and Price Analysis of Market Trends setzen sich mit dem charttechnischen Themenbereich geometrische Preis-Zeit Relationen auseinander. Schwerpunkt sind Fibonacci Proportionen, einige Elemente der Elliott Wave Theorie und einige Preis-Zeit Analysetechniken von W.D. Gann. Der Inhalt der Bücher im Detail:


Geometry of Markets I (1989) 
In der Einleitung erklärt Gilmore, dass seine Analyseansatz auf dem Gesetz der „Vibration“ beruht, eine fundamentale Gesetzmäßigkeit, die im Universum wirkt. Seine Gedanken darüber scheinen von Gann (Law of Vibration) entnommen zu sein. Gilmore gibt zwar einige Weisheiten aus den esoterischen und okkulten Lehren wider, rüstet uns aber nicht mit den mathematischen, geometrischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Law of Vibration aus. Das wird sich auch im weiteren Verlauf von seinen Büchern rächen, denn: Ein Law of Vibration kann unmöglich ohne die Grundlagen der Wellenmechanik (wie beispielsweise Interferenz und Resonanz) verstanden werden. Sie sind in Zusammenspiel mit der fraktalen Geometrie (Cantor Menge) die Grundlagen für die Zyklustheorie, der dynamischen Preis Zeit Analyse, ebenso wie Bindeglied zwischen den Naturgesetzen, (z.B. Atommodell, stehende Wellen), Physik, Planetenbewegungen, Astro-Zyklen und den dynamischen Marktbewegungen, der Gann-Theorie und der Elliott Wellen Theorie. Ohne diese offenzulegen, kann beim unbescholtenen Leser kein Verständnis für die Zusammenhänge geweckt werden und Gilmore scheint sich darüber selbst nicht ganz im Klaren zu sein.

So gestaltet sich die Einleitungsphase des Buches zu einem ziemlichen Durcheinander mit unterschiedlichen Bruchstücken zu geometrischen, astrologischen Informationen, dann werden plötzlich die Pyramiden erwähnt oder Lucas Numbers. Gilmores Telegramm Stil ist nicht besonders erfrischend und trägt kaum zu einem tieferen Verständnis der Materie bei. Andererseits muss man sich im klaren sein, wer mit Fibo, Ew und Gann arbeitet, muss sich selbst mit Physik, Chemie, Biologie Astronomie, Mathematik, Geometrie, Architektur und Kunst auseinandersetzen (vielleicht sogar über Jahrzehnte hinweg) und die komprimierten Ausarbeitungen in einem Tradingbuch dazu können niemals ausreichend sein. 

Nachdem es in der Einleitung nicht gelingt die Basis für die Timingtechniken herauszuarbeiten leidet der gesamte weitere Inhalt darunter. Gilmore versucht Werkzeuge von verschiedene Ansätze einzubringen, wie von der Finanzastrologie, Gann-Theorie oder von der Elliott Wellentheorie. Es erweist sich als ein zu umfassendes Bemühen und bei dem ganzen Umfang geht der Tiefgang vollständig verloren. Price-Time Tools wechseln sich mit Astro-Timing, Retracements, Saisonales usw. ab, ohne dass der Leser die Zusammenhänge erkennen könnte. Ein Kapitel Wellentheorie, dann wieder Sentiment Indikatoren, man hat den Eindruck Gilmore selbst hat nur ein wages Gefühl, dass all diese Dinge irgendwie miteinander verwandt sind, es ihm aber nicht gelingt, die Zusammenhänge zu durchschauen. Vereinzelte Gann Techniken wie Squaring Price with Time sind zwar korrekt, und so wie auch bei Gann zu finden sind, werden aber von der Gesamttheorie isoliert dargestellt. Das Wissen um die Elliott Wellentheorie ist sehr gering. Es gibt, einige teilweise katastrophale Fehlcounts, die gleich mehrere Regeln der klassischen Elliott Wellentheorie verletzen (viele Impulswellen sind eigentlich korrektiv). Kapitel 8 Chart Scaling wiederum ist gut gelungen und behandelt die richtigen Chartkonstruktion, damit Gann-Winkel als Messinstrument von Preis und Zeit ihre Gültigkeit besitzen. 

Der größte Kritikpunkt ist, dass weder eine zusammenhänge Analysemethode noch ein Tradingframe konstruiert wird. Die Tools haben zwar alle eine ähnliche Basis, nämlich die Geometrie, es gibt aber keinen Grund, warum sie tatsächlich Radom Walk aus den Angeln heben sollten. Ähnlich wie Bean in Market Esoterica belässt es Gilmore dabei, einfach nur eine Reihe von verschiedenen Timingwerkzeugen zu präsentieren, ohne ihre Qualität zu untersuchen. Dem Buch mangelt es bestimmt nicht an Beispielcharts, aber ohne mathematische Ausarbeitung bleiben die Techniken für den Trader wertlos. Gilmores einziger Tipp um die Trefferquote zu erhöhen: Use all the tools all the time. Zwar bemüht sich der Autor zum Ende hin einen Tradingframe zu konstruieren, dieser ist aber subjektiv und in der Praxis so gut wie nicht umsetzbar.
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Geometry of Markets II (1993)
Nachdem der Autor mit den Timingtools aus Teil I womöglich keine Gewinne an der Börse einfahren konnte steht fest: Noch mehr Analysewerkzeuge müssen in Teil II her. Und Gilmore schleppt gleich einen ganzen Koffer davon an. Denn schließlich: Use all the tools all of the time. Wenn man nur alle Werkzeuge einsetzt, dann muss die perfekte Prognosemethode doch endlich zustande kommen. Der Autor versucht offensichtlich fehlende Qualität durch übermäßige Quantität wettzumachen, ein fundamentaler Irrtum, dem auch schon zahlreiche andere Kollegen unterlegen sind. Von den Themenfeldern her ist Teil 2 eine krasse Wiederholung von Teil 1. Es gibt wieder Fibo, Zyklen, Gann Winkel und Astro Basics. Da sich die dynamische Preis Zeit Analyse damit offensichtlich erschöpft hat, wird auf altbekanntes zurückgegriffen, wie Candlestick Patterns, klassische Chartformationen und Trendlinien. Bei den Grundlagen der Elliott Wave Theorie werden abermals die einzelnen Degrees, Wave Patterns erklärt, die Beispielcharts strotzen wieder vor skandalösen Fehlcounts. Gilmore setzt beinahe willkürliche Zählungen an, die gegen sämtliche Regeln der klassischen EW Theorie verstoßen (Womöglich verfolgt er eine gilmorische Interpretation an deren Regelwerk er uns jedoch nicht teilhaben lässt. Zumindest scheint darin jede Welle eine Impulsbewegung zu sein – sehr erstaunlich)

Teil II ist eine herzlose Fortsetzung und für mich eine echte Enttäuschung. Anstatt eine Vertiefung liefert der Autor lediglich eine grobe Wiederholung von Teil I. Ein Trader der Geld verdienen will, ist bei Ehlers oder auf Wealth-lab.com besser aufgehoben. Ein Market Researcher der auf der Suche nach Ordnung in den globalen Märkten ist, wird bei Gilmore zwar kurz vorbeischauen, sich dann aber wieder Baumring oder der klassischen Wellentheorie zuwenden. 
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Dynamic Time and Price Analysis of Financial Markets kann als gekürzte Zusammenfassung der zwei Vorgängerbücher angesehen werden. Die Themen und Timingtools sind weitgehend die gleichen. Es werden wieder einige Gann Techniken besprochen, wie squaring price with time, time as degree, Gann Angles und Zero Angles, dann wieder Ew Theorie und ein paar Infos zu Zyklen, Astro Basics usw. Der Autor versucht zwar abermals eine umfassende Analysemethode zu kreieren, die Finanzastrologie, Gann, EW, Fibo und geometrische Preis-Zeit Verhältnisse in sich vereint, scheitert aber zum dritten Mal. Die Implikation der Werkzeuge in eine systematische Tradingmethode ist so gut wie unmöglich. Auch eine Prognosemethode die auf dem Slogan use all tools, all the time aufbaut, kann nur scheitern. Selbst der Multitasking Gott persönlich wäre hierbei überfordert. Und selbst wenn ihm dieses Wunderwerk gelänge, hätte er immer noch eine Pfeilwurf Strategie, da er keinerlei Kenntnisse über die Qualität der Prognosemethode in Form von Backtests besitzt.
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Fazit: Zweifelsfrei bringt Gilmore viele interessante Ideen ein und ist eine gute Inspirationsquelle. Er bietet eine Zusammenfassung von geometrischen Preis- Zeit Analysetools die ansonsten über viele Bücher hinweg verstreut sind. Gilmore ist eine Adresse für Charttechniker, die die Grundlagen beherrschen und sich nun in Fibonacci, Geometrie und in die dynamische Preis Zeit Analyse einarbeiten wollen. Zugleich wird auch ein erster Kontakt zur Finanzastrologie hergestellt. Das Studium seiner Bücher kann als Vorarbeit für Gann dienen, die Gann Theorie selbst aber nicht erfassen. Der Telegramm Schreibstil von Gilmore macht es praktisch unmöglich die tieferen Zusammenhänge zu erkennen.

Dem Autor gelingt der Sprung zur Systematisierung nicht. Es gibt zu viele subjektive Aussagen die nur die persönliche Meinung des Autors widerspiegeln und für den Trader keinerlei Wert besitzen. Die Ausarbeitung zu den meisten Themen ist mangelhaft und oberflächlich. So bleibt sein gesamtes Werk eine chaotische Ansammlung von Timingwerkzeugen, basierend auf geometrischen Preis Zeit Relationen. Die EW Fehlcounts gehören bestraft. Der Gedanke drängt sich auf, dass Gilmore mit seinen Büchern den Verkauf seiner Software etwas ankurbeln will (die übrigens miserabel ist) Sein Cycle Trader Software hat eine sehr unprofessionelle Aufmachung, hat keine intuitive Handhabung und mangelnde Funktionsvielfalt.

Allgemeine Kritik
Rund ums Fibo Trading hat sich natürlich eine umfassende Industrie angesammelt. Es gibt unzählige spezialisierte Softwaresysteme und dutzende Bücher die sich speziell mit dieser Thematik auseinandersetzen. Darunter Jenkins- Professional Chart Reading, Miner, Robert – Dynamic Trading, Jardine, Michael – New Frontiers in Fibonacci Trading, Boroden, Carolyn- Fibonacci Trading: How to Master the Time and Price Advantage. All diese Autoren suchen nach Ordnung in den Märkten. Es gibt ein grundsätzliches Problem hinter den Büchern dieser Art. Nach den Arbeiten von Sharp, Fama, Osborne und Markowitz * und nach dem derzeitigen Erkenntnisstand der Wirtschaftswissenschaften muss jede Diskussion über Kursbewegungen mit der Random Walk Hypothese ihren Startpunkt setzen. Das vorherrschende Paradigma ist Random Walk und die Efficient Market Hypothesis (EMH). Jeder Autor der behauptet, die Kurse seien nicht chaotisch, muss dies mit harten Zahlen (z.B. durch unoptimierte Backtests) beweisen. Oder er muss zumindest eine in sich schlüssige und mathematisch fundierte Alternativtheorie von grundlegenden Marktkräften offerieren (z.B. physikalische Kräfte, massenpsychologische Effekte oder Intermarket-Beziehungen), die zur Manifestation einer solchen Ordnung in den Kursreihen führen könnte.  

Fama, “The Behavior of Stock Market Prices,” Journal of Business 38 (January, 1965), pp.34-105.
Fama, “Efficient Capital Markets: I,” Journal of Finance 46 (December, 1991), pp. 1575-1617.
Osborne, „Brownian Motion in the Stock Market,” Operations Research 7 (March-April, 1959), pp.145-173.

Das Problem der genannten Bücher ist das fehlende Theoriegerüst. Warum manifestieren sich diese Längenverhältnisse. Wo muss man den Startpunkt setzen und wann wird ein 50% und wann ein 68% Retracement halten? Im Grunde kann vom Autor jede beleibiege Proportion frei postuliert werden und der Leser hält dies dann auch meist für eine fundierte Wahrheit. Ohne vernünftige Ursache bleiben die gezeigten Fallstudien zufällige Erscheinungen, die man auch in Zufallskursreihen findet, wenn man lange genug danach sucht. Es ist fundamentales Problem, dem all diese Autoren begegnen, dass sie aber nicht überwinden können. Sie alle präsentieren Bruchstücke zu Fibo, Naturgesetzen, antikem Wissen und einzelne Timingwerkzeuge, aber keinen Gesamtrahmen, und keine in sich schlüssige Gesamttheorie. Sie bleiben Narren des Zufalls, auch wenn sie ihre Methoden noch so geheimnisvoll präsentieren und noch so hochwissenschaftlich verpacken. Ihre Bücher bleiben im Grunde ein netter Zeitvertreib für den Strand, haben aber mit geldverdienen an den Börse nicht das Geringste zu tun. So sehr sie sich auch Bemühen, auf diese Weise wird ihr Hebel niemals lange genug sein, um Radom Walk aus den Angeln zu hieven.


