|
„Everything moves in cycles as a result of the natural
law of action and reaction. By a study of the past, I have discovered what
cycles repeat in the future.” W.D. Gann
Zyklen sind
allgegenwärtig und bestimmen unser aller Leben. Auch in ökonomischen Systemen haben Zyklen eine hohe Präsens, ihre Bedeutung wird von
den traditionellen Wirtschaftswissenschaften noch weit unterschätzt. Zu den bekanntesten Konjunkturzyklen gehören der Kondratrieff-Zyklus
mit einer Wellenlänge von etwa 50 bis 60 Jahren, der Kitchin- Zyklus mit 40
Monaten und der Juglar-Zyklus mit 10
Jahren. Diese periodischen Schwingungen spiegeln sich auch in den Aktienkursen
wieder, verschwimmen jedoch aufgrund ihrer Überlagerung mit anderen Kräften.
Bekannt Zyklen in den Aktienindizes sind der 4 Jahre- Präsidentschaftszyklus,
oder der 28 Tage- Tradingzyklus. Auch in den
Rohstoffmärkten spielen Zyklen eine große Rolle. Die Rindermärkte unterliegen
einem 18 Monats-Zyklus, Gold einem markanten 19 Jahre Zyklus. Getreidemärkten sind
für ihre saisonalen Effekte bekannt. Sojabohnen neigen zu saisonalen Effekten und bilden häufig Tiefs im
September, Öl neigt im Oktober zu Hochpunkten, während Gold im August zu Böden
tendiert.
Ein interessantes Buch
ist „Cycles: The Mysterious Forces That
Trigger Events“ in dem Edward R. Dewey und
Og Mandino tausende von Zyklen aufdecken, die in den unterschiedlichsten
Bereichen auftreten, unabhängig voneinander bestimmte Periodenwerte vorziehen und
synchron schwingen. Dewey merkt an, das es eine bisher unbekannte Kraft im Universum
geben muss, die als Taktgeber wirkt. Was
bislang aus naturwissenschaftlicher Sicht unverständlich erschien, rückt langsam durch alternative
Gravitationstheorien in ein neues Licht. Die Global Scaling Theorie postuliert
die Existenz einer global stehenden Vakuumkompressionswelle, die dafür sorgt,
dass sich die Periodendauer von natürlichen Schwingungsprozessen nur auf
bestimmten Abschnitten einer logarithmisch geeichten Skala stabilisieren
können.
Grundlagen der
zyklustheoretischen Marktmechanik
Die Zyklusanalyse an
den Märkten führt häufig zu einer Vermischung der Begriffe Zyklus, Schwingung
und Welle. Denn der Verlauf einer Zustandsänderung einer pyhsikalischen Größe
kann, wie ein Zyklus, als harmonische Schwingung in Form einer Sinusschwingung
mit den Parametern Amplitude, Wellenlänge, Winkelgeschwindigkeit und Phase dargestellt
werden. Aus Sicht der Gann Theorie
spielt die Beziehung zwischen Wellenmechanik und zyklustheoretischer
Marktmechanik eine wichtige Rolle, da die geometrischen Winkel der
Kreisbewegung den Kraftpunkten im Schwingungsprozess entsprechen. Begriffe wie Phasenverschiebung und Translation
und physikalischen Gesetzmäßigkeiten
wie Interferenz und Resonanzeffekte in der
Wellentheorie, besitzen auch Gültigkeit für die Zyklenmechanik und lassen sich
darauf übertragen. Zyklen können daher wie
Wellen interferieren, sich gegenseitig verstärken, oder auslöschen.

Abbildung 1: Sinusschwingung
Abbildung 2 zeigt die Entstehung einer Gesamtschwingung durch Interferenzeffekte von Zyklus1, Zyklus2 und Zyklus3 .

Abbildung 3 zeigt die Entstehung einer Schulter Kopf Schulter Formation durch Inteferenzerffekte von Zyklus1, Zyklus 2 und Zyklus3

Abbildung 3
Die Translation von Wellen spielt innerhalb der Zyklusanalyse eine wichtige Rolle. Die Translation im Aufwärtstrend sorgt für eine Rechtsverschiebung.

Abbildung 4: Rechts-Translation im Aufwärtstrend
Die Aufgabe der klassichen Zyklusanalyse
besteht darin, verborgene Zyklen in den Marktbewegungen aufzudecken. In den
vergangenen Jahrzehnente wurden von Autoren die unterschiedlichsten
Entwicklungen vorgestellt. Hurst beispielsweise versuchte mit Channel-Konstruktionen
die einzelnen Zyklen, die sich zusammenfügen und den Gesamtkursverlauf bilden,
zu isolieren und die Marktbewegungen wieder in ihre Grundkärfte zu zerlegen.
Neben dem „Ehrlich Cycle Finder“ greifen Trader vor allem auf die Methode
des Detrendings von Walter Bressert zurück, auf diverse
Spektralanalyseverfahren, die Fast Fourier Transformation, oder auf den MESA Algorithmus von John Ehlers (Maximalen Entropie Spektralanyse).
Wenngleich definitiv messbar Schwingungen an den
Märkten existieren, stoßen die klassischen Methoden der Zyklusanalyse schnell
an ihre Grenzen. Sie postulieren, dass vorhandene Zyklen konstant in die Zukunft
extrapoliert werden können, eine in der Realität unhaltbare Hypothese. Wie die
klassische Charttechnik beschäftigt sich die Zyklusanalyse lediglich mit
den kausalen Auswirkungen im Chart, ohne die Ursachen für Markbewegungen zu kennen. Sie kann daher nicht, oder nur sehr begrenzt auf die zukünftige Marktentwicklung
schließen.
“If we wish to avert failure in speculation we must deal with causes.
Everything in existence is based on exact proportion and perfect relation.
There is no chance in nature, because mathematical principles of the highest
order lie at the foundation of all things.” W.D. Gann
Einen Versuch diese Einschränkung zu umgehen stellt
die Finanzmarktastrologie dar. Sie versucht die direkten Ursachen für die
Marktbewegungen ausfindig zu machen, ohne sich dabei auf die Auswirkungen im
Chart beschränken zu müssen.
|