Grundlagen Finanzastrologie

Anders als man aus unserer gegenwärtigen Sichtweise annehmen könnte, haben finanzastrologische Studien eine lange Tradition. So ist bereits von den Sumerern bekannt, dass sie Weizenpreise auf Verbindungen zu Mondzyklen untersuchten. Während in östlichen Ländern wie Indien, die Astrologie und spezielle die prognostische Astrologie, einen hohen Stellenwert einnimmt und selbst in Wirtschaft, Politik und auf Universitäten beheimatet ist, haben sich in den westlichen Zonen finanzastrologische Anaylsemethoden bisher kaum durchsetzen können. Auch die Wirtschaftswissenschaften schenken ihnen wenig Beachtung, nennenswerte Studien beschränken sich auf die Arbeiten weniger Einzeltäter, wie beispielsweise den britischen Ökonomen William Stanley Jevons (Sonnenfleckenzyklus undkonjunkturelle Schwankungen).

 

Im Gegensatz dazu versuchen Trader und Geschäftsleute seit langer Zeit, Übereinstimmungen zwischen den Planeten und Börsenzyklen zu finden. Von J.P. Morgen ist bekannt, dass er astrologische Aspekte in seine Geschäftsentscheidungen einfließen lies. Neben WD Gann gelten George Bayer und Walter Gorn (Sepharial) zu den bekanntesten Astro-Tradern. In der Neuzeit haben vor allem Autoren wie Louise McWhirter, Cdr. David Williams, James Langham, Bradley, T.G. Butaney, L. Edward Johndro, Charles Jayne, L.J. Jensen, Thomas Reider, Jack Gillen, Larry Pesavento, Jeanne Long, Myles Walker, Ruth Millerund viele andere dazu beigetragen, dass sich die Finanzastrologie zu einem präzisen Timinginstrument entwickelt hat. Vor allem durch außergewöhnliche Prognosen, Trading-Erfolge und hohe Trefferquoten konnten sich Astrologen in der Finanzwelt etablieren, wie beispielsweise Bill Meridian, einer der erfolgreichsten Fondsmanger, oder Ray Merriman und Arch Crawford, die weltweit zu den bekanntesten Market Timern zählen.

 

Zu einer weiteren Verbreitung werden die Entwicklungen in der computerisierten Datenverarbeitung beitragen. Erstmals ist es möglich sehr hohe Datenmengen innerhalb kürzester Zeit auf statistische Signifikanz zu überprüfen, um Korrelationen zwischen Finanz- und Astrozyklen aufzudecken. Eine Arbeit für die Gann noch viele Monate oder Jahre, durch das mühselige Anfertigen der Radix- und Kurscharts benötigte, geht heute innerhalb weniger Sekunden von der Hand. Durch diverse Softwarepakete hat heute auch eine breitere Schicht von Tradern Zugang zu dieser Form der Marktanalyse und kann von der Treffsicherheit finanzastastrologischer Timingmethoden profitieren.

 

Prinzipiell können zwei Formen der Analyse unterschieden werden, die auf unterschiedlichen Theoriegerüsten ruhen. Die vorherrschende Richtung der Finanzastrologie basiert auf der Theorie, dass ein universaler Taktgeber in Form einer physikalischen Kraft existiert, der unterschiedlichste Zyklen im Kosmos synchronisiert und ihre Periodendauern um spezielle Werte stabilisiert. Diese Schule benutzt zumeist das heliozentrische Analysesystem und versucht Übereinstimmungen zwischen den planetaren Zyklen und den Marktbewegungen aufzudecken. Es wird keine direkte kausale Beeinflussung unterstellt. Sie entspricht daher eher dem naturwissenschaftlich geschulten Intellekt und ist mit dem herrschenden mechanistisch-newton-kartesianischen Weltbild gut vereinbar.

 

Die alternative Richtung beruht auf der Hypothese, dass die Veränderung der Planetenpositionen, aufgrund bisher noch unbekannter Kräfte, einen direkt kausalen Einfluss auf terrestrische Prozesse nimmt. Wenngleich es unterschiedliche Erklärungsversuche gibt, wie alternative Zeit- und Gravitationstheorien (Nikolay Alexandrovich Kosyrev), tiefenpsychologische Ansätze (C.G. Jung – Archetypen, kollektive Unbewusste, unus mundus), oder alte fernöstliche Theorien über feinstoffliche Energien und einen nichtdualen Ursprung aller Manifestationen, so widerspricht sie doch dem derzeitigen naturwissenschaftlichen Wissensstand von den physikalischen Gesetzmäßigkeiten im Universum. Die Timingmethoden dieser Schule gründen primär auf empirischen Erfahrungen, die die Menschen über die Jahrtausende gesammelt und innerhalb der unterschiedlichsten astrologischen Systeme (indisch, chinesisch, abendländisch) verarbeitet haben. Sie fokussiert sich zumeist auf das geozentrische Analysesystem, bezieht aber auch heliozentrische Aspekte mit ein.

Hier beginnt erst die eigentliche Astrologie, sie integriert ein breites Spektrum von Timingmethoden in ihr Gesamtsystem, dazu zählen First Trade Charts (Radix), spezielle Punkte im Radix wie ASC, MC und Eclipsepoints, Rückläufigkeit, diverse Aspekte, Halbsummen, Ingresse, Finsternisse, bis hin zu Sonnenbogendirektionen, Progressionen, numerologische Techniken und viele anderen. So kennt die moderne Finanzastrologie zigtausende Einflussfaktoren die auf das Kursverhalten wirken.