 
Hall, Don E. – Pyrapoint
Ein weiter Autor der verspricht den heiligen Gral von Gann entdeckt zu haben. (wie Krausz, Murrey Math und Marisch). Er verfährt so, wie viele andere Fehlinterpreten von Gann, indem er die hochkomplexe, astrologische Zyklusanalyse auf eine einfache charttechnische Konstruktion reduziert. Der Irrtum basiert auf einem falschen Verständnis der Geometrical Angles. Einige entsetzliche Fehlinterpretationen der Gann Zitate und falsche Begriffsverwendungen (z.B. Cardinal Cross und Fixed Cross, beides Begriffe aus der Astrologie werden bei Dan Hall zu charttechnischen Begriffen umfunktioniert) sind typische Kennzeichen für dieses Vorgehen. Man fragt sich, warum Gann tausende Stunden für das Anfertigen von Horoskopen mit der Hand verschwendete, anstatt sie mit liebreizenden Frauen zu genießen, wenn er eine einfache Handelsstrategie besaß, die ihm mit der Konstruktion von ein paar Linien endlosen Reichtum bescherte. 
Bei Halls Pyrapointmethode handelt sich um eine einfache Chartkonstruktion unter Verwendung der 45° Gann-Winkel (1×1) die Support und Resistancepunkte vorgibt. Hall beruft sich auf einen angeblich engen Mitarbeiter von Gann, nämlich Mr. Renato Alghini. Was Hall hier jedoch tatsächlich vorstellt, ist bei Gann am ehesten zu vergleichen mit einem Timing Werkzeug das den Namen Master Price Time and Trend Calculator trägt. Es handelt sich im Original um Zyklen (z.B. Square of 90 oder Square of 360) die von Gann als durchsichtige Plastikoverlays über den Chart gelegt wurden. Sie dienten dazu, die geometrischen Winkel des Kreises als Widerstandspunkte im Kurschart aufzudecken. 

Fazit: Nach Murry Math vielleicht das zweitgrößte Verbrechen in der „Gann related Industry“. Wer danach tradet, dem ist nicht mehr zu helfen. Es gibt keinen Einwand dagegen, diese Entwicklungen als eigenständige Methoden zu verkaufen, es ist jedoch schändlich sie unter dem Deckmantel der Gann Theorie zu verhökern. Sie tragen zur negativen Reputation der Gann Theorie bei. 
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Hallikers – Gann Masters I
Halliker’s Gann Masters Technical Analysis Course ist vielleicht das bekannteste Buch zur Gann Theorie. Eine lange Einleitung die Ganns Geschichte mit vielen Einzelheiten erzählt. Das Buch erfasst tatsächlich einige wichtige charttechnische Elemente der Gann Theorie, wie die Gann Winkel, Squares, Tablet Charts, Master Charts. Die Ausarbeitungen dazu sind aber zumeist mangelhaft und werden nicht in einen Gesamtrahmen (der auf Geometrie basieren müsste) einbezogen. Wichtige Details wie Chart Scaling werden unzureichend behandelt, stattdessen unnötiger Ballast angeschleppt, wie die üblichen seitenlangen Belehrungen für Dummy Trader: „ you must work and study hard, learn everything …“ Völlig fehl am Platze sind die seitenlangen Beschreibungen zur Elliott Wave Theorie, sie nutzen nicht um die Gann Theorie zu erläutern. Zwar suchen beide Theorien nach Ordnung in den Märkten und ergänzen sich gegenseitig, basieren letztendlich aber auf unterschiedlichen Hypothesen. 
Fazit: Brauchbares Buch für Einsteiger. Einige charttechnische Elemente von Gann werden angeschnitten. Die Gann Theorie kann damit allerdings nicht transportiert werden. Die finanzastrologische Zykluskomponente wird vollkommen außer acht gelassen, ebenso das Law of Vibration, seine okkulten Hintergründe und esoterische Bedeutung. Ebenso wird die metaphysische Dimension von Ganns Arbeit nicht berührt. Kein Diskurs über Ganns intensives Bibelstudium. 
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Hallikers – Gann Masters II
Das Buch ist im Grunde nicht mehr als eine Gebrauchsanleitung für die Software Ganntrader. Behandelt werden wieder Gann Winkel, Zero Angles und Squares. Im Gegensatz zu Teil 1 kommt in der Fortsetzung die Astrologie zur Sprache, beschränkt sich allerdings auf Planetary Lines als Support und Resistance, Average of 8 und ähnliches. Die Ganntrader Software hat einige interessante Plotting Funktionen und ermöglicht es sogar Transite zu den Natal Planest des First Trade Charts im Kurschart einzuzeichnen, eine sehr brauchbare Funktion um einen raschen graphischen Eindruck über Support und Resistance erhalten zu können. Einige Beschreibungen zu astrologischen Begriffen wie Latitude and Declination und Ganns Anwendungen dazu sind durchaus brauchbar. Die eigentliche Finanzastrologie mit all ihren Prognosewerkzeugen fehlt aber. Auch die statistischen Ausarbeitungen von einzelnen astrologischen Signaturen (z.B. durch Chi-Square Tests oder durch den grafischen Korrelationstest) ist nicht Gegenstand des Buches. 

Viele Autoren benutzen in ihren Büchern willkürliche Interpretationen der Ganntexte und sorgen damit für Verwirrung. Bei Hallikers gibt es weder in Teil 1 noch in Teil 2 grobe Fehlinterpretationen der Gann Begriffe oder der Gann Zitate. Dennoch sind die Ausarbeitungen zu oberflächlich. Es handelt sich um eine sehr schwache und lieblose Ausarbeitung, teilweise einfaches „Paste and Copy“ aus dem Ganntrader Software Manual. Bedeutende Elemente der Gann Theorie fehlen. Teil 1 und Teil 2 sind dennoch für Einsteiger zu empfehlen und tragen zusammen mit den Gannkursen (Commodity und Stock Trading Course von Gann) Baumring, Ferrera, Mikula, Long, Meridian und Merriman zu einem umfassenden Verständnis der Gann Theorie bei. 

Bemerkung am Rande: Die Ganntrader Software ist mit ihrer alten MSDOS Umgebung nicht gerade benutzerfreundlich und bedarf einer längeren Einarbeitungszeit. Dennoch ist sie in Zusammenarbeit mit Alphees Market Trader Platinum die beste Wahl für professionelle Finanzastrologen. Alphee liefert Backtests durch die statistische Ausarbeitung einzelner Signaturen und das screening nach Signaturen, die Ganntrader Software übernimmt das Plotten der Charts, zeichnet korrekt die Planetary Lines, Gann Winkel, Squares und geometrischen Widerstandspunkte im Master Calculator ein. Zu empfehlen ist es, Kursdaten im Metastock Format zu benutzen, da sie von beiden Softwaresystemen gelesen werden und damit eine Datenbank ausreichend ist. Alphee bietet auch eine umfangreiche Sammlung von First Trade Charts. 
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Michael Jenkins ist ein ehemaliger Fundmanager, dann professioneller Trader und Autor vom Stock Cycle Forecast Börsenbrief. Ihm werden zahlreiche erfolgreiche Prognosen nachgesagt unter anderem das Hoch von 1987 mit einem 500 Punkte Drop im Dow Jones. Seine Bücher beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Charttechnik basierend auf geometrischen Preis Zeit Relationen. Jenkins ist stark von den charttechnischen Gann Elementen angehaucht, jedoch ohne die finanzastologische Zyklusanalyse. Die Bücher im Detail:


Jenkins, Michael The Geometry of Stock Market Profits
Jenkins postuliert dass nicht Random Walk die marktbeherrschende Richtung vorgibt, sondern die menschliche Psychologie und speziell massenpsychologische Effekte die entscheidende Rolle in den Kursbewegungen übernehmen. Nicht rational agierende Marktteilnehmer, sondern die primären Emotionen Angst und Gier treiben die Märkte voran. Alle relevanten Informationen seien im Kurschart enthalten, die Zukunft sei eine Wiederholung der Vergangenheit. Zyklen existieren in den Märkten und machen Kursbewegungen vorhersehbar. Preis und Zeit sind nicht voneinander unabhängig, es bestehen geometrische Verbindungen zwischen den beiden Elementen. Widerstand und Unterstützung seien mathematisch exakt definiert, durch Zahlen und Geometrie berechenbar und daher Prognosen über die Zukunft möglich. Wir sehen also, dass Jenkins fast 1:1 die Preis-Zeit Theorie von Gann übernommen hat, bzw. von Gann blind abgeschrieben hat. Das ist aber auch schon das einzige was Jenkins mit Gann gemeinsam hat. (außer vielleicht noch die Vorliebe für unnötige Bibelzitate zum vortäuschen tiefsinniger und philosophischer Gedanken).

The Geometry of Stock Market Profits ist ein schwaches Buch. Der Inhalt wird durchzogen von unnötigen Gelaber das nichts zur Sache beiträgt und ist immer wieder durchmischt mit psychologischen Anmerkungen oder subjektiven Randbemerkungen des Autors die nicht zum Thema passen. Jenkins gibt eine sehr subjektiv gefärbte Analysemethode wieder, die für Studenten der geometrischen Preis-Zeit Charttechnik ungeeignet ist. Auch zur Aufhellung der Gann Theorie trägt Jenkins nicht bei. Wenngleich er einzelne Timingwerkzeuge bringt, es kann bei ihm weder ein Verständnis des Law of Vibration durchschimmern, noch ein Wissen über die finanzastrologische Zyklusanalyse. Gann ist reduziert auf die charttechnische Dimension ohne Finanzastrologie praktisch wertlos. Das Buch besitzt katastrophale Charts mit händischen Notizen und teilweise unleserlichem Gekritzelt, die eine Respektlosigkeit gegenüber dem Leser darstellen. Die besprochenen Timing Techniken umfassen diverse Squares, die 45° Gann Winkel 1×1, Squaring Price with Time, weitere Gann Winkel (2×1 4×1), eine Art Ellipsentechnik (Bogentechnik). Kurz angerissen werden Gann Retracements basierend auf den Unterteilungen des Kreises (45°,90°180° usw.) Zero Angles und Mirroring. Die Techniken bleiben subjektiv, ihre Qualität wird durch Backtests nicht analysiert. 
Jenkins hat eine etwas seltsame Logik, die nicht immer nachvollziehbar ist und teilweise dem Märchenland entnommen zu sein scheint. Seine Bücher müssen nicht unbedingt gelesen werden. Auch wenn seine persönlichen Erfahrungen aus über 30 Jahren Charttechnik nicht völlig uninteressant sind, er bringt kein spezielles Know How ein. Es mag sein, dass Jenkins für sich eine Form der geometrischen Chartanalyse entwickelt hat, mit der er ganz gut zurechtkommt, (was ich persönlich bezweifle) es gelingt ihm aber keinesfalls sie zu Papier zu bringen. Das Buch gleicht eher einem persönlichen Notizheft als einem Lehrbuch der geometrischen Preis-Zeit Analyse. Es ist für den Charttechnik Studenten praktisch wertlos. Wie erfolgreich Jenkins als Trader auch sein mag, die Bücher gehören in die untere Klasse, Gilmore ist besser und selbst Hamon bringt die besprochenen Techniken besser auf den Punkt. Jenkins schwebt in einer Grauzone zwischen Fibo, klassischer Charttechnik, geometrischer Charttechnik, Gann, Elliott Wave und Zyklusanalyse, jedoch scheinen auf keinem der Gebiete vertiefende Kenntnisse vorhanden zu sein. Die Erklärungen zu Elliott Wave sind unnötig, zu Gann ausgesprochen schwach, die Zyklusanalyse von Jenkins ist subjektiv und besitzt keine mathematischen Methoden, wie Cyclemeasurement, Spektralanalyseverfahren, Mesa, Hamilton Transformation oder ähnliches.
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Jenkins, Michael – Chart Reading (1996)
Chart Reading ist übersichtlicher und sauberer ausgearbeitet als das Vorgängerbuch, inhaltlich aber praktisch damit ident. Jenkins beginnt mit einigen Basics zu charttechnischen Analyse dann wieder Bogentechnik, Squares, einiges zur Elliott Wave Theorie, Gann Winkel, Zero Angles, Mirroring. Etwas informativer und fundierter als das Vorgängerwerk, es gibt aber immer noch einige Kapitel, die überhaupt nicht zum Gesamtthema passen (z.B. hourly trading)  
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Jenkins, Michael – Secret Science of Stock Market (2004)
Das Buch beginnt gleicht mit einer Lüge. Jenkins rühmt sich wie powerful und geheim die von ihm präsentierten Techniken aus den beiden Vorgängerbüchern doch seien. Zum Einen sind sie jedoch nicht mächtig, sondern subjektiv und damit so gut wie wertlos, zum Anderen sind sie nicht geheim, sondern profan und in zahlreichen anderen Büchern nachzuschlagen. (und zwar bei Ferrera, Bayer, Hallikers, diverse Artikel in Stock & Commodities, Tradersworld und vielen anderen.)
 Zum Inhalt: Jenkins bringt wieder die altbewährten Gann Winkel, Zero Angles, Squares und Arcs. Es gibt aber auch zahlreiche neue Überlegungen und Techniken, die in den Vorgängerwerken nicht zu finden sind (z.B. Andrews Pitchfork). Ausführlich wird dieses mal das Square of Nine behandelt. Der Diskurs über den Master Chart erinnert jedoch stark an die Ausarbeitung von Ferrera in The Gann Pyraimd, jedoch ohne die finanzastrologische Komponente, reduziert auf eine rein geometrische Anwendung für die Preis und Zeit Analyse.
Das Buch hat Merkmale eines Lehrbuches und nicht mehr den Geschmack eines persönlichen Notizheftes. In der Aufmachung lässt sich zwar eine Entwicklung feststellen, nicht aber in der Analysequaltät. Die Werkzeuge bleiben ohne Gesamtanalyseplan oder ohne einen zusammenhängenden theoretischen Rahmen. Positiv: Unnötiges oder nicht zum Thema passendes wurde endlich gestrichen. Der Autor verschont uns vor aufgeblasenen Geschwafel. Es ist das Beste der Jenkins Bücher, das mit Gilmore mithält und das man Einsteigern in die geometrische Preis-Zeit Analyse durchaus empfehlen kann. Da Jenkins aber den Sprung zur finanzastrologischen Zyklusanalyse nicht bewältigt, bleibt sein Werk für fortgeschrittene Gann Researcher und Forecaster uninteressant. Sein Gedankenhorizont bleibt zu stark beschränkt. Er kann die natürlichen Harmonien nur Bruchstückehaft (z.B. Musik und Zahlen) erfassen, nicht aber in einem umfassenderen Zusammenhang stellen (Mathematik, Geometrie, Physik, Chemie, Biologie, Astronomie, Psychologie, Astrologie, Spiritualität, Kunst, Ökonomie). Der metaphysische Gehalt der Gann Theorie fehlt vollkommen. Auch die technischen Kenntnisse zu Ew, Fibo, Gann und zur Zyklusanalyse sind zu gering, um ihn zu den lesenswerten Market Researchern zählen zu können.
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Jensen L.J. Astro-Cycles and Speculative Markets
Ist ein relativ kurzgehalter Klassiker der Finanzastrologie der zwar Basics beinhaltet, aber dennoch nicht als umfassendes Lehrbuch gelten kann. Es ist ein altes Werk, das in die Frühzeit mit Gann einzureihen ist, einzelne Teile davon erschienen bereits 1935 bis 1938 als diverse Artikel. Wie die meisten Autoren versucht auch Jensen in der Einleitung das astrologische Weltbild und den Wert der Finanzastrologie durch naturwissenschaftliche Argumentation zu verteidigen und wie alle Anderen muss auch er daran scheitern, da (zumindest zu dieser Zeit) weder eine integrale Theorie, noch die experimental-physikalischen Voraussetzungen gegeben waren. Jensen beginnt damit die Parallelen zwischen Wirtschaftszyklen und Sonnenaktivität zu untersuchen (die auch von den Wirtschaftswissenschaften vollzogen wurde), bringt dann Allgemeines über planetare Zyklen und deren Verbindungen zu irdischen Ereignissen und geht dann über zu den Grundlagen der Mundanastrologie wie Rulership, Aspekte, Transite, Progressionen, Häusersystem, Finsternisse usw.
Erst Abschnitt III geht vertiefend auf die Anwendung der Finanzastrologie zur Kursprognose ein, stellt einzelne Timingwerkzeuge und deren Zusammenspiel mit den charttechnischen Verfahren vor, um in Abschnitt IV einen zusammenhängenden Analyseplan aufzustellen. Im Gegensatz zu anderen Finanzastro-Büchern beschränkt sich Astro-Cycles and Speculative Markets nicht nur auf die Kursprognose, sondern schneidet auch Astro Mapping oder die Prognose diverser Ereignisse wie Erdbeben, Präsidentschaftswahlen an, die zwar nicht direkt themenrelevant sind, dennoch zu einem umfassenderen Gesamtbild beitragen.
Alter aber lesenswerter Beitrag zur Finanzastrologie, der sowohl einige Grundlagen, als auch Zusatzinfos beinhaltet. Statistische Ausarbeitungen fehlen.
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Johndro, Edward – Earth in The Heavens 1929
Johndro, Edward – The Stars How and Where They Influence

Johndro legt ausführlich die Grundlagen zur Berechnung eines Horoskops dar, bespricht Städte Horoskope (z.B. London) und von Einzelpersonen (z.B. Herbert Hoover) nach den Regeln des klassischen abendländischen Systems. Das Buch gilt zwar zusammen mit The Stars How and Where They Influence als Pflichtlektüre für Gann Researcher, beide sind in Wahrheit jedoch nur für professionelle Astrologen lesenswert. Auch. The Stars How and Where They Influence beschäftigt sich mit astrologische Grundlagen und einzelnen Fallstudien, interessant sind jedoch die Überlegungen zur Eclipse 21.8.1914 und WWI. Wir wissen sowohl von Meridian, als auch von Crawford, dass sie Finsternisse in ihren Ereignis- bzw. Kursprognosen intensiv nutzen. Auch Crawfords berühmte Prognose des ersten Irakkrieges steht mit einer Finsternis in Zusammenhang. Es gibt einige Spekulationen darüber, dass es einen Kontakt zwischen Gann und Johndro gab. Bill Meridian beruft sich auf Charles Jayne und behauptet beispielsweise, dass Gann sowohl Ken Brown als auch Edward L. Johndro, als Astro Researcher beschäftigt hat. 

Wie bei Jensen, so auch bei Johndro und selbst bei Gann finden wir die Tendenz, Radiowellen des elektromagnetischen Spektrums mit astrologischen Denkweisen in Verbindung zu setzen. Es scheint sich in den 30er und 40er Jahren um ein beliebtes Gleichnis bei Astrologen zu handeln, mit dem sie das vorwissenschaftliche Weltbild der Astrologie in die moderne Naturwissenschaft einzubringen versuchen. Auch die einsteinsche Revolution ist bei Johndro & Co. nicht spurlos vorbeigegangen und wird häufig in den Astro-Büchern zum Gegenstand esoterischer Überlegungen. Die willkürliche Vermischung von Physik und Esoterik ist eine lästige Seuche, die häufig unter Astrologen, Esoterikern als auch aus dem Öko-Lager grassiert und der sich leider auch Johndro nicht entziehen kann. – Sowohl Earth in The Heavens als auch The Stars How and Where They Influence sind antiquierte Beiträge zur Astrologie und müssen aus heutiger Sicht nicht mehr gelesen werden.
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Krausz, Robert – W.D. Gann Treasure Discovered
Den ganzen Lebensunterhalt verzockt? Haus, Auto, Frau, Kinder und Hund sind weg? Kein Grund sich jetzt einzunässen, denn die Rettung naht. Krausz ist der Erleuchtete und bringt uns wieder auf den Pfad des Erfolges, mit einer außergewöhnlichen, geheimen, mysteriösen und überhaupt superdupa Entdeckung die er in den Gann Unterlagen entschlüsselt hat.

Es entspricht natürlich der Wahrheit dass Gann einen Swing Chart verwendet hat, die Konstruktionsanleitung dazu findet sich sogar in seinen offiziellen Büchern. Auch gibt es in seinen Unterlagen eine Anleitung zu einer Tradingmethode, die unter dem Namen Mechanical Stock Trading Method verkauft wurde und es ist sogar möglich, dass Gann selbst in ähnlicher Form ihre Handelsregeln befolgt hat. Doch die von Krausz präsentierte Methode ist auf keinen Fall ein „Gann Treasure“ noch ein zentraler Baustein der Gann Theorie, noch die geheime Handelsmethode die Gann kodiert hat. Es ist ein übersimplifizierter Trendfolgeansatz mit einfachsten Regeln, der Doppeltops und Doppeltiefs benutzt und Formationen ähnlich wie die 1-2-3 Tiefs, oder Hochs, wie wir sie in den Rossbüchern finden. (Man mag nun darüber streiten wer von wem kopiert hat, oder ob es lediglich zufällige Parallelen zwischen Gann, Ross und Krausz gibt.) Mit einem Renko Chart lässt sich die Methode mit einem Satz zusammenfassen: Kaufe bei einem weißen Brick, verkaufe bei einem roten Brick. Darvas lässt grüßen.

Es ist also eine Methode die nur während starken Trendbewegungen funktioniert und in längeren Seitwärsbewegungen hemmungslos Verluste einfährt. Doch das will uns der Autor nicht verraten, stattdessen sollen Dutzende von ihm ausgewählte Sonderfälle die Profitabilität der Methode beweisen. Ein seriöser Test würde jedoch über ein ganzes Portfolio (z.B. über alle Aktien des Dow Jones oder des S&P 500) und über einen Testzeitraum von mindesten 20 Jahren führen. Erst dann könnte man die Vor- und Nachteile der Methode und ihre Robustheit sinnvoll diskutieren.
Fazit: Kommerziell aufgeblasene Darstellung einer einfachen Trendfolgemethode, die aus unterschiedlichen Gann Elementen (Swing Charts und Mechanical Stock Trading Method) zusammengebastelt wurde. Kein Treasure den man erst entschlüsseln muss. Wieder einmal wird der Namen W.D. Gann als Aufhänger dazu genutzt, um eine schwache Arbeit kommerziell auszuschlachten.
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Langham, James – Planetary effects on stock market prices
Langhams Cyclical Market Forecasting Stocks and Grains (1938) wird auf Amazon um die 700$ angeboten und auch Planetary Effects on Stock Market Prices ist ein bekanntes und von vielen hochgelobtes Buch der Finanzastrologie. Doch wie gut ist es tatsächlich? Zunächst ist das Buch in die Frühzeit der westlichen Finanzastrologie einzuordnen. Es erschien 1932 und fällt damit in die erste Boomphase in der Autoren wie Bayer, Gann und McWhirter- Astrology and Stock Market Forecasting (1938) Grundsteine legten. Es ist das Nachfolgewerk von Business Cycles versus Planetary Movements von 1860 to 1935 in dem Langham vor weiteren Kursverlusten der Aktienmärkte warnt und damit die Aufmerksamkeit Öffentlichkeit auf sich zog.  

Die Einleitung setzt sich mit dem Saturn- Zwilling Transit und seinem Einfluss auf amerikanische Ökonomie auseinander. Es folgen einigen geschichtliche Hintergründe zur Astrologie und dem vorindustriellen Weltbild. Vertiefend wird es mit der Besprechung finanzastrologischen Zyklen (Uranus, Saturn, Jupiter) und den diversen Aspekten. Kapitel 5 und 6 setzen sich speziell mit den Uranus, Saturn, Jupiter Aspekten auseinander und ihre jeweiligen Auswirkungen auf die Märkte. Langham versucht dabei in bärische und bullische Signaturen zu unterteilen. Kapitel 8 Ingresse und Häusersystem, Kapitel 9 und 10 besprechen einigen Einzelhoroskope (amerikanische Präsidenten und Einzelaktien darunter U.S Steel und General Motors, die auch bei Gann sehr häufig zu finden sind.) Die Meisten von Langhams besprochenen Signaturen haben eine zu geringe Häufigkeit um von einer statistischen Signifikanz sprechen zu können. Viele seiner damaligen Untersuchungen halten Backtests nicht stand, seine Einteilung der Signaturen in bärische oder bullische Einflüsse auf die Aktienmärkte erweist sich als zu grobflächig. Dennoch handelt es sich um eine gute Einführung in das astrologische Denken. Es ist auch für Einsteiger leicht verständlich und benötigt keine großen Vorkenntnisse. Wie viele seiner Zeitgenossen muss sich auch Langham in die Aktienmarkt Paniken aus zyklischer Sicht vertiefen.