“Time is the most important factor” W.D. Gann

 

Für Chartanalysten wie auch für Trader bietet die Finanzastrologie einige spezielle Vorteile. Zum einen rückt die Zeitkomponente, die von der klassischen Charttechnik stark vernachlässigt wird indem sie sich hauptsächlich auf den Preis konzentriert, nun in den Fokus. Sie ermöglicht ein präzises Markettiming, indem ein exaktes Zeitfenster festgelegt wird, innerhalb dessen mit einer Kursbewegung zu rechnen ist. Dadurch können Stops enger gesetzt und das Risiko minimiert werden. Zum anderen können einzelne Signaturen isoliert und gefiltert ausgewählt werden, die den Risikopräferenzen des Traders entsprechen. Er erhält im Voraus exakte Informationen über Dauer und Risiko des Trades und kann das Moneymanagement entsprechend den Risikokennzahlen optimal anpassen.

 

 

Eine einfache Methode des Astro-Tradings stellt der „grafische Korrelationstest“ dar, der in ähnlicher Form von Bradley in „Stock Market Predicitons“ vorgestellt wird. Er zeigt das durchschnittliche Kursverhalten während einer ausgewählten Signatur über einen beliebigen Beobachtungszeitraum mit einer n-Anzahl von astrologischen Ereignissen (Signaturen).Nachfolgende Beispielcharts zeigen das Kursverhalten bei einigen untersuchten astrologischen Signaturen:

 

 


 

 

Ingress

Dow Jones Industrial 30 Sonne Ingress Skorpion

 

Nachfolgender Chart zeigt den Dow Jones Industrial, Zeitraum 1992 bis 2006. Die vertikalen Linien markieren Zeitpunkte, an denen die Sonne in das Sternzeichen Skorpion eintritt (geozentrisch).

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Nachfolgende Abbildung zeigt die durchschnittlichen Kursveränderungen des Dow Jones vier Tage vor der Signatur und vier Tage nach der Signatur im Testzeitraum 1985-2006 und verdeutlicht die bearishe Wirkung des Sonne-Skorpion Ingress auf den Dow Jones Industrial Index. Zwischen 1985 und 2006 war in einem Zeitraum von zwei Kalendertag vor dem Ingress und drei Kalendertage danach, mit einer durchschnittlich Abwärtsbewegung von rund einem Prozent zu rechnen. Eine Strategie die jeweils am Tag der Signatur zum Schlusskurs short verkauft und drei Kalendertage danach zum Schlusskurs glattgestellt hat, erzielte einen Gesamtgewinn von 21,7% bei einer Trefferquote von 16:5 (76,2%). Der maximale Verlusttrade betrug 1,6%. (Ohne Hebel eines Futures- oder Optionskontraktes. Mit spkulativen Finanzmarktprodukten können Performance und Risiko beliebig gesteigert werden).

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Rückläufigkeit
Merkur retrograde und Dow Jones

Der nächste Test behandelt das Kursverhalten des Dow Jones (Testzeitraum 1985 – 2006) während Merkur in die Rckläufigkeit wechselt. Etwa 25 Kalendertage bevor Merkur rückläufig wird, kann beobachtet werden, dass der Dow Jones in eine Seitwärtsbewegung übergeht. 6 Kalendertage nach der Richtungsänderung des Merkurs neigt der Dow Jones zum Kursausbruch. Der grafische Korrelationstest bestätigt die altbekannte Traderregel, dass während einem stationären Merkur eher mit seitwärtstendierenden Aktienmärkten zu rechnen ist.

Während der Seitwärtsphase ist eine Trendstrategie wenig erfolgreich. Eine Shortstrategie die jeweils 15 Tage vor der Signatur verkauft und 5 Tage nach der Signatur glattgestellt hat, erzielte einen Gesamtprofit von 19% bei einer schwachen Trefferquote von 43,9% (29 Gewinntrades und 37 Verlusttrades).

 

Profitabler wird der Handel mit dem Kursausbruch aus der Seitwärtsbewegung. Eine Longstrategie die jeweils 6 Tage nach der Signatur gekauft und 30 Tage nach der Signatur glattgestellt hat, erzielte einen Gesamtprofit von 98% bei einer Trefferquote von 66,7% (44 Gewinntrades und 22 Verlusttrades).

rückläufigkeit statistischer test  wd gann theorie


 

Aspekte

 

Mars Opposition Uranus

Die Mars Uranus Opposition ist ein bekannter Aspekt, der häufig mit starken Kursverlusten oder sogar panikartigen Ausverkäufen einhergeht. Abbildung zeigt einen deutlich schwächeren Dow Jones im Vorfeld der letzten 13 Signaturen. Eine Shortstrategie die 14 Kalendertage vor der Signatur short verkauft und 2 Tage danach wieder glatt stellt, erzielte einen Gewinn von 20,19% bei einer Trefferquote von 76,9% (10 Gewinntrades und 3 Verlusttrades).

 

Das Tief bildet sich im Durchschnitt 2 Kalendertage nach der Signatur. Ab diesen Zeitpunktnehmen die Bullen überhand. Wird die Shortposition zwei Tage nach der Signatur zumSchlusskurs auf Long geswitched und 10 Kalendertage lange gehalten, ergibt sich ein Gewinn von 19,88% bei einer Trefferquote von 92,3% (12 Gewinntrades und 1 Verlusttrade).

mars opposition uranus - statistische ausarbeitung  - gann theorie - oliver sorin

 

 

 

 

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