Fazit: Alt aber gut. Lesenswerte Einführung in die Finanzastrologie mit den grundlegenden Interpretationsregeln der planetaren Aspekte und mit Hauptaugenmerk auf die langfristigen Zyklen von Uranus, Saturn und Jupiter. Auch technische Grundlagen wie das Lesen eines Ephemeres werden vermittelt. Langham war ein gewissenhafter Researcher, der zwar subjektiv gefärbte Aussagen zu eliminieren versuchte, dennoch fehlt eine statistische Ausarbeitung der Signaturen.
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Long, Jeanne – Universal Clock, Book 1
Der Untertitel: Forecasting Time and Price in the Footsteps of W.D. Gann verrät: Es geht wieder um die geheime Forcasting Methode vom alten Market Master. Zahlreiche Autoren setzen sich mit den Master Charts (meist speziell mit dem Square of Nine) auseinander, darunter Jenkins, Bean, Ferrera und Mikula. Jeanne Longs Universal Clock erschien 1993 und zählt damit zu den frühen Veröffentlichen zu diesem speziellen Thema.
Inhalt: Nach eine kurzen Einleitung zu zyklischen und astronomischen Grundlagen, einigen Hintergrundinformationen zu W.D. Gann allgemeiner Natur, Astro- Signaturen und ihre Auswirkungen auf die Märkte, geht es speziell um das Square of 12, oder Universal Clock, wie Jeanne Long diesen Master Chart nennt. Sie beginnt mit der Konstruktion des Master Charts und der Bestimmung der korrekten Planetenpositionen mit Hilfe eines Ephemeres. Die astronomischen Basics werden also von Grund auf erklärt, weshalb für die vorgestellte Forecastingmethode keine speziellen Vorkenntnisse benötigt werden. Der Rest des Buches stellt die Cosmic Clock Timingtechniken vor und versucht die Profitabilität anhand von Beispielcharts zu untermauern, auch das Plotten der Planetary Lines wird angerissen. Backtest fehlen jedoch, eine statistischen Auswertung der Timingmethoden ist daher nicht möglich.  

Fazit: Brauchbare Überlegungen zum Square of 12 für Gann Researcher. Das Buch behandelt zwar nur ein spezielles Element der gannschen Gesamtmethode, vermittelt aber dennoch einen Eindruck, worum es bei der Gann Theorie geht. Die von Jeanne Long beschriebene Anwendung der Master Charts unterscheidet sich mitunter stark von anderen Autoren wie Mikula, Ferrera oder Jenkins. Man darf nicht vergessen: Letztendlich sind all diese Interpretationen der Gann Texte zu den Master Charts willkürlich und niemand weiß genau, wie sie tatsächlich verwendet wurden. 
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Long, Jeanne – Basic Astrotech (1989)
Kurzes Skript mit einigen astrologischen Grundlagen zu Aspekte, Sternzeichen, Rückläufigkeit, Moon Phases, Eclipses. Keine finanzastrologischen Backtests, keine Zyklusgrundlagen. Long präsentiert eine diffuse Strategie die eine Kombination von Trendlinien und Astro Timing darstellt. Für Öl werden beispielsweise die Aspekte von Sonne und Neptun als bedeutend genannt. Für Gold sollen Sonne–Mars Aspekte, Neptun–Pluto Aspekte, Neptun und Plutos Rückläufigkeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es gibt jedoch keine statistischen Testmethoden und die von Long ausgearbeitete Tradehistory ihrer Strategie in Öl und Gold ist ein einziger Witz.

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Marisch, Gerald – Gann Method Of Trading (1990)
Marisch schreibt über Gann Winkel und Gann Retracements, die jedoch als eigenständige Timingwerkzeuge ohne finanzastrologische Basis praktisch wertlos sind. Er konstruiert eine seltsame Handelsmethode aus beiden Elementen. Da sein Wissen um Gann damit erschöpft ist, muss er den Stochastik Indikator als Filter einbringen. Wir wissen bis heute zwar nicht, wie Gann getradet hat, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aber nicht so, wie Marisch es hier beschreibt. Dazu kommen einige Fehlinterpretationen der Gann Begriffe (z.B. der Geometric Angles) Wer eine Einführung in die charttechnische Preis-Zeit Analyse basierend auf Gann Winkel ohne finanzastrologische Basis wünscht, ist bei Hallikers- Gann Masters und Hyerczyk, James – Die Gann-Theorie für Handelssystem deutlich besser aufgehoben, wenngleich diese Bücher auch nur Bruchstücke bieten können. 

Fazit: Ein weiteres skandalöses Buch, das die Gann-Theorie schändet. Steht auf einer Stufe mit Pyrapoint und Murrey Math. 
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McWhirter, Louise- Astrology and Stock Market Forecasting (Original 1938)
Die Einleitung bietet einige Gedanken zum Natal Chart, der Häuserbesetzung, spezielle Konstellationen(z.B. Mars Neptun Midpoint & disapointmen) und ihre Auswirkung auf Persönlichkeit des Traders. Eine weitere Frage geht der Bedeutung von Sternzeichen für Länder nach. ( USA: Zwilling und Krebs). Der eigentliche Kern des Buches sind aber Mondknotenzyklen und ihre Auswirkungen auf die Stocktrends. (North Node & South Node, Mondknoten läuft rückwärts durch das Zodiak, 19 Jahre Zyklus). McWhirter zufolge ist der Mondknoten eine Determinante des Börsen- und Wirtschaftsgeschehens. Sie gibt folgende Regeln: 
North Node in Scorpio, Libra – transition period, vol increases, begin of bull maket
North Node in Leo – volume high point, 
North Node in Cancer, Gemini- trend slowing down, business activity to normal
North Node in Taurus to Aries -transition period, below normal
North Node in Aquarius – low point

Das restliche Buch diskutiert detailliert Business Cycles von 1850-1950 unter Berücksichtigung finanzastrologischer Zyklen mit Fokus North Node. Sehr lesenswert.
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Meridian, Bill – Planetary Stock Trading 
Bill Meridian, einstiger Schüler von Charles Jayne und derzeit vielleicht einer der erfolgreichsten Finanzastrologen weltweit. Meridian zählt zu den wenigen Fund Managern, denen es gelingt den S&P 500 über viele Jahre hinweg outzuperformen. Auch sein Buch Planetary Stock Trading zeigt was er auf dem Kasten hat. Es verzichtet auf unnötigen Ballast und kommt gleich zum Kern der Sache, nämlich Geld verdienen mit Astro Patterns, die eine hohe Wahrscheinlichkeit für Erfolg aufweisen. Meridian verfolgt eine Mischung aus statistischen Methoden (Backtests zum Auffinden profitabler Planetary Patterns) und langjähriger astrologischer Erfahrung im Lesen der kosmischen Uhr. Softwareunterstützes Screening kommt zum Einsatz, entweder zum Filtern von Outperformer oder einfach nur, um schlagkräftigte Trades im kurzfristigen Zeitfenster aufzufinden. Seine Case Studies sind einmalig, Meridian bespricht First Trade Charts von Aktien und Indizes und welche Astro Signaturen mit welchen Kursbewegungen einhergehen. Besondere Bedeutung misst er den Hauptachsen und Finsternissen bei. Viel Erfahrung des Autors im Lesen des Radix schimmert durch.  

Fazit: Meridian bringt exakt auf den Punkt, worum es geht. Ein Buch für fortgeschrittene Finanzastrologen, die mit den Basics bereits vertraut sind und nun in der Praxisanwendung nach Tipps eines erfahrenen Astro-Traders Ausschau halten. Durchschlagskräftige Timingmethoden die in Kombination mit den Analyse- und Screening Modulen des Alphee Market Trader für gute Ergebnisse sorgen. Das Buch ist auch für diejenigen interessant, die nach einer Sammlung von First Trade Charts suchen. Must Read für Finanzastrologen und Gann Researcher
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McLaren, William – Gann Made Easy (1986) 
Gann made easy gehört zu den bekannten Büchern über die charttechnische Preis Zeit Analyse von W.D. Gann. Dem Buch mangelt es leider an einer professionellen Ausarbeitung, es ist mit zu vielen unnötigen Kommentaren des Autors aufgeblasen, die nichts mit Gann zu tun haben. Seitenlange Traderweisenheiten sollen wohl McLarens Kompetenz als Trader unter Beweis stellen. Auch die Vermischung von Psychologie und Analysemethode durchzieht den Text. Das Buch ist schwach strukturiert, was beim Leser für Verwirrung sorgt und nicht dazu beiträgt, das Gann Rätsel zu lösen.  

Die Einleitung bringt allgemeinen Stoff über Marktbewegungen, Momentum, Trenderkennung, Reversals, Gann Winkel, Range Breakout. Die Ausführungen darüber besitzen jedoch eine stark subjektive Färbung. McLaren versucht zumeist seine eigene Meinung als unerschütterliche Wahrheit über die Märkte zu verkleiden. Überhaupt verfolgt McLaren eine sehr subjektive Herangehensweise, sowohl an die charttechnische Analyse allgemein, als auch an die Gann Analyse im Speziellen. Das Lesen der Charts mag zwar eine wichtige Kompetenz fortgeschrittener Chartanalysten sein, die vielen subjektiven Aussagen des Autors behindern jedoch die Fixierung einer objektiven Analysemethode. McLaren gelingt es daher nicht durch das Festlegen eines exakten Regelwerkes das Fundament einer objektiven Preis Zeit Chartanalyse zu legen.

Ab etwa Seite 50 werden Gann Winkel detaillierter vorgestellt. Die Herleitung der Gann Winkel vom Kreis ist korrekt. (oder mit anderen Worten: Transformation Polarkoordinatensystem ins kartesische Koordinatensystem). Auch werden die Gann Winkel als Basis der Theorie zwar korrekterweise herausgearbeitet, es gelingt McLaren aber nicht, die Verbindung zwischen der astrologischen Analyse und der charttechnischen Analyse zu erkennen. (Winkel im Zodiak und Winkel im Chart). Weiter geht’s im Buchinhalt mit den Gann Squares und dem Master Price Time & Trend Calculator, teilweise mit den Originalerklärungen von Gann, die aus seinen Kursen entnommen wurden, die jedoch ohne Hintergrundwissen nur mühselig zu verstehen sind. Auch Square of the Range, Square of the High und Square of the Low werden als Timingtools vorgestellt. Die restlichen 200 Seiten versuchen die vorgestellten Werkzeuge anhand von Aktienbeispielanalysen zu demonstrieren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren, die lediglich Timingwerkzeuge vorstellen, ist McLaren hier deutlich praktischer orientiert, die Analysen nehmen den größten Teil des Buches ein. Sie drehen sich hauptsächlich um den Einsatz der Gann Winkel. Auch hier bleibt es subjektiv, es wird versucht beim Leser ein Gefühl für den Umgang mit den Gann Winkel zu wecken. McLaren scheint darum bemüht zu sein, den sprachlichen Analysestil von Gann zu imitieren. Die gewählte Artikulation mag zwar ähnlich sein, die Analysemethode die McLaren präsentiert, hat mit Gann aber wenig zu tun.

Zyklen werden nur oberflächlich besprochen, es gibt keine modernen Cyclemeasurement Methoden. Die astrologische Komponente fehlt vollkommen. Gann easier zu machen, darf nicht bedeuten, ihn auf die charttechnische Analysetechniken zu reduzieren, sondern die gesamte Theorie, einschließlich der astro-zyklustheoretischen Komponenten verständlich und komprimiert zu erklären. Das gelingt McLaren auf keinen Fall. Erst am Ende werden noch ein paar Überlegungen zur Astrologie angehängt, zusätzlich Planetary Lines und einige planetare Zyklen besprochen. Unkenntnis gegenüber der finanzastrologischen Vorgehensweise führen den Autor zu Fehlschlüssen die Gann Theorie bezüglich So schreibt McLaren sogar: „There has been a great deal of speculation regarding Mr. Gann’s use of astrology in his trading. Although, he may have been a fan of it, his methods of trading had very little to do with traditional astrology, as such. His methods were purely mathematical and related to geometry. He believed that there was a natural order to movement in time and space. That natural order, can be seen through the study of the movements through our solar system.” Das ist defintiv falsch. Natürlich arbeitet auch die geozentrische Finanzastrologie mit all ihren Prognosemethoden auf der Basis von Mathematik und Geometrie, nicht nur das heliozentrische Analysesystem. Sie ermöglicht eine ebenso objektive Herangehensweise, wie jeder andere Analyseansatz auch. 

Fazit: Weder Fisch noch Fleisch, sowohl als Anleitung für professionelles Trading (mit Psychologie und Moneymanangement) zu wenig, als auch als reine Forecastingmethode unzureichend, da die Fundamente der Preis-Zeit Theorie und ein Analyseregelwerk nicht gelegt werden. McLaren liefert zwar einige Informationen zur charttechnischen Anwendung der Gann Winkel, sein Analysestil ist jedoch zu subjektiv. Die finanzastrologische Komponente wird vollkommen außer acht gelassen, womit Gann praktisch wertlos ist. Auch die metaphysische Gehalt von Ganns Gesamtwerk wird nicht berührt (Magic Word und TTTA). Da der Autor die Astrologie für primitives Kauderwelsch hält, gelingt es ihm nicht, in den Gedankenhorizont des vorindustriellen Weltbildes einzudringen und damit auch nicht tiefer in die Gedankenwelt von Gann vorzustoßen. Gann wird nicht easier gemacht, sondern auf einfache Techniken reduziert und diese werden dann verkompliziert dargestellt. Für einzelne brauchbare Informationen muss man oft dutzende Seiten Gewäsch durcharbeiten. Das Buch bewegt sich in etwa auf dem Niveau von Hallikers – Gann Masters und Hyerczyk- Die Gann-Theorie für Handelssysteme. All diesen Autoren gelingt es nicht, Ganns Gesamtkonzept zu durschauen, weshalb sie lediglich einzelne Puzzelteile liefern.  
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Raymond Merriman gehört zu den fleißigsten Schreiberlingen unter den Finanzastrologen. In seinen zahlreichen Büchern hat er sich auf die Korrelationsuntersuchung von Astro- Signaturen und Kurszyklen spezialisiert. Seine Ultimate Book on Stock Market Timing I-V (1997-2003) ist eine vierbändige Untersuchung von Astro Zyklen und deren Korrelation zu Aktienmarktzyklen, gegliedert in Long-Term Cycles (mehrere Jahre) Mid-Term (Monate und Wochen) und Short Term Trading Cycles (Wochen bis Tage). Merriman liefert die derzeit ausführlichste Untersuchung zu Astro Signaturen mit hunderten Signaturen (vor allem Rückläufigkeit und Aspekte) und deren Korrelation zu den Aktienmärkten.

 

Vol I und Vol II beschäftigten sich mit langfristigen und mittelfristigen Zyklen. Merriman kommt zu dem Schluss, dass eine Beziehung zwischen längerfristigen Planetenzyklen und Aktienzyklen existiere. Die länge des Astro Zyklus, so Merriman, korrespondiere mit der Länge von Aktienmarktzyklen. Je länger die Schwingung eines Astro Zyklus, desto eher wird er mit einem langfristigen Aktienmarktzyklus korrelieren. Vol III führt das Mammut Projekt von Merriman weiter fort. Aus über 3000 Astro Signaturen (Rückläufigkeit und Aspekte) wählt Merriman die treffsichersten aus. Es ist das wichtigste Buch für Short Term Trader die in einem Zeitfenster von einigen Tagen mit etwa 4% Preismoves (Filtered Waves) operieren.  
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The Gold Book 1982 beginnt mit einigen Grundlagen zu Zyklen und Astro Basics (Planeten, Sternzeichen, Signaturen). Der Hauptteil (Part III) analysiert die Beziehung von Astro Signaturen und Goldzyklen und stellt die von Merriman verwendeten Berechnungsmethoden vor, die auch in seinen weiteren Büchern in gleicher Form verwendet wird. 50 Seiten beschäftigten sich mit Rückläufigkeit von Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto und Auswirkungen auf den Goldkurs. Kapitel 14 kommt dann zu den Aspekten von Sonne- Mars, Sonne- Jupiter, Sonne- Uranus, Sonne- Neptun, Sonne- Pluto, Merkur- Mars, Venus- Mars, Venus- Saturn, Venus- Uranus, Venus-Pluto, Mars-Jupiter, Mars-Uranus, Mars-Pluto, Jupiter-Saturn, Jupiter-Uranus, Jupiter- Neptun, Saturn-Uranus, Saturn-Neptun. Der letzte Teil des Buches kombiniert die Astro-Zyklen mit technischen Werkzeugen wie Trendlinien. Es wird versucht einen Trading bzw. Forecastingframe auf Basis der gewonnen Zyklusdaten zu konstruieren. Praktisches Trading (Psychologie, Moneymanagement, Stop Loss Platzierung) sind jedoch nicht Gegenstand der Diskussion. 
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Merrimans Arbeit muss sich einigen Kritikpunkten stellen. Ein grundlegendes Problem ist die subjektive Wahl des Orbis, da kein konstanter Wert möglich ist. Je länger ein Zyklus, desto kleiner muss der Orbis gewählt werden, um ein sinnvolles Zeitfenster zu aktivieren. (z.B. ein 5° ergibt für Sonne-Venus Konjunktion noch ein brauchbares Zeitfenster, für eine Jupiter-Pluto Konjunktion aber nicht mehr). Zwar hat diese Vorgehensweise Vorteile für den Trader (er kann das offene Zeitfenster seiner gewünschten wählen) verfälscht aber zugleich die Überprüfungsergebnisse. Die von Merriman benutzte variable Orbislänge kann zur Ergebnissverschönerung genutzt werden. 
 
Merriman verfolgt einen für Trader richtigen Weg, indem er versucht die Finanzastrologie statistisch zu überprüfen, die von ihm gewählte mathematische Methode ist jedoch sehr fragwürdig. Der entscheidende Kritikpunkt ist die von Merriman verwendete (seltsame) Methode zur Korrelationsanalyse, die im Grunde wertlos ist, da aussagekräftige statistische Analyseverfahren (wie z.B. Chi-Square Tests) fehlen. Auch weisen viele seiner Zyklen mit unter 10 Ereignissen eine viel zu geringe Häufigkeit auf. Das scheint den Autor aber nicht stören. Im Gegenteil, Merriman ist sogar davon überzeugt, dass seine Vorgehensweise ausreichend sei, um deutliche Korrelationen zu beweisen und den klassischen Verfahren der Statistik sogar überlegen sei. Die konventionellen Analyseverfahren der Statistik seien, so Merriman, nur schwer in der Lage die Korrelationen von Astro Zyklen und Trading Zyklen zu erfassen. Der eigentliche Mangel liegt aber nicht an der Statistik, sondern an Merrimans Fähigkeiten diese aussagekräftig einsetzen zu können. 

Merriman argumentiert, dass er seine Bücher für Trader und nicht für Wissenschaftler verfasst hat: „The intent of this book is to provide a reference that will be useful to traders, not to satisfy students of statistics and the scientific method.” Tatsache ist, ohne statistische Signifikanz haben die vorgestellten Signaturen auch für Trader keinerlei Wert, da sie, wenn sie letztendlich auf Zufall basieren, in der Zukunft versagen werden. Indem er nur die profitabelsten Signaturen herausfiltert, bekommt seine Arbeit einen unseriösen Beigeschmack. Das Vorgehen führt zwar zu verlockenden Performanceergebnissen für Trader (und wird zweifelsfrei zum Verkauf seiner Bücher beitragen), aus der Perspektive der Finanzastrologieforschung wäre es jedoch sinnvoller gewesen, Merriman hätte sich an die Grundlagen der Statistik gehalten, um dadurch wissenschaftliche Einblicke in Astro-Finanzmarktzyklen zu gewähren. Selbst wenn er dadurch sämtliche Hypothesen der Finanzastrologie widerlegt hätte, der damit geschaffene Wert wäre auch für Trader größer gewesen. Weiters ist die Einschränkung auf Aspekte und Rückläufigkeit zu gering. Wichtige Prognose- und Timingwerkzeuge der Finanzastrologie werden ausgelassen. Auch die Radix Analyse von First Trade Charts (wie z.B. bei Meridian) wird von Merriman nicht berührt.

Fazit: Wenngleich das von Merriman benutzte Rechenverfahren nicht ausreichend ist, um den Skeptiker zu überzeugen, seine Bücher hinterlassen dennoch einen professionellen Eindruck und gehören derzeit zu den besten auf dem Sektor des Astro Market Timing. Er versucht sich auf die Fakten zu fokussieren, lässt subjektives Geschwafel beiseite und liefert die Grundlage für ein Astro-Timing Modell das zufriedenstelle Ergebnisse für Forecaster und Trader erzielen kann. Seine Arbeit ist zwar ein guter Startpunkt, aber noch nicht ausreichend, um eine schlagkräftige Timingmethode konstruieren zu können. Dazu ist eine professionelle Backtesting Software und eigenständige Researcharbeit notwendig. Auch zur praktischen Tradingumsetzung trägt Merriman wenig bei, es wird weder ein professioneller Tradingframe noch ein Tradingsystem mit Entry- Exit- und Moneymanagemet Rules ausgearbeitet.

Dass seine Methode nicht unnütz ist, beweist er jährlich in seinen treffsicheren Annual Forecasts. Abgesehen von seinen finanzzyklischen Kenntnissen ist Ray auch ein ausgezeichneter und erfahrener Astrologe, der Ahnung von den psychologischen und transpersonalen Aspekten besitzt, wie er unter anderem durch sein Buch – Evolutionary Astrology – The Journey of the Soul through Space of Consciousness bewiesen hat.
Website http://www.mmacycles.com/
Merrimans Astro Analysen http://www.astrodata.com/shop.asp?action=weeklycontent&ccat=1&nav=45



Mikula, Patrick – Gann’s Scientific Methods Unveiled: Volume 1 (1995)
Patrick Mikula ist Market Forecaster mit Schwerpunkt Gann Theorie und Astro Signaturen. Obwohl sein Name unter den Gann Researcher eher unbekannt geblieben ist, zählen seine beiden Bücher zu den Besten auf dem Gebiet und können ohne Übertreibung als Meilensteine in der Entschlüsselung der Gann Theorie bezeichnet werden. Mikula geht mit erstaunlicher Akribie vor und lotet Gann in einer Tiefe aus, die weder von Ferrera noch von Nipperess erreicht wird. Er hat eine spezielle Vorgehensweise, indem er die Gann Bücher und privaten Texten nach gewissen Schlüsselwörtern (Natural Laws, Natural Dates, Scientific Methods, Wise) durchsucht, um dahinter verborgene Astro Timing Methoden zu dekodieren. Volume 1 setzt sich spezielle mit How to make profits trading in Commodities auseinander. Die vielen Natural Dates werden aufgelistet und nach einem Muster durchsucht, dass einzelne Astro Signaturen (wie Beispielsweise Finsternisse) wiederholt. Wenn die Dekodierung korrekt ist, dann wird augenscheinlich, wie aufwändig Gann seine Astro Timing Methode für die Nachwelt verschlüsselt hat.  

Inhalt: Die kurzgehaltene Einleitungsphase bietet allgemeinen Informationen zu Gann als Person, die gannsche Verschlüsselungstechnik, gannsche Chartkonstruktion und Astro Basics (Zodiak, Aspekte, Planeten). Danach werden die verborgenen Astro Timing Techniken hinter den Natural Dates erklärt, wie Planeten Rückläufigkeit anhand von Sojabohnen, Moon Declination anhand von Soja und Weizen, Planeteningresse, Finsternisse, Planetenaspekte und diverse Marktbewegungen, Preis in Längengrad Konvertierung (Price to Degrees Conversion) und diverse Timing Techniken anhand der Master Price And Time Charts (Hexagon Chart). Die Verbindung zu den charttechnischen Preis Zeit Elementen wird zwar nicht gesondert behandelt, ergibt sich aber im Grunde durch das Studium der Planetary Lines von selbst. 

Fazit: Ein geniales Buch, übersichtlich und professionell, leicht verständlich erklärt, sehr gewissenhaft ausgearbeitet, die vorgestellten Timingtechniken sind nicht willkürliche Erfindungen des Autors, sondern werden mit den Natural Dates aus How to make Profits Trading in Commodities belegt. Mikula liefert ein wichtiges Puzzelstück, sein Buch dient aber auch als beispielhafte Vorlage, wie bei der Entschlüsselung von Gann vorzugehen ist und legt die Messlatte für zukünftige Werke. Auch lesenswert für Finanzastrologen die sich nicht speziell mit Gann beschäftigen. 
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Mikula, Patrick – Gann’s Scientific Methods Unveiled: Volume 2 (1996)
Volume 2 baut auf den Grundlagen von Volume 1 auf. Es handelt sich nicht bloß um eine Wiederholung sondern um eine Vertiefung. Mikula macht sich wieder auf die Suche nach versteckten astrologischen Timingmethoden, die sich hinter den Natural Dates und andere Schlüsselwörter verbergen. Dieses Mal beschränkt sich die Entschlüsselungsarbeit nicht nur auf ein Buch, sondern bezieht gleich mehrere Bücher und die private Unterlagen von Gann mit ein. (Truth of The Stock Tape, Wall Street Stock Selector, Mechanical Method and Trend Indicator For Trading in Wheat, Corn, Rye or Oats, Master Egg Course, Speculation: A Profitable Profession, Soybean Letter) In einigen Texten wie dem Master Egg Course gibt Gann offen Einblicke in seine finanzastrologischen Überlegungen.
Inhalt: Average of 6 und Average of 8, Active Angles (im Zodiak), Price and Time Charts (Hexagon Chart und Square of Nine) mit Schwerpunkt Circle Chart und Astro Timing (First Trade Charts). Dieses Mal wird ausführlicher auf die Verbindung zwischen Astro Timing und Charttechnik eingegangen, mit Fourth Dimension, Balancing Price with Time, Planeten als Gann Winkel. Es wird offensichtlich, dass die nicht-astrologischen Preis-Zeit Analysetechniken von Gann zu großen Teilen vereinfachte Ableitung der Astro Timing Techniken darstellen.
Fazit: Fast noch besser als Teil eins, bietet kaum Angriffsfläche für Kritikpunkte. Genial sind die Replikas der Gann Original Charts mit diversen Planetary Lines, Declination usw.
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Mikula, Patrick- The Definitive Guide to Forecasting Using W.D.Gann’s Square of Nine
Mikula gelingt es, das Niveau seiner vorherigen Werke über Gann in etwa zu halten. Definitive Guide to Forecasting Using W.D.Gann’s Square of Nine zählt neben Ferreras Gann Pyramid derzeit zu den besten Büchern über Timing Techniken des Square of Nine. Viel wurde jedoch von Ferrera übernommen, die Beschreibung des Square of Nine, seine mathematischen und geometrischen Besonderheiten sind praktisch ident, auch die meisten Techniken von Mikula sind bereits bei Ferrera zu finden, wie 360° Price as Support or Resistance, 360° as Time Resistance. Neu hingegen ist die Einbindung von Techniken, die Mikula Progression und Regression nennt. Ebenfalls neu sind Plotting Techniken, die Support und Resistance Values des Square of Nine direkt im Kurschart bringen. Dadurch ergibt sich für Trader und Forecaster ein leichterer visueller Überblick über zukünftige Unterstützungs- und Widerstandsmarken. Mikula legt den Schwerpunkt auf einfache geometrische Preis-Zeit Techniken, überraschenderweise ist Astro Timing kaum zu finden, lediglich Kapitel 15 stellt eine Planetary Degree Technik vor. Auch hier ist Plotting ein Thema, Support und Resistance aus dem Master Chart werden direkt in Kurschart transferiert und sind dort leicht ablesbar. 
Fazit: Mikula ist zwar günstiger als Ferreras Gann Pyramid, der Mangel an Astro Timing Techniken ermöglicht aber keine umfassende Perspektive über die Anwendungsmöglichkeiten der Master Charts. Hier ist Ferrera klar umfassender.
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Mikula, Patrick – Encyclopedia of Planetary Aspects (1999)
Mikula screent Aktieneinzelwerte nach Korrelationen zu Planetenaspekten. Aus über 400 möglichen Signaturen werden die 0, 30,60, 90, 120,150, 180, Grad Aspekte des geozentrischen und heliozentrischen Systems verwendet. Die gefilterten Signaturen benötigten mindestens 20 Ereignisse und 67% Trefferquote um in den Ergebnissen aufgelistet zu werden. Mikula verwendet zur Korrelationsüberprüfung eine ähnliche Methode, wie sie von Bradley in Stock Market Predictions vorstellt wird. Dazu wird die durchschnittliche Marktbewegung vor und nach der Astro Signatur in einem ausgewählten Zeitraum (z.B. 5 Tage vor der Signatur und 5 Tage nach der Signatur) beobachtet. Nachdem die Berechnungsgrundlagen erklärt sind, wird auf über 300 Seiten eine lange Liste von amerikanischen Aktieneinzelwerten nach den Astro Signaturen gescreent und die Ergebnisse mit einer Trefferquote größer 67% aufgelistet. Einige Signaturen haben in einzelnen Aktien über 90% Trefferquote, z.B. Dillards (DDS) 0,5 % Preisfall innerhalb von drei Tagen nach geozentrisch Mars 150° Jupiter (in 27 Fällen). Edison Inc (EIX) steigt in 92% der Fälle um 0,13% einen Tag nach Mars 60° Jupiter. (25 Ereignisse). Illnois Tool Works(ITW) in 91% der Fälle einen 0,78% Preisanstieg innerhalb von 10 Tagen nach heliozentrisch Mars 60° Jupiter (in 22 untersuchten Fällen). Mattel (MAT) fällt in 92% der Fälle um 0,12% einen Tag nach heliozentrisch Mars 120° Neptun (24 Fälle). Merrill Lynch fällt in 92% der Fälle um 0,74% drei Tage nach heliozentrisch Mars 90° Saturn (24 Fälle). Morton (MII) fällt um 1,72% 10 Tage vor geozentrisch Merkur 90° Neptun (22 Fälle). Microsoft (MSFT) steigt in 91% der Fälle um 1,52% 10 Tage vor geozentrisch Merkur 90° Mars (23 Fälle). 

Mikulas Buch ist mit Merrimans Arbeit vergleichbar. Die von Mikula gewählte Untersuchungsmethode ist einfacher und übersichtlicher, aufgrund fehlender statistischer Methoden wie Chi Square Tests können jedoch auch hier keine genaueren Aussagen über die tatsächlichen Korrelationen und über die Qualität der Signale getroffen werden. Im Grunde handelt es sich dabei um eine ganz nette Spielerei, die für professionelles Trading aber noch unzureichend ist. Für praktisches Astro Trading wird in jedem Fall eine spezielle Software benötigt, um eigene Backtests und detailliertere statistische Untersuchung anstellen zu können.  
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The Best Trendline Methods of Alan Andrews and Five New Trendline Techniques
Das Buch bildet eine Ausnahme im Astro-zentrierenten Forschungsfeld von Mikula. Dieses Mal beschäftigt er sich intensiv mit der Pitchfork Technik von Alan Andrews. Diese geht angeblich auf ein charttechnisches Prognosewerkzeug von Roger Babson zurück, das für seine berühmte Crashvorhersage von 1929 mitverantwortlich sein soll. Die Pitchfork Technik ist mittlerweile in den meisten Softwarepaketen enthalten, es handelt sich dabei um eine Art Swing-Meridian Linie mit Trendkanal und entsprechenden Long und Short Handelsregeln. Mikula stellt einige Erweiterungen vor, wie Techniken die auf Parallelen zum Trendkanal basieren, bringt verbindende Überlegungen zur Elliott Wave Theorie und konstruiert Trading Setups. Mikulas professioneller Stil wird nicht gebrochen, das Buch ist zwar kurz, aber gut gearbeitet. Wenngleich die Pitchfork Technik alleine natürlich nicht ausreichend ist, um Trendwenden mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostizieren zu können, handelt sich dabei um ein nützliches Werkzeug, das in der Hand eines erfahrenen Charttechnikers in Kombination mit einer Zyklusanalyse zur Verbesserung der Prognosequalität beitragen kann. Seine Software Marketwarrior besitzt einige ausgezeichnete Tools und Funktionen für Finanzastrologen http://www.marketwarrior.com/index.html
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Miller Ruth – Solar Guidance (1995)
Ruth Miller, Universitätsprofessorin für Ökonomie, die sich nach intensivem Studium des Gann Materials auf astrobasiertes Trading der Futuresmärkte spezialisierte. Als Ergebnis der intensiven Astro Forschungsarbeit über viele Jahre hinweg (unter anderem mit Pesavento dem sie endlos Rosen streut) entstanden diverse Bücher wie Practical Astro – A Guide to Profitable Trading, The Ruth Miller Method of Trading Corn. Solar Guidence beschäftigt sich speziell mit einer Timingmethode für das Square of Nine. Die Einleitung bringt die fürs Trading notwendige Astrogrundlagen (Planeten, Aspekte, Zodiak, Sternzeichen). Der Hauptteil beschäftigt sich mit einer Square of Nine Astro Timing Methode für Sojabohnen Futures. Sie basiert auf dem Sonnen Zyklus und den Solar Vibration Point (SVP). Besondere Bedeutung wird den Cardinal Lines und der 45° Linie im Square of Nine beigemessen.  
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Miller, Ruth mit einem Beitrag von Pesavento – The Ruth Miller Method of Trading Corn
Die Einführung bringt etwas detaillierter die Astro Basics (Ephemeres, Zodiak, Rückläufigkeit) als das Buch Solar Guidence. Das Buch dreht sich ums Astro Timing für Corn (First Trade Chart: 14 Juli 1888). Miller stellt drei Systeme (die eigentlich nur Timing Methoden sind) vor. Die erste Methode basiert auf dem Mond Uranus Quadrat und soll in einem Testzeitraum von 15 Monaten 400 Cent Gewinn bei 50 Verlust mit einem 5 Cent Stop pro Trade eingebracht haben. Methode II bringt wieder Square of Nine Technik mit Sonne als Timer. Die Methode verwendet keinen äußeren Ring (der die Planetenstände in Grad mit den Zahlen im Square balanciert), sondern misst die Sonnenposition direkt mit den Zahlen im Square. Miller kalkuliert mithilfe der Sonnenstände die Tradingrange von Corn für den nächsten Tag. Die Methode soll in einem 15 Monat Testzeitraum 637 Profit bei 8 Cent Verlust eingefahren haben. Methode III stellt eine Kombination von I und II vor für Corn dar. Der Beitrag von Pesavento beschäftigt sich mit einer Opening Price Trading Methode.

Etwas utopische wirkende, aber dennoch interessante Timingmehtode für das Square of Nine. 
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Nipperess Paul ‘Yogi’ – Cardinal Astrographs 2002
Paul Nipperess ist Finanzastrologe und hat eine Reihe von Ebooks verfasst, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Er beschäftigt sich in seinen Arbeiten unter anderem mit Gann. Nipperess zählt derzeit vielleicht zu den fähigsten Finanzastrologen, seine Ebooks könnte man jedoch am treffendsten als „messy“ bezeichnen.

Inhalt: Wie die meisten finanzastrologischen Forscher, beruft sich auch Nipperess auf alte esoterische Lehren, darunter die „Heilige Geometrie“. Doch die Sacred Geometry hat zahlreiche esoterische Strömungen und große Denker berührt und ist natürlich eine viel umfassendere antike „Wissenschaft“, als sie Nipperess hier anhand eines Beispiels ( pythagoreische 3-4-5-Triangel ) darstellt. In der geistesgeschichtlichen Entwicklung der Menschheit spielt sie durch alle Bewusstseinsstufen hindurch eine bedeutende Rolle und durchzieht unterschiedlichste Bereiche (z.B. Flower of Life, Kabbala, Golden Mean, Keplers Sphärenmusik usw.). Sie gilt in der vorindustriellen Forschungsprogrammen als Inbegriff der göttlichen Ordnung, die als Ausdruck des kreativen Schöpfergeistes durch ihre allumfassende Harmonie selbst eine Art Verbindung zwischen der irdischen Sphäre und dem transzendenten Reich des GEISTES (Spirit) herzustellen vermag. Wir sehen bei antiken Kulturen wie den Ägyptern, Maya oder Azteken das akribische Bemühen, in ihre architektonischen Meisterleistungen die Gesetze der Heiligen Geometrie einzubinden. Es gibt heute zahlreiche Bücher, die sich mit den fortschrittlichen Kodierungen von Fibonacci, Golden Mean und geometrischen Besonderheiten innerhalb der Pyramidenbauweisen beschäftigen (z.B. Thompkins, Peter – The Secret oft he Great Pyramids). Doch nicht nur die Abmessungen, sondern auch die geographische Ausrichtung der Pyramiden von Gizeh zeichnet sich durch fortgeschrittene Kenntnisse der Geometrie und der Himmelsmechanik aus(z.B. exakte Ausrichtung der Pyramidenschächte nach dem Sternbild Osiris). Auch der komplizierte Maya Kalender(Tzolkin), mit all seinen astronomischen Bezugspunkten wurde in die Bauweise der Pyramiden eingebracht (z.B. Anzahl der Pyramidenstufe entspricht den Kalendertagen). Auf diese Weise konnte, durch Bauwerke übermenschlichen Ausmaßes die ein exaktes Abbild der harmonischen Himmelsvorgänge darstellen, selbst während des irdischen Daseins eine Anteilnahme an der transzendenten Existenz der Götter ermöglicht werden. Diese Völker waren nicht bloße Götzenanbeter, sie waren in ihren Gedanken mit den ewigen Sphären verwoben und lebten in ihren täglichen Handlungen auf magische Weise mit den Göttern. Damit kann aus unserer heutigen materialistischen Sichtwiese, die heilige Geometrie zu einem besseren Verständnis des spirituellen Erlebens antiker Kulturen beitragen. 

Zurück zur Astrologie. Nipperess leitet die Primärwinkel von einer Spiegelungstechnik des pythagoreischen 3-4-5 Dreiecks ab (entspricht auch einer geometrischen Sonne-Mond Beziehung). Bedeutende geometrische Winkel als Widerstand und Unterstützung für Preis und Zeit sind: 18, 36, 54, 57.6, 64, 72 ,90, 104.4, 108, 117, 126, 144, 147.6, 150, 180, 198, 216, 234, 237.6, 243, 252, 270, 284.4, 288, 294.5, 297, 306, 324, 360. Es sind die Winkel, die im Gegensatz zu den Mainstream Astrologen, bei Nipperess auch in der praktischen Prognosearbeit eine wichtige Rolle spielen(Vor allem 108 und 144). Die Schlussfolgerung von Nipperess, dass diese Winkel auch die entscheidenden Primärwinkel der Gann-Theorie sind, ist falsch. Es mag sein, dass sie unter Beobachtung standen, Gann leitet jedoch die Primärwinkel, die als Widerstand und Unterstützung für Preis und Zeit wirken, von den drei geometrischen Formen, Kreis Quadrat und Dreieck ab(4H und 3H), siehe Lambert Gann Symbol.  

Die nachfolgenden Kapitel 4, 5, 6 und 7 stellen Preis-Zeit Projektionstechniken mit den speziellen Längenverhältnissen vor, die wir bei Gann in dieser Form jedoch nicht finden können. Angesichts der umfassenden astrologischen Kenntnisse, die beim Autor zweifelsfrei vorhanden sind, verwundert es, dass er diesen einfachen Methoden so großen Wert beimisst. Die zahlreichen Kalkulation der prognostizierten Preisrange sind meiner Ansicht nach wertlos. Der finanzastrologische Teil ist sehr kurz uns setzt sich ab Kapitel 10 unter anderem mit Planetary Hour Rulership für Daytrading auseinander, im EOD Timefrime mit den Saturn-Mars und Saturn-Venus Aspekten. First Trade Chart Analyse wird kurz erwähnt. 

Nipperess ist leider kein gewissenhafter Autor, die gesamte Arbeit ist undifferenziert und die Informationen sind wild verstreut. Mal ein paar Sätze zur gannschen Chartkonstruktion, dann plötzlich wieder Zitate aus TTTA, gefolgt von irgendwelchen numerologische oder physikalische Einwürfen aber ohne tieferen Zusammenhang, dann wieder seitenlange Binsenweisenheiten „nütze den Tag“, bis man endlich wieder zu einer Timingtechnik vorstößt. Das Buch ist eine Mischung aus geometrischer Preis-Zeit Analyse und Astro Timing, ohne in eines der beiden Gebiete vertiefend vorzudringen. Der Autor liefert lediglich Bruchstücke, erklärt jedoch weder die Grundlagen des Astro Tradings, noch bietet er eine umfassende Sammlung von Astro Timing Methoden, noch einen Guide für praktisches Astro Trading. Vielleicht war es sogar seine Absicht eine umfassende Sicht darzustellen, doch wie alle anderen Autoren (mit Ausnahme von Baumring) scheitert er an dieser Aufgabe kläglich. Es gibt keine Grundlagen der Wellenmechanik und Zyklustheorie, keine fortgeschrittene Methoden der Zyklusanalyse die auf State of the Art Entwicklungen zurückgreifen, keine softwareunterstützten Backtests der Astro-Signaturen. Der Sprung zum astobasierten Systemtrading wird nicht vollzogen. 

Fazit: Nipperess mag zwar Ahnung haben, seine Ebooks sind aber sehr chaotisch und müssen nicht studiert werden. Sie eignen sich vielleicht für fortgeschrittene Finanzastrologen, die die theoretischen Zusammenhänge bereits kennen, alle anderen werden aufgrund der mangelnden Ausarbeitung wohl eher verwirrt sein.
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Nipperess Paul ‘Yogi’ – Gann Signs 2004
Gann Signs beschäftigt sich speziell mit Ganns astrologischen Kodierungen in Tunnel Thru The Air (TTTA). Nipperess bespricht darin unterschiedliche astrologische Elemente in TTTA. Er diskutiert das Horoskop von dem Tag, an dem Gann das Vorwort für TTTA verfasst hat ( 9.Mai.1929), ein Tag einer totalen Sonnenfinsternis (18°Ta), die speziellen Aspekte (108° und 144°) und Auffälligkeiten ( ASC mit 7 Mid Points als sensitiver Punkt ) im Horoskop, die Verbindungen zu Ganns Natal Chart (6.Juni.1878) und die Verbindungen zu diversen Handlungselementen in der Novelle. Der Kern des Buches ist die Enthüllung einer astrologischen Prognosemethode, die in TTTA verborgen sein soll. Eine Anspielung von Gann auf Sepharials Buch Science of Foreknowledge, Robert Gordons Reisen in spezielle Städte (Längengrade und fixed points) sollen versteckte Hinweise auf die Methode darstellen.  

Nipperess interpretiert Ganns Hinweise auf die 12 Stämme Israels als Anspielung auf die 12 Sternzeichen. (Benjamin – Aries, Reuben – Taurus, Simeon – Gemini, Levi- Cancer, Judah – Leo, Zebulun – Virgo, Issachar – Libra, Dan – Scorpio, Gad – Sagittarius, Asher – Capricorn, Naphtali – Aquarius , Ephraim – Pisces) 20 Fixed Points im Zodiak werden mithilfe numerologischer Überlegungen aus den 12 Namen abgeleitet (12, 14, 55, 77, 102, 125, 133, 134, 144, 167, 188, 224, 235, 252, 258, 280, 305, 314, 324, 348, 360). Die Timingmethode basiert auf der Idee, das diese bestimmten Punkte im Zodiak bei Planetentransiten und Aspekten mit bedeutenden Ereignissen einhergehen und Kriegsausbrüche triggern.(Darunter auch häufig das Galaktische Zentrum, 266°) Nipperess zufolge sollen Ganns Prognosen in TTTA zu großen Teilen darauf basieren, darunter der Crash 1929 und die amerikanische Depression 1931-32, der zweite Weltkrieg von 1940-44, die Attacke auf Amerika 7.12.1931 (TTTA S.349) (10 Jahre später fand der Angriff auf Pearl Harbour statt, 7.12. 1941) Auch Nipperess eigene Prognose des Irakkrieges soll auf dieser Methode basieren. Welche Planeten und welche Punkte für welche Ereignisse verantwortlich sein sollen, wird jedoch nicht verraten. Es wird lediglich geklärt: Je mehr Planeten die Fixed Points treffen, desto wahrscheinlicher wird ein Ereignis.
Fazit: Interessante, wenn auch sehr fantastische Interpretation von Tunnel Thru The Air. Ein weiteres Buch, das Einblicke in Ganns astrologische und numerologische Kodierungen in TTTA gibt. Ein Bonusstern für kreatives Denken.
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Pesavento, Larry – Fibonacci Ratios with Pattern Recognition etwa (1997)
Pesavento gehört zu einer Generation von alt eingesessenen Trader Educatoren, die keinen Schimmer mehr haben, was heute abgeht. High Tech Trading hat das Niveau eines Leistungssports erreicht, wo jede Sekunde zählt. Pesavento vermittelt in seinen Büchern einen trägen und gemächlichen Stil und sein Buch Fibonacci Ratios with Pattern Recognition ist ein exzellentes Beispiel dafür. Der Autor langweilt uns mit seiner Lebensgeschichte fast zu Tode. Man kann sich für Larry freuen, dass er Freunde wie John Hill, Ruth Miller, Bryce Gilmore und Robert Miner hat, doch tragen diese Informationen beim Leser nicht dazu, Geld verdienen zu können. Danach gräbt Mr. Nice Guy einige verstaubte Fibo Patterns aus und verkauft sie als wertvolle Schätze. (Von denen seine Schüler angeblich erstaunt waren). 5 Fibo Patterns (darunter Gartley und Three Little Indians), zahlreiche Praxischarts dienen als Seitenfüller, keine Backtests, keine Handelsstrategie, kein Moneymanagement. Zusätzlich Butterfly Pattern und ein Kapitel über Opening Price (O in etwa 80% der Zeit nähe H oder L) und Key of Day ((O+H+L)/3). (Ein weiteres Buch das sich mit Opening Price beschäftigt ist Haddady, Earl – The Importance of the Opening Price). In den Appendix wird noch alles reingepackt, was auch nur im Entferntesten mit Trading zu tun hat, um das Buch auf ein verkaufbares Volumen aufzublähen. Im Apprendix IV wird auf geschlagenen 8 Seiten die Person Pesavento glorifiziert. (“…Larry possessed some kind of secret monopoly on the wisdom of markets…,“ (S.150), “…Larry is the best pure Trader I ever met.. (S.151)”, “…Larry can be almost a perfect trader…” (S.154).
   
Fazit: Pesavento stiehlt seinen Lesern kostbare Lebenszeit. Der ganze Buchinhalt kann auf zwei Seiten komprimiert werden. Natürlich ist das Gartley Setup sexy, der gebotene Informationsinhalt des Buches entspricht jedoch 5 Minuten googeln.
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Pesavento, Larry und Tucker, Byron – Planetary Harmonics of Speculative Markets
Byron Tucker eröffnet mit einer versuchten Kritik am materialistischen Paradigma und dem vorherrschenden naturwissenschaftlichen Dogmatismus und Reduktionismus. Sie lässt eine antiwissenschaftliche Haltung vermuten, die typischerweise mit einer Verteidigung des astrologischen Weltbildes einhergeht und keine integrale Perspektive verfolgt. Auch im weiteren Verlauf des Buches beglückt er den Leser häppchenweise mit seiner überragenden Weisheit, darunter die typischen Traderfloskeln, nach dem Schema: „Folge dem Trend und deinem Handelsplan.“ Im Gegensatz dazu verfolgt Pesavento einen pragmatischen Ansatz der auf Profit abzielt und sich um den wissenschaftlich-astrologischen Disput wenig kümmert. Er bringt wieder Fibo Patterns, Gartley Formation, Open Price und Key of the Day. Der Inhalt ist praktisch identisch mit den Kapiteln in dem Buch Fibonacci Ratios with Pattern Recognition. Ab Seite 60 findet man erst neue Informationen zum Astro Timing mit Moon Void of Course, allgemeines über Finsternisse und ihren Wirkungen auf die Märkte und mit einer Fantasy-Story um ein Silver Trade System von Mary Rivers. Ein weiteres Thema ist die Harmonic Convergence im August und der folgende Crash 1987. Sektion III befasst sich mit George Bayer und hebt ihn als überragenden Finanzastrologen hervor. Pesavento bringt in weiterer Folge einige der berühmten Bayer Astro-Timing Regeln, darunter Merkur changing speed, Merkur speed Longitude of 59‘, Venus Sonne Konjunktion, Venus helio 0°, Mars & Venus Perihelion, Mars at 16°36‘, Merkur Mars Speed Differential of 59‘ Merkur Mars 161° usw. Zu jeder Signatur werden lediglich ein paar Charts mit den entsprechenden Daten geliefert, die Signaturen werden jedoch weder diskutiert noch in einen Handelsplan eingebaut. Pesavento verrät nicht einmal mit welchen Kursbewegungen die Astro-Signaturen einhergehen sollen. (Aufgrund der Charts muss man annehmen mit Trendwenden)

Ein echter Horror sind aber die zwischenzeitlichen Eso-Belehrungen von Byron Tucker. Seitenlanges Traderpsycho-Gewäsch durchmischt mit inflationärer Pseudo-Metaphysik. Das Studium einiger östlicher Schriften transformierte ihn scheinbar zum selbsternannten Weisen. Dabei verfällt er, wie für westliche Interpreten typisch, in das Alles ist Eins – Gewebe des Lebens Syndrom (wie auch die Ökophilosophen). Ein Beispiel von S.158: “The most wonderful thing about the market is that it is an organic entity and, as such, must obey natural laws. The laws that the market obeys are the same laws that an animal obeys and the same laws that the galaxy obeys. We must simply be able to understand how these laws manfiest at their specific level and the nature of the connection to the whole of the cosmos.” Die Märkte sind aber definitiv nicht in die Organisationsebene organischer Systeme (Biosphäre) einzustufen (dann würde sich Biologen und nicht Ökonomen damit beschäftigen). Als Produkte des menschlichen Geistes transzendieren sie die Physiosphäre, Biosphäre, haben Anteil an der Noosphäre und weisen damit Eigenschaften auf, die biologische Systeme übersteigen. Aus diesem Grund, können die Finanzmärkte niemals mit Hilfe eines naturalistischen Ansatzes, der ihre Funktionsweise auf die Naturgesetze der Physik, Chemie oder Biologie reduziert, verstanden werden.
Fazit: Ein wirklich schwaches Buch. Massenhaft Pseudoweisheiten, keine Diskussion über Stärken und Schwächen der Astro Signale, keine Backtests, kein Moneymanagement, kein differenzierter Tradingplan. Für das praktische Trading unbrauchbar. 
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Pesavento, Larry – Astro Cycles (The Trader’s Viewpoint)
Pesavento zieht in einigen seiner Bücher die gleiche Show wie Ross ab und stellt sich selbst als den netten Buddie von nebenan dar, der selig genug ist, sein überragendes Wissen mit den Dummies zu teilen. Man fragt sich nach seitenlangen Selbstglorifizierungen, was diese heiligen Gandhis noch davon abhält, ihren Reichtum unter den Armen und Bedürftigen der Welt zu verteilen. Die Tradingindustrie ist ein schmutziges Geschäft und seitenlange Freundschaftsheuchlereien können darüber nicht hinwegtäuschen, dass wir es mit profitgeilen und zumeist völlig kaputten Charakteren zu tun haben. 
Die Homie-Schiene gibt Pesavento zwar einen unprofessionellen Touch, man muss aber eigestehen, dass Astro Cycles ein gelungenes Buch ist. Nach Pesaventos obligatorischer Lebensgeschichte als Einleitung werden die Astro Basics gelegt. Es folgen die bekanntesten Timing Methoden wie Ingresse, Finsternisse, Lunar Phases, Planetenaspekte (Venus – Uranus, Jupiter – Saturn, Venus-Pluto, Mars-Jupiter, Saturn-Uranus, Jupiter-Uranus, Mars-Uranus, Mars – Saturn). Es gibt diesmal kurze Erläuterungen zu den einzelnen Signaturen. Zwar wurde die Anzahl der Beispielcharts reduziert, dennoch sind einige unnötige Seitenfüller mit dabei. Gartley Formation, Harmonic Covergence und Crash 87 sind zum wiederholten Male ein Thema. Sektion 5 versucht einen Handelsplan für praktisches Astro Trading zu entwerfen.
Die Ausarbeitung ist um vieles besser, unbrauchbare Infos wurden gestrichen, der Inhalt ist komprimierter, Backtests fehlen aber weiterhin (mit Ausnahme von Venus –Uranus). Andere Timingwerkzeuge der Finanzastrologie (Midpoints, Progressionen, Sonnenbogendirektionen, Radixanalyse usw.) werde nicht erwähnt. Dennoch ein guter Einstieg in die finanzastrologische Timingmethoden. 
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Williams, David – Astro Economics (1959)
Das oft zitierte kleine Büchlein von David Williams zählt zu den bekanntesten Werken der Finanzastrologie. Es ist jedoch ein stark theoretisches Werk, das nach Ursachen sucht, warum Astrozyklen und ökonomischen Zyklen korrelieren. Dazu verfolgt der Autor verschiedene Theorieansätze und gibt weiterführende wissenschaftliche Literaturhinweise. Intensiv beschäftigt er sich mit dem Sunspot Cycle und seine Korrelation zu Business Cycles wozu es auch eine grafische Ausarbeitung gibt. (Wir sind heute in der Lage, mit Hilfe alternativer Gravitationstheorien ein viel umfassenderes Verständnis für solche Zusammenhänge zu entwickeln, als der naturwissenschaftliche Stand dies zu Williams Zeit ermöglichte.) Williams zählt zu den Finanzastrologen mit dem größten wissenschaftlichen Hintergrundwissen seiner Zeit, dementsprechend liefert er ein ordentlich recherchiertes Buch, das die Essenz aus 45 Jahre intensiver Forschung beinhaltet. Bei seinem ständigen Versuch die Astrologie gegen wissenschaftliche Angriffe zu verteidigen, vergisst er auf die praktische Umsetzung für Investoren. Seine Hauptarbeit besteht darin, historische Ereignisse wie Kriegsausbrüche oder Marketcrashes mit markanten astronomischen Signaturen in Verbindung zu setzen. Dazu listet er zu den jeweiligen Planetenaspekten (z.B. Jupiter -Uranus Konjunktion) bedeutende historische Ereignisse auf. Das Buch bietet jedoch kaum praktische Handelsumsetzungen, die für Trader interessant wären. 
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Welles Wilder- Delta Phenomenon  und Steve Copan Market Matrix  
Es gibt, wie Andrew Lo ( A Non-Random Walk Down Wallstreet ), Sherry Clifford (The Mathematics of Technical Analysis) oder Edgar Peters (Fractal Market Analysis) gezeigt haben, Zyklen in den Kursreihen der globalen Märkte, die sich mathematisch beweisen lassen und Random Walk widerlegen.  

Das Delta Phänomen von Welles Wilder (http://www.wilder-concepts.com/deltaphenomenon.aspx ) und die Weiterentwicklung von Steve Copan: Market Matrix (http://www.themarketmatrix.co.uk/) befassen sich zwar nicht explizit mit Gann, da beide Methoden jedoch auf Erd- und Mondzyklen basieren, können wir sie in das finanzastrologische Programm einordnen. Die Delta Society verlangt in den 80er Jahren für ihre Mitgliedschaft 3500$ und auch die Market Matrix ist kein Schnäppchen. Was verbirgt sich nun dahinter?

Steve Copan und Welles Wilder zufolge etablieren sich durch Mond und Erdstellung fundamentale Finanzmarktzyklen, innerhalb derer sich ähnliche Marktschwünge (mit periodischen Swinghigh & Lows) wiederholen. Man könnte sie als fundamentale Zeitschranken bezeichnen, innerhalb derer sich identische Marktschwünge manifestieren. 

Delta differenziert 7 Timeframes . 
STD 4 Tage
SI-TD 4 Wochen
ITD 4 Lunare Monate
MTD 1 Lunares Jahr (12 Moons = 354 Tage)
ML-TD 16 Quartale= 48 Monate  
LTD 4 Jahre  
SLTD 19 Jahre (Moon Metonic Cycle)

Nun entsprechen diese Perioden den von S. Shnoll nachgewiesenen Synchronzitätsphänomen: 24 Stunden, 27 Tagen und 365 Tagen sind bedeutende Perioden in physikalischen, chemischen und biochemischen Prozessen nach denen voneinander unabhängige Prozesse gleiche Histogramme aufweisen (mögliche Ursache Protonenresonaz). Gibt es eine Beziehung zu den Kursbewegungen der globalen Märkte? Mit der Verbindung zwischen Delta und Market Matrix und den von Shnoll entdeckten Synchronizitätsphänomenen beschäftige ich mich speziell in diesem Artikel: http://gann-institute.com/index.php?option=com_content&task=view&id=60&Itemid=153 

Kritik 
Delta und Market Matrix sind durch visuelles Studium der Kurshistorien zu der Erkenntnis gelangt, dass sich Marktschwünge nach 4×24 Stunden, 4x 29 Tage und 4x 365 Tage wiederholen. Obwohl sich das Delta Phänomen von Welles und die Market Matrix von Steve Copan auf Rotations und Oribtalbewegung von Mond- und Erde stützen, können sie nur begrenzt mit dem Shnoll Phänomen in Einklang gebracht werden. Ein fundamentaler Unterschied ergibt sich im Mondzyklus. Shnolls 27 Tage (siderische Umlaufzeit )divergieren mit den mittleren Timeframes (ITD und MITD) von Delta und Market Matrix die sich auf die synodische Umlaufzeit (29 Tage) berufen. Eine Übereinstimmung finden bei mit der Rotations und Oribtalbwegung der Erde statt (4x24h, 365 Tage= STD , LTD= 4 Jahre). 

Wie bereits Müller (Global Scaling) folgerichtig erkannt hat, können die Rotationsbewegung der Erde und Orbitalbewegung des Mondes unmöglich die Ursachen der Synchronizität sein, da sie ohne jede Zeitdifferenz existiert. Die Ursache muss direkt im Raum und Zeit Kontinuum verankert sein (Vakuumoszillation). Delta und Market Matrix basieren also teilweise auf falschen Annahmen und versticken sich unweigerlich in Widersprüche und Ungenauigkeiten, obwohl die grundlegende Idee, dass sich Marktbewegungen innerhalb natürlicher Zyklen wiederholen nicht ganz auf wirren Annahmen basiert.

Abgesehen davon muss sich der Delta Ansatz und speziell die Market Matrix weiteren Kritiken stellen. Vier Vollmonde vollenden einen ganzen Zyklus, die Matrix beginnt von vorne mit einer erneuten Zählung der Swinghighs und Swinglows. Nach vier Vollmonden startet ein neuer Zyklus, und die Märkte sollen laut Coplan ihr Kursmuster wiederholen. Es gibt 4 Linien im Chart, die die jeweiligen Vollmonde markieren, nämlich rot, blau, gelb und grün. Der Startpunkt eines Zyklus (rote Linie= erster Vollmond) wird jedoch nicht aus der Handelslogik selbst abgeleitet, sondern von Coplan willkürlich festgelegt. Das würde noch nicht stören, kommt jedoch bei der Inversionsregel zum tragen. Der Matrix zufolge können Inversionen (alle folgenden Hoch und Tiefpunkte wechseln sich nun ab) nur zwischen der roten und blauen Linie erfolgen (zwischen dem ersten und zweiten Vollmond). Es gibt jedoch keinen vernüfntigen Grund dafür, warum Inversionen nur nach der roten Markierung auftreten können, da der Zyklusbeginn ja willkürlich festgelegt wird. 

Überhaupt ist Market Matrix voller Widersprüche. Die Market Matrix Video Training CD hat im S&P500 zwölf Wendepunkte im Dynamic Trader Add On (Market Cycle Plugin) allerdings plötzlich nur noch elf Wendepunkte. (Matrix Video Training CDs http://www.wilder-concepts.com/marketmatrix.aspx) Copan scheint sich also über die genaue Anzahl der Turning Points im S&P500 selbst nicht einig zu sein und willkürlich zu switchen. Überhaupt basiert die ganze von Copan präsentierte Methode zur Katalogisierung der Hoch und Tiefpunkt innerhalb der Zyklen nicht auf einem mathematischen Regelsystem, sondern auf einer willkürlichen Systematik des Autors (durch visuelles screening).  

Das Phänomen der rechts-links Translation (im Uptrend kommen neue Hochs später und neue Tiefs früher, im Downtrend kommen neue Tiefs später und neue Hochs früher), das sich innerhalb der Zyklustheorie und Wellenmechanik als zwingende Folge der Trendbildung auf natürliche Weise manifesteren muss, wird dazu benutzt, um die Prognoseunzulänglichkeiten des Market Matrix Regewerks zu rechtfertigen. Daher: die Delokation der Hoch- und Tiefpunkte innerhalb der Market Matrix werden mit rechts links Translationen gerechtfertigt. Die Verschiebungen sind jedoch nicht bedingt durch die Systematik der Matrix, sondern eine natürlich Folge der Trenddynamik (siehe Hurst oder Bressert.) Copan verstickt sich weiter in Widersprüche. Eine Regel lautet, dass sich innerhalb von einem Zyklus nicht mehr als drei aufeinanderfolgende Hochs im Uptrend oder drei aufeinanderfolgende Tiefs im Downtrend bilden können. Copans Beispielcharts sind jedoch voll von Verstößen gegen diese Regel. 

Die Market Matrix ist keine mathematische, sondern eine subjektive Methode, die genügend Freiheitsgrade offen lässt, um ex post Aussagen über die Kurshistory treffen zu können. Es handelt sich um ein grobes Regelwerk, das ausgelegt ist, um im Nachhinein auf jeden Chart zu passen. Das bedeutet, verspätet können zwar immer Turning Points in den Chart eigenfügt werden, eine Prognosen zukünftiger Wendepunkte ist jedoch nicht möglich. Unnötig ist auch Copans Eigenart, Gann Begriffe zu verwenden (z.B. Master Time Faktor) die in seinem Verwendungsschema jedoch nichts mit der Gann Theorie gemeinsam haben. Sie sorgt bei Market Researchern für Verwirrung die Gann Theorie betreffend.

Obwohl Delta und Market Matrix auf Annahmen beruhen, die den von Shnoll entdeckten Synchronizitätsphänomen nicht ganz unähnlich sind, das Fehlen eines logischen Rahmens 
und eines in sich schlüssigen Regelsystems führt die Autoren zu völlig unsinnigen Annahmen und in die Verstrickung von Widersprüchen. Aus diesen Gründen wird die Market Matrix gegenwärtig von uns zwar im S&P500 beobachtet, ihre Signale fließen aber in unser integrales Prognosemodell nicht ein. Delta und Market Matrix sind zusammen mit den Shnoll Experimentalreihen Gegenstand unserer Forschungarbeiten über die universelle Preis-Zeit Struktur im mirko- bis marko Timeframe (Tickframe bis STD= 4 Tage bis SLTD 19 Jahre =Moon Metonic Cycle).

 


 

 

 

 

